06. August 2009, 18:20 Uhr

In 30 Jahren 1900 Teilnehmer

Linden (gbp). Rund 1900 Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen 30 Jahren am Edersee-Zeltlager teilgenommen, das die TSG Leihgestern traditionell in der ersten Woche der Sommerferien veranstaltet.
06. August 2009, 18:20 Uhr
Fotorückblick: Kinder und Betreuer beim Kartoffelschälen bei der Ederseefreizeit, die 1999 stattfand. (Foto: pm)

Linden (gbp). Rund 1900 Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen 30 Jahren am Edersee-Zeltlager teilgenommen, das die TSG Leihgestern traditionell in der ersten Woche der Sommerferien veranstaltet. Insgesamt etwa 80 Betreuerinnen und Betreuer haben 99 Turniere und 30 Ausflüge organisiert und sind rund 300 Kilometer mit den Kindern und Jugendlichen gewandert.

In diesem Jahr jährte sich die Ederseefreizeit zum 30. Mal; 98 Kinder und 20 Betreuer und Betreuerinnen waren in der ersten Ferienwoche im Sport- Natur- und Erlebniscamp der Hessischen Sportjugend in Vöhl-Harbshausen am Edersee und hatten wieder viel Spaß bei dem Freizeitaufenthalt. Am Sonntag nach der Ankunft hatte Organisator Klaus-Georg Leun den TSG-Vorstand zu einer Besichtigung und einem spannenden Rückblick auf 30 Jahre Ederseefreizeit eingeladen. Auch Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz war aus Linden angereist. Einen Besuch stattete auch der ehemalige Bürgermeister der Ederseegemeinde Vöhl-Harbshausen ab.

Die Leihgesternerin Erika Arnold, langjährige Köchin bei den Ederseefreizeiten, hatte eine große »Edersee-Geburtstagstorte« gebacken, die TSG-Vorsitzender Daniel Schauss an Leun überreichte. Ist das 2006/2007 eingeweihte neue Camp heute eine moderne Sport- und Freizeitanlage, bestand es in den Anfangszeiten - das Zeltlager feierte im Mai sein 50-jähriges Bestehen - aus nicht viel mehr als einigen Zelten am Wegrand im bewaldeten Hügelgelände. Mit Beginn der Sommerferien 1979 fand das erste Sommercamp der TSG Leihgestern im Zeltlager der Sportjugend statt. Die Idee, eine solche Freizeit durchzuführen, entstand durch die Mitgliedschaft von Klaus Jürgen Tolksdorf in der TSG als Handballspieler und Trainer und seiner gleichzeitigen Zeltlagerverantwortlichkeit für die Sportjugend Hessen.

Zentrales Anliegen der Verantwortlichen der TSG war, die jungen Vereinsmitglieder zwischen acht bis 18 Jahren aus allen Abteilungen zusammenzubringen und dabei die Älteren der Kinder und Jungend- lichen in die Mitverantwortung für die Jüngeren einzubeziehen. Den großen ehrenamtlichen Einsatz der Betreuungspersonen würdigte Klaus-Georg Leun in seinem Rückblick. Viele von ihnen sind zehn-, fünfzehnmal und öfter mit dabei gewesen - vor allen Rolf Heußner, der mit der diesjährigen Fahrt zum 22. Mal als Betreuer mitgefahren ist und traditionell bei der Nachtwanderung das »Wildschwein« mimt, und Jörg Hübner, der 19-mal Edersee-Betreuer und mehrere Jahre als Organisator für die Freizeit verantwortlich war.

In früheren Jahren gab es keine Leitung des Zeltlagers und keinen Koch, alle waren gefordert und beteiligt am Kochen, Einkauf, Reinigung, der Organisation von Sport, Freizeitprogramm, Ausflügen und Unternehmungen. Sehr interessant ist eine Liste des Küchenverbrauchs, die Leun in seiner Präsentation zeigte: So wurden in einer Woche unter anderem 230 Liter Orangensaft, 1100 Brötchen, 58 Kilo Wurst, 180 Hamburger, 20 Salatköpfe, 78 Kilo Äpfel und 48 Rollen Toilettenpapier verbraucht, zudem 700 Dosen Cola und Fanta zum Selbstkostenpreis am Kiosk verbraucht.

Eindrucksvoll auch die Telefonkontakte zu den Eltern der Ferienkinder: Der Rekord lag bei 700 Telefoneinheiten, was rund sechs Gesprächsstunden entspricht - eingehende Gespräche nahmen sogar das dreifache an Zeit, 18 Stunden, in Anspruch.

Etwa ein Zentner Kartoffeln mussten geschält werden, wie zu »Omas Zeiten«, es wurden die Geschirrhandtücher in einem großen Topf ausgekocht und zum Trocken auf eine Leine gehängt. Heute gibt es eine moderne Küche mit Personal für die Verpflegung; die so gewonnene Zeit setzen die Betreuer in neue Aktivitäten für die Teilnehmer um. Dass Improvisation und Lagerromantik der Professionalität gewichen sind, mögen manche bedauern - doch das Sport-, Natur- und Erlebniscamp bietet heute zahlreiche Möglichkeiten: Sport- und Beachvolleyballplatz für die zahlreichen Turniere, ein Niedrigseilparcours, Balancierscheiben, ein Kletternetz, das über einen Hang gespannt ist und weitere erlebnispädagogische Spielmöglichkeiten, um Geschicklichkeit, Ausdauer, Koordination, Teamgeist und Schnelligkeit der Teilnehmer zu fördern.

Eine Indoor-Kletterwand und eine zusätzliche Kletterwand im Wald sind weitere attraktive Sportgerä- te des Camps, bei denen motorisches Handeln, Teamfähigkeit und Vertrauen in den anderen spielerisch geschult werden. Und neben den vielen traditionellen sportlichen Aktivitäten wie Handball, Fußball, Schwimmen, Beachvolleyball, Tischtennis und Paddeln mit den beiden vereinseigenen Boote hat sich eins in den 30 Jahren nicht geändert: Der ganz besondere gute Geist, der in dem Zeltlager herrscht und liebevoll »Ede vom See« genannt wird.

Bettina Seidel-Schmitt, die in diesem Jahr zum sechsten Mal als Betreuerin dabei war, fasst in Worte, was die Ederseefreizeit für die Teilnehmer so unvergesslich macht: »Wir sind zutiefst überzeugt von der Eindrücklichkeit, der prägenden Kraft, der Aufregung und der Freude, die mit einer Jugendfreizeit in der Kindheit verbunden ist.«

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