23. November 2008, 19:18 Uhr

Angebot der Vorsorge-Untersuchung wird zu wenig genutzt

Linden (gd). Über »Moderne Diabetes-Therapie« sprach dieser Tage der Grünberger Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Christian Becker im voll besetzten Saal des Gasthauses »Zum Löwen« (beim Philipp) in einer Veranstaltung der Landsenioren-Vereinigung Gießen/Wetzlar/Dill.
23. November 2008, 19:18 Uhr

Linden (gd). Über »Moderne Diabetes-Therapie« sprach dieser Tage der Grünberger Facharzt für Allgemeinmedizin Dr. Christian Becker im voll besetzten Saal des Gasthauses »Zum Löwen« (beim Philipp) in einer Veranstaltung der Landsenioren-Vereinigung Gießen/Wetzlar/Dill. Organisiert hatte diesen Vortrag Vereinsgeschäftsführerin Gertrud Köhler (Lich-Langsdorf), die auch Landsenioren-Präsidentin von Hessen ist. Einleitende Worte und Diskussionsleitung oblagen dem Vorsitzenden Karl Schmidt (Buseck-Großen-Buseck).

Dr. Becker bezeichnete Diabetes als »Volkskrankheit«. Allein in Deutschland gebe es sechs Millionen Diabetiker (etwa acht Prozent der gesamten Bevölkerung); weltweit seien 230 Millionen Menschen von Diabetes-Typ II (Altersdiabetes) befallen. Allerdings litten in wachsendem Maße auch Kinder und Jugendliche unter »Altersdiabetes«, früher seien einige von diesen vom Typ I heimgesucht worden.

Bis zum Jahr 2025 rechne man in Deutschland mit 15 bis 20 Prozent Diabetikern. In Afrika und Asien erwarte man bis dahin sogar 60 Prozent der Bevölkerung als Diabetiker. Als ursächlichfür diese horrende Zunahme hie wie da nannte der Facharzt verbesserte medizintechnische Untersuchungsmethoden, Übergewicht (falsche Ernährung) und Bewegungsmangel sowie die allgemein steigende Lebenserwartung der Menschen. Diese Stoffwechselerkrankung habe es bereits in der Antike gegeben. Aber erst 1869 sei die Funktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), die Bildung von Insulin zur Verdauung von Zuckerstoffen und ähnlichem entdeckt worden. Das Insulin selbst sei erst 1921 entdeckt worden, erklärte Dr. Becker weiter. 1925 sei die Herstellung von Insulin gelungen, bis dahin sei die »Zuckerkrankheit« (Diabetes) tödlich verlaufen. Sogenannte »Diabetiker-Produkte« und eine »Diabetiker-Ernährung« brauche man nicht: sie enthielten Stoffe, die nicht vorteilhaft seien, räumte der Redner mit einem Vorurteilauf. Unbehandelter Diabetes - vielfach weil unerkannt - könne zu Blindheit, nicht heilenden Wunden und Amputationen, Nierenversagen oder Herzinfarkt führen, warnte Dr. Becker. Dreiviertel aller Dialysen (Blutwäsche) seien diabetesbedingt.

Durch den Diabetes entstünden hohe Kosten im Gesundheitswesen zu Lasten der Versichertengemeinschaft, weshalb die Wahrnehmung der von den Krankenversicherungen angebotenen Vorsorge-Untersuchungen eminent wichtig seien, um letztlich eine möglichst frühe Erkennung der Krankheit und damit weniger kostspielige Behandlung und Dauerschädigung des Patienten zu erreichen. Aber nur etwa 60 bis70 Prozent der Frauen und sogar nur winzige zwölf Prozent der Männer gingen zu Vorsorge-Untersuchungen. Die Therapie erfordere auch die Mitarbeit des Patienten hinsichtlich richtiger, maßvoller Ernährung und vieler Bewegung. Die Zuhörer dankten mit lang anhaltendem Beifall.

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