07. September 2009, 18:18 Uhr

Weitere Werbung für Streuobstwiesen-Bestände

Gießen/Linden (oa). Zu Besichtigung der Streuobstbestände und zur Beurteilung der Obst-Erntesituation in diesem Jahr trafen sich der Vorsitzende des Kreisverbandes für Obstbau, Rüdiger Baumgart, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Großen-Linden, Roland Schmandt, Horst Wagner vom Kreisverbandsvorstand, Dr. Thomas Nessel von der Justus-Liebig Universität, Dr. Hannelore Steul von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis, Klaus Döring, Vorsitzender des Regionalvereins Apfelwein- und Obstwiesenroute sowie der Pomologe Heinrich Sauerbier vom Warthof bei Grünberg gestern in Linden, wo Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz vorschlug, die Bürger bei der Pflege und Ernte von Streuobstflächen stärker einzubinden.
07. September 2009, 18:18 Uhr
Apfelmengen wie diese sind bei uns 2009 selten. (Archiv)

Gießen/Linden (oa). Zu Besichtigung der Streuobstbestände und zur Beurteilung der Obst-Erntesituation in diesem Jahr trafen sich der Vorsitzende des Kreisverbandes für Obstbau, Rüdiger Baumgart, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Großen-Linden, Roland Schmandt, Horst Wagner vom Kreisverbandsvorstand, Dr. Thomas Nessel von der Justus-Liebig Universität, Dr. Hannelore Steul von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis, Klaus Döring, Vorsitzender des Regionalvereins Apfelwein- und Obstwiesenroute sowie der Pomologe Heinrich Sauerbier vom Warthof bei Grünberg gestern in Linden, wo Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz vorschlug, die Bürger bei der Pflege und Ernte von Streuobstflächen stärker einzubinden. Die städtischen Streuobstbestände in seiner Stadt seien zu etwa 40 Prozent gepflegt, Ergänzungspflanzungen habe man vorgenommen worden. Leider sei ein Teil nicht angewachsen, andererseits hätten Unbekannte einzelne Bäume gestohlen.

Baumgart betonte, dass infolge der Alternanz - also des Ertragswechsels zwischen Folgejahren - nach einer überaus guten Ernte 2008 nun die Apfelernte schlecht bis mittelmäßig ausfalle. Es sei mit einem Ertrag von 20 bis 30 Prozent der Bestwerte zu rechnen. Dennoch reiche die an man-chen Standorten befriedigende Ernte aus, um einen guten Apfelsaft oder -wein zu machen. Bei den Zwetschen sei ein überaus hoher Behang zu verzeichnen, der an manchem älteren Baum Äste abbrechen oder sogar den gesamten Baum stürzen lasse. Meist eine Folge von Überalterung und mangelnder Pflege der Steinobstbestände.

Döring unterstrich, dass kein Obst an den Bäumen hängenbleiben solle. Wie im vergangenen Jahr werde die Evangelische Jugendwerkstatt jene Streuobstbestände ernten, deren Besitzer am Obst nicht interessiert sind. Der Erlös beim Verkauf komme der Arbeit der Jugendwerkstatt zugute. Streuobstbestände sind, laut Steul, ein Kulturgut, das in Liedern und Gedichten beschrieben werde - und das Lebensgemeinschaften der besonderen Art Heimat biete. Allen voran dem Steinkauz.

Eine Lösung beim Erhalt der Streuobstbestände wird in der Vergabe von Baumpatenschaften gesehen. Nessel betonte, bei der Vergabe von Patenschaften kombinierte Bestände auszuweisen, in denen ein Teil von einem Fachwart gepflegt werde, der dann den Paten bei Schnitt- und Erhaltungsmaßnahmen zur Seite stehen könne.

Der Fachwarte-Sprecher des Kreisverbandes, der die Exkursionsteilnehmer führte, zeigte die gepflegten und ungepflegten Streuobstbestände in Linden. Der Minderertrag in diesem Jahr biete die Chance, auf die Grundstückseigentümer zuzugehen und um Pflegemassnahmen zu werben. Die Obst- und Gartenbauverein vor Ort böten Schnittlehrgänge an, die an Samstagen stattfänden und daher auch von Beruftätigen besucht werden können.

Bei jungen Menschen sei ein Trend zum eigenen Apfel, zu Apfelsaft oder Apfelwein feststellbar. Beim Landkreis liege ein Antrag auf Förderung des Streuobstbestandes vor. Damit soll auf den Rückgang der Bestände hingewiesen werden. Für eine Förderung bei der Pflege sowie Nachpflanzungen wird der Kreisverband - mit Lenz’ Unterstützung - einen Antrag bei der Landesregierung einbringen.

Die Kelterei Will wird an einzelnen Terminen und Orten wieder Most gegen Gebühr pressen. Für Kleinmengen erfolgt ein geringer Aufschlag gegenüber 2008. Rückvergütung der »Bag in Box«-Kartonagen: 60 Cent bei den Fünf-LiterBehältern, 80 Cent bei den »Zehnern«.

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