20. Mai 2011, 19:35 Uhr

An der CBES Lollar/Staufenberg ging es um Dracula-Mythen

Lollar/Staufenberg (esk): Darf es ein »BIS(S)chen« mehr sein? So dachten viele Zuhörer und Zuhörerinnen am Donnerstagmorgen in der Aula der Clemens-Brentano-Europa Schule Lollar/Staufenberg (CBES).
20. Mai 2011, 19:35 Uhr
Mit Vampirumhang, neben ihm der rote Lebenssaft und eine Fledermaus: Der Autor Reinhard Deutsch während seiner Lesung an der CBES. (Foto: esk)

Dort fand eine Autorenlesung mit Reinhard Deutsch zum Thema Vampire statt. Veranstalterin war die Stadt- und Schulmediothek der CBES. Schulleiterin Dr. Barbara Himmelsbach stellte den Autor Reinhard Deutsch (Mitautorin Christine Klell war verhindert) vor und drückte ihrer Freude darüber aus, das der Gast bei seiner bundesweiten Vorlesereise auch Zeit für die hiesige Schule gefunden hat.

Der aus Wien stammende Autor beschäftigt sich seit seiner Schulzeit mit Themen der Kulturgeschichte und ist besonders von dem Thema Vampire fasziniert. Er ging der Frage nach, wieso ein fast 150 Jahre alter Mythos noch heute jung und alt begeistert.

Mit den Worten «...kommen Sie ruhig näher, tagsüber beiße ich nicht« begann die schaurig-schöne Vorlesung. Der Beginn des Blutsauger-Mythos soll im 16. Jahrhundert gewesen sein. Vlad III Draculea war ein viel gefürchteter Fürst aus der Walachei in Rumänien. Sein Beiname »Draculea« erhielt er von seinem Vater, der Mitglied in einem Drachenorden war.

Was hinter dem Begriff
Draculea wirklich steckte

Draculea bedeutet eigentlich »Sohn des Drachen«. Dieser Beiname wurde oft als Sohn des Teufels übersetzt, da das rumänische Wort drac Teufel bedeutet (Quelle:Wikipedia). Graf Vlad war ein kämpferischer Widerständler gegen das Osmanische Reich und liebte, es seine Feinde zu pfählen und dabei sein Frühstück einzunehmen. So wurde er zum Fürst Dracula und die Geschichte nahm ihren Lauf.

Im 18. Jahrhundert gab es im Habsburger Reich das Gerücht, das Untote ihr Unwesen trieben und Kaiserin Maria Theresia schickte daraufhin eine Expedition von Militärärzten aus. 1897 erschuf der Ire Bram Stoker das berühmte Buch Graf Dracula; inspiriert hatte ihn Prinz Vlad III. Deutsch und Klell beschreiben eindrucksvoll in ihrem Buch das Betätigungsfeld der Blutsauger. Dies reicht von Film-, Musical- und Bühnengeschichten bis zur Kunst,Comic oder Literatur. Amüsant ist die Enzyklopädie, in der ausführlich Vampirgepflogenheiten beschrieben werden. So erfährt der Leser unter anderem, dass das Schneewittchen bei den Vampiren einer der ihren ist, der sieben schneeweiße Zähne hat, dass Blutverlust die häufigste Ursache von Depressionen sind,Rosen beliebt sind und dass Hämatome »ein Schnapsglas voller Blut« ist.

Melancholisch wurde es, als Deutsch die Ballade »Lenore« von Gottfried August Bürger gefühlvoll vortrug; darin geht es um Blasphemie, Geister und Untote. Noch heute soll der Mythos Graf Dracula in Rumänien weiterleben und erfreut die Tourismusbranche in den Karpaten, war doch dieses Thema zu Zeiten des Diktators Nicolae Ceausescu streng verboten.

Aktuelle Filmvampire werden
in dem Buch nicht ausgeklammert

Schlussendlich dankte Reinhard Deutsch allen für die geschenkte Aufmerksamkeit und die mit Vampirsymbolen dekorierte Bühne. Er übergab der Schulmediothek zur Erinnerung ein handsigniertes Exemplar.. Ilona Fuchs überreichte im Anschluss noch einen edlen (blutfreien!) Tropfen an den Autoren. Selbstverständlich findet sich in dem Buch auch genug Informationsmaterial über die aktuellen Filmvampire wie Edward aus Twilight und aus beliebten Fernsehserien.

Das Buch Dracula- Mythen und Wahrheiten ist im Styria premium Verlag erschienen und kostet 29,95. Euro

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