17. April 2009, 17:34 Uhr

Nie mehr Parkgroschen suchen müssen

Linden - Wer Dr. Ulrich Lenz kennt, der war nicht überrascht, dass dieser am Donnerstag dieser Woche seinen 65. Geburtstag in Bodenmais im Hotel Bergknappenhof feierte und dass dazu gut 35 Weggefährten, Freunde und Bekannte aus Linden und Umgebung gern mit dabei waren. Ist ihm doch Bodenmais zur zweiten Heimat geworden, allein schon durch das Aktivzentrum am Bretterschachten, denn Lenz ist passionierter Skilangläufer.
17. April 2009, 17:34 Uhr
Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen: Dr. Ulrich Lenz mit seinem Bodenmaiser Weggefährten Willy Andres (links) und Hans Westermeier (»Paulaner«, München) unlängst beim »Salvator«-Starkbierfest in Franzl’s Grill- und Weinstuben in Bodenmais. (Foto: pm)

Deutschlands jüngster Bürgermeister, der erst 24-jährige Sozialdemokrat Michael Adam aus Bodenmais, gratulierte dem dienstältesten Rathauschef des Landkreises Gießen, dem Christdemokraten Dr. Ulrich Lenz aus Linden, am Donnerstag zum 65. Geburtstag. Das hat was. Vor gut einem Jahr war es, dass im Haus der Familie Adam die Telefone nicht mehr stillstanden - nach Einschätzung journalistischer Kommentatoren aber weniger wegen seines Alters, sondern wegen der ersten öffentlichen Feststellung nach der gerade gewonnenen Wahl: »Ich bin alles, was man in Bodenmais nicht sein darf: jung, evangelisch und offen schwul.« Mit 56 Prozent der Stimmen hatte er CSU-Amtsinhaber Fritz Wühr im März 2008 vom Thron gestoßen. Im Herbst kandidiert er für den Bundestag - ohne Chance auf das Direktmandat. Sein Ziel: mittelfristig über die Landesliste der SPD den Sprung nach Berlin schaffen. (no)

Linden - Wer Dr. Ulrich Lenz kennt, der war nicht überrascht, dass dieser am Donnerstag dieser Woche seinen 65. Geburtstag in Bodenmais im Hotel Bergknappenhof feierte und dass dazu gut 35 Weggefährten, Freunde und Bekannte aus Linden und Umgebung gern mit dabei waren. Ist ihm doch Bodenmais zur zweiten Heimat geworden, allein schon durch das Aktivzentrum am Bretterschachten, denn Lenz ist passionierter Skilangläufer.

Aus diesem Grund war er vor Jahrzehnten das erste Mal in das damalige Hotel Steigenberger in den Kurort unterm Silberberg gekommen. Lenz hatte damals in Amberg in der Oberpfalz ein Praktikum absolviert und nach einem schneesicheren Langlaufgebiet in der Nähe gesucht, ein solches mit dem Bretterschachten gefunden - und Bodenmais hat ihn seither nicht mehr losgelassen. »Ein Traum, dass man jetzt oben noch Langlauf machen kann, obwohl unten im Ort schon die Sonne Wärme verbreitet«, meinte er in dieser Woche.

Darum bekam er von Bürgermeister Michael Adam das einzig sinnvolle Geschenk vom Markt Bodenmais zum 65. Geburtstag überreicht: einen »Ehren-Freiparkschein auf Lebenszeit« am Aktivzentrum, damit er weiter seiner Lieblings-Freizeitbeschäftigung nachgehen kann, ohne sich um Parkgroschen kümmern zu müssen.

Lenz freute sich sehr darüber, denn damit sei ihm durch den Markt Bodenmais erneut Wertschätzung zuteil geworden, wie zuvor bereits durch Besuche von Bodenmaiser Delegationen bei unterschiedlichsten Anlässen in Linden.

1986 zur Einweihung des neuen Rathauses war Bürgermeister Siegfried Weikl (†) in Linden dabei. Mangels Fahnenmasten, so erinnerte man sich, sei die bayerische Flagge kurzerhand von einem Kran hochgezogen worden. Als Geschenk überbrachte man Weißbiergläser aus Bodenmais. Da aber damals kaum ein Lindener Weißbier gekannt habe, sei eben Pils aus den großen Gläsern getrunken worden. »Was allerdings einigen nicht gut bekam«, wie der langjährige 2. Bürgermeister und jetzige Gemeinderat Willy Andres erzählte. Er war erst kürzlich zusammen mit seiner Frau Maria bei einem Fest in Linden dabei, und Inge Schimmel vom Magistrat habe aus diesem Anlass Prospekte von Bodenmais verteilt. Andres verbindet seit den 1980iger Jahren eine tiefe Freundschaft mit Lenz. Er wusste am Rand der Geburtstagsfeier im Bergknappenhof auch zu berichten, »dass im Magistrat stets eine Flasche Bärwurz ihren angestammten Platz hat, um die Mitarbeiter bei eventuell ganz akut auftretenden Kopf-, Zahn- oder anderen Schmerzen davon zu befreien«.

Zur 1200-Jahr-Feier der Stadt Linden waren gleich zwei Kapellen nach Hessen gereist; die Knappschaftskapelle und die Rißbachtaler Blaskapelle. Willy Andres, Alois Schweikl und Johann Sturm hatten als »Goaßlschnoizer« lautstark die bayerischen Geißeln in Linden erklingen lassen. Andres konstatierte, durch die wechselseitige Freundschaft hätten Linden und Bodenmais ihre jeweilige Fortentwicklung begleitet. Bürgermeister und Bürgerschaft würden diese Freundschaft weiterhin pflegen.

Lenz nimmt regen Anteil an den Geschehnissen in Bodenmais, führte am Geburtstagsabend angeregte Gespräche mit dem jungen Bürgermeister Michael Adam, von dessen effizienter Arbeit er angetan ist. Zudem mit dem Bürgermeisterkollegen Frank Lange aus Machern in Sachsen, der - ähnlich wie Bodenmais - mit einem riesigen Schuldenberg zu kämpfen hat.

Viele Gäste seien durch Lenz schon nach Bodenmais gereist: Magistratsmitarbeiter, Lindener Senioren, Kreispolitiker, CDU-Fraktion und Freie Wähler, die Bürgermeister aus dem Landkreis. Er selbst aber, der gebürtige Harbacher, am allermeisten: mindestens 130 Male.

Warum er seinen 65. Geburtstag in Bodenmais feiern wollte, wurde er oft gefragt an diesem Abend. Lenz hatte gleich die Antwort parat: »Meinen letzten Geburtstag habe ich mit fünf Köchen aus Bodenmais in Linden gefeiert. Und da ich hier eben viele Freunde habe, wollte ich für sie den Weg abkürzen und feiere diesmal in Bodenmais.« Gefragt, was seine Beliebtheit bei der Bevölkerung ausmacht, meinte der Lindener Bürgermeister: »Man muss Freude am Leben und am Beruf haben. Und ich bin stolz auf Linden, seine Bürger und meine 100 bis 120 Mitarbeiter, die alle konstruktiv zusammenarbeiten und so Linden zu etwas gemacht haben.«

Stets halte er gute Kontakte zu seinen Bürgern, sagten einzelne Freunde, gehe geradlinig seinen Weg, scheue sich nicht, die Wahrheiten zu sagen - und habe die Stadt in nahezu 32 Jahren zu dem gemacht, was sie heute sei.

Nach dem Buffet aus der Hotelküche des Bergknappenhofs machte Lenz unter all seinen Geburtstagsgästen die Runde.

Willy Andres stellte den Hessen als Mann der Tat vor, als »Macher«, der es auch in wirtschaftlichen schweren Zeiten verstanden habe, Linden fast schuldenfrei zu bekommen. Gleichwohl habe er mit den parlamentarischen Gremien und der Unterstützung seiner Mitarbeiter »eine respektable Infrastruktur geschaffen, die ihresgleichen sucht. Er hat die Stadtteile Großen-Linden und Leihgestern zu einer Einheit zusammengeführt und dort in der Mitte zwischen beiden Orten ein Stadtzentrum mit Rathaus, Seniorenzentren, Einkaufsmöglichkeiten, Kindergarten und Kunstrasenplatz geschaffen«.

Familie Schweikl vom Hotel Bergknappenhof überraschte das Geburtstagskind mit einem Gutschein »Freiaufenthalt für die 1001-Nacht-Suite«. Marianne Lauerer und Architekt Helmut Popp überreichten mit einem launigen Gedicht »Mittel für mancherlei Beschwerden«, die das Alter mit sich bringen könnte. Vom Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr, Dewes, erhielt Lenz den Kölner Dom als Orden angesteckt.

Da für Lenz Bodenmais zur zweiten Heimat geworden ist, wurde am Rande der Feier spekuliert, ob er nicht nach seiner nunmehr letzten, im 2013 endenden Amtsperiode dort seinen ständigen Wohnsitz nimmt, vor allem der Schneesicherheit am Aktivzentrum Bretterschachten wegen. Ein ganz wichtiger Aspekt.

Katharina Hartl, Bodenmais

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