13. Dezember 2010, 19:06 Uhr

»Böhmische Hirtenmesse« in Leihgestern

Linden (gbp). Die Weihnachtsgeschichte aus Sicht der Hirten, denen die Geburt Jesu verkündet wird, und die aufbrechen, dem Christuskind ein Ständchen zu bringen: Lang anhaltenden, begeisterten Applaus erntete die Aufführung der »Böhmischen Hirtenmesse« des tschechischen Komponisten Jakub Jan Ryba (1765-1815) am Sonntag in der vollbesetzten evangelischen Kirche in Leihgestern.
13. Dezember 2010, 19:06 Uhr
Unter den Solisten waren beim Konzert in der evangelischen Kirche in Leihgestern auch Lothar Rinker und Dr. Heinz-Lothar Worm. (Foto: gbp)

Linden (gbp). Die Weihnachtsgeschichte aus Sicht der Hirten, denen die Geburt Jesu verkündet wird, und die aufbrechen, dem Christuskind ein Ständchen zu bringen: Lang anhaltenden, begeisterten Applaus erntete die Aufführung der »Böhmischen Hirtenmesse« des tschechischen Komponisten Jakub Jan Ryba (1765-1815) am Sonntag in der vollbesetzten evangelischen Kirche in Leihgestern. Unter Leitung von Andreas Ziegler ließ der evangelische Kirchenchor Leihgestern mit Solisten aus den eigenen Reihen und begleitet von einem Kammerorchester die musikalische Andacht zum dritten Advent mit dem volkstümlichen Hirtenspiel zu einem ganz besonderen vorweihnachtlichen Erlebnis werden.

Eingebettet in ein von Christoph Scholz gespieltes Trompetensolo von John Stanley und Georg Friedrich Händels »Tochter Zion« von Chor und Orchester zu Beginn der Andacht sowie Thomas Tallis Kanon »O Herr mein Gott, jetzt vor der Nacht« als hymnischer Schlussgesang, fügten sich die Lesungen von Pfarrerin Susanne Weide und die sorgsam ausgewählten Gemeindelieder, begleitet von Arne Worm an der Orgel, mit großer Leichtigkeit ein in das entzückend natürliche Hirtenspiel.

Hierzulande eher unbekannt, gilt Rybas Hirtenmesse in Böhmen als die Weihnachtsmesse schlechthin, ein wichtiges Symbol der tschechischen Weihnacht mit einem Stellenwert, der sich mit Bachs Weihnachtsoratorium in Deutschland vergleichen lässt.

Ryba, ein Zeitgenosse und Bewunderer Mozarts, schuf die »Böhmische Hirtenmesse« im Alter von 31 Jahren auf der Grundlage eigener Texte. In der äußeren Form einer Messe nimmt sie die Tradition des Pastoralspiels auf. In acht Teilen - Kyrie, Gloria, Graduale, Offertorium, Sanctus, Benedictus, Agnus Dei und Schlusschor »Alle Völker dieser Welt« - begleitet sie die Hirten, geweckt von Engeln mit der Verkündigung von der Geburt Jesu, nach Bethlehem.

Wie geschaffen für einen Laienchor scheint die Hirtenmesse, handelt sie doch von einfachen Menschen, die sich aus den Dörfern zusammenfinden, um für das Jesuskind zu spielen und zu singen.

Die »Böhmische Hirtenmesse« ist geprägt von natürlicher Schlichtheit und Optimismus, die volkstümliche Musik ist heiter, liebenswürdig und lebendig, die Sprache einfach und verständlich. Dass die Solisten aus den eigenen Reihen des Kirchenchors stammen, verlieh der Aufführung in der Leihgesterner Kirche einen ganz besonderen Reiz und große Authentizität - ein ganz großes Kompliment an Heike Damm, Heye Christiansen, Horst Damm, Erhard Jäger, den Kirchenchorvorsitzenden Lothar Rinker, Walter Utschig und Dr. Heinz-Lothar Worm für diese Leistung. Dies gilt auch für den gesamten Chor und das Kammerorchester, die mit spürbarer Begeisterung hervorragend sangen und spielten. Und nicht zuletzt für den musikalischen Leiter Andreas Ziegler, der alle Noten für seine Interpreten umgeschrieben hat und Sänger und Instrumentalisten in intensiver Probenarbeit zu dieser beeindruckenden Leistung geführt hat. Alle Beteiligten können auf die Aufführung ebenso stolz sein, wie auch die Hirten aus der Messe, die an der Krippe singen: »Wunderschön war unser Spiel«.

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