02. März 2010, 19:04 Uhr

Musik und Texte zum »Vaterunser« in Linden vorgetragen

Linden (gbp). Vater unser, Our Father, Notre Père, Pater noster, Padre nostro, Ojce nasz... in vielen Sprachen wird das Vaterunser - die »Kurzfassung« des christlichen Glaubens - gebetet und verbindet Christen weltweit.
02. März 2010, 19:04 Uhr
Regionalkantor Ralf Stiewe an der Orgel in Linden. (Foto: gbp)

Linden (gbp). Vater unser, Our Father, Notre Père, Pater noster, Padre nostro, Ojce nasz... in vielen Sprachen wird das Vaterunser - die »Kurzfassung« des christlichen Glaubens - gebetet und verbindet Christen weltweit. Diesem Gebet, das immer wieder Maler, Dichter und Musiker zu Kunstwerken inspiriert hat, war eine Soiree unter dem Titel »Ich bin da« mit Musik und Texten zum Vaterunser in der katholischen Kirche Christkönig in Großen-Linden gewidmet. An der Orgel spielte der Regionalkantor des Dekanats Gießen und Alsfeld, Ralf Stiewe.

Eingeladen hatte die katholische Erwachsenenbildung (KEB) Linden, die ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Auf dieses Jubiläum verwies einleitend Pfarrer Mariusz Drwal und dankte dem Leiter Anton Schmidt, Veronika Rau und Ludger Grünhage, die auch die Texte zur Soiree lasen, für ihr ehrenamtliches Engagement. Bei der Planung für die Soiree habe er den Organisten und Kirchenchorleiter der Gemeinde, Karl Heinz Krella, gefragt, ob es denkbar wäre, Ralf Stiewe hierzu anzufragen, erzählte KEB-Leiter Anton Schmidt. Krella habe geantwortet: »Sie könnten keinen Besseren bekommen.«

In der Tat bescherte das virtuose Orgelspiel des Regionalkantors den Zuhörern ein überaus intensives Musikerlebnis, das mit den Texten zu einem harmonischen Ganzen verschmolz und eine ganz besondere, meditative Stimmung schaffte inmitten des Sturms, der um die Christkönigkirche am Sonntag brauste. Die Auswahl der Orgelstücke vermittelte, als chronologische Reise durch die Jahrhunderte, musikalische Interpretationen von Komponisten verschiedener Epochen. Zu dem Choral »Vater unser im Himmelreich« erklangen Choralvorspiele von Dietrich Buxtehude (1637-1707) und Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Choral, Andante Sostenuto und Allegro sowie Fuga und Finale aus der Sonata VI d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847).

Von Maurice Duruflé (1902-1986) spielte Stiewe »Notre Père«. Ein interessanter Hörgenuss war die Improvisation über die liturgische Melodie des »Vater unser«/»Pater noster«, eine Eigenkomposition des 1970 geborenen Ralf Stiewe. Zwischen den Musikstücken lasen Anton Schmidt, Veronika Rau und Ludger Grünhage Texte mit Bezug zum Vaterunser von Caroline Walker, Kurt Marti, dem ehemaligen Erzbischof von Conarky/Guinea Raymond-Maria Tchidimbo und Karl Rahner sowie »Die Berufung des Moses« aus dem Alten Testament.

Nach der Lesung aus dem Lukasevangelium, wo Jesus auf die Bitte seiner Jünger (»Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte«) das bekannteste Gebet des Christentums lehrt, schloss die Soiree mit dem gemeinsamen Vaterunser in mehreren Sprachen. Trotz des unwirtlichen, stürmischen Wetters hatten etwa 60 Besucher den Weg zur Christkönigkirche gefunden und spendeten beim Ausgang insgesamt 375 Euro, die Misereor für Projekte in Haiti zufließen.

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