04. Mai 2012, 16:08 Uhr

»Traumstern«-BI ist am Ziel und will doch weiter machen

Lich (us). Nur einen Monat nach ihrer Gründung hat die Bürgerinitiative »Rettet das Traumstern« ihr Ziel erreicht. Die Zukunft des Kinos ist gesichert, ein neuer Pachtvertrag unter Dach und Fach. »Ohne unsere Öffentlichkeitsarbeit wäre diese Einigung nicht möglich gewesen«, meinte BI-Sprecher Frank Müller im Bürgerhaus.
04. Mai 2012, 16:08 Uhr
Das »Traumstern« zählt zu den besten deutschen Kinos.

Und Applaus brandete auf, als Rainer Roska das Ergebnis der Unterschriftenaktion verlas: 8910 Personen haben den Appell der BI unterzeichnet. Ist die Arbeit damit getan? Die überwiegende Meinung am Donnerstag lautete: Nein. Man will weitermachen und die Gründung einer Genossenschaft begleiten, die den Kinobetrieb langfristig sicher soll.

Die Kinobetreiber Hans Gsänger und Edgar Langer, die sich für die »Wahnsinns-Unterstützung« und die vielen persönlichen Hilfen bedankten, rechnen damit, dass die vor acht Monaten abgerissene Gaststätten-Küche bis zum Spätsommer wieder in Betrieb genommen werden könne. »Erste Arbeiter wurden gesichtet«, verkündete Langer das Ende des mehrmonatigen Baustopps. Ein ausdrücklicher Dank auch der BI ging an Mediator Karl Starzacher, der zwischen Kinobetreibern und Brauerei vermittelt hatte.

Über die Einzelheiten des neuen Pachtvertrags wurde mit der Brauerei Stillschweigen vereinbart. Die Gründung einer Genossenschaft, die die Immobilie übernehmen könnte, sei aber ausdrücklich als Option besprochen worden.«

»Der Moment ist günstig, wir sollten das jetzt voran treiben«, sagte Langer. Genaueres steht noch nicht fest. Es gibt eine kleine Gruppe von sachverständigen Leuten, die jetzt die Möglichkeiten auslotet. Zurzeit ist alles noch offen. Übernimmt die Genossenschaft nur die Gebäude oder auch das Grundstück? Wird auch der Kinobetrieb Teil der Genossenschaft? Was ist mit künstLich und dem »Theater Traumstern«? Hans Gsänger hält vor allem einen Aspekt für wichtig: »Das Interesse der Genossenschaft sollte der Kulturstandort sein«.

Wichtig war den Mitgliedern der Bürgerinitiative, dass sie weiter auf dem Laufenden gehalten werden. Als Forum soll die Website »rette-das-kino-traumstern-lich« dienen. Darüber hinaus kam der Hinweise, dass die zu gründende Genossenschaft auch wirtschaftlich arbeiten können müsse. Frank Müller wiederholte in diesem Zusammenhang seinen Appell an die Brauerei, den Kinokomplex für einen symbolischen Preis von einem Euro abzugeben – eine Forderung, die allerdings nicht von allen geteilt und als hilfreich empfunden wurde. Auch an »die Politik« erging der Aufruf, einen finanziellen Beitrag zu leisten, denn Bildung und Kultur gehörten zur Daseinsvorsorge.

Erwartungen an die Politik?

Überhaupt, die Politik. Wie schon in einer Pressemitteilung kritisierte Frank Müller auch am Donnerstag die mangelnde Resonanz von Politikern aus Stadt, Kreis und Land auf die Bitte der BI um Unterstützung. Auf ein Schreiben vom 17. August habe man keine einzige Antwort enthalten. »Beschämend«, lautete ein Urteil aus der Versammlung. Andere hielten den Punkt für überbewertet. »Man gründet doch gerade Genossenschaften, weil man sich nicht auf die Politik verlassen will. « Die Licher Stadtverordnete Ulla Limberger und Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl (beide Grüne) hielten die Diskussion für verfrüht. Wenn es denn erst einmal ein Konzept für eine Genossenschaft gebe, könne man es in Stadtparlament und Kreistag tragen.

Bereits am Donnerstag Nachmittag hatte sich der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel zur Kritik von BI-Sprecher Frank Müller geäußert und in einem Brief darauf hingewiesen, dass Landrätin Schneider, Bürgermeister Klein und er selbst in den letzten Wochen eine Vielzahl von Aktivitäten entwickelt hätten, um das Kino Traumstern zu sichern. So habe man auf Vorschlag aus der Licher Kulturszene in vielen Gesprächen mit allen Betroffenen »die Bereitschaft zur Mediation hergestellt und anschließend den Prozess durch Stillschweigen abgesichert«.

Vor Beginn der Versammlung servierte das Restaurant »Savanne« afrikanische Spezialitäten, danach präsentierte das »Theater Traumstern« Ausschnitte aus seinem neuen Musical »Hair«, das im August Premiere haben wird. »Ohne Kino Traumstern auch kein Theater Traumstern«, bemerkte Regisseur Daniel Komma. Zur Einstimmung auf das Genossenschaftsthema wurde der Film »Coopville ist überall« von Charly Weller gezeigt.

BI will weiter für Sicherung des Kinos Traumstern arbeiten »Traumstern« und Brauerei unterzeichnen Pachtvertrag Kino »Traumstern« könnte Genossenschaft werden BI: Für Traumstern-Zukunft zurück an den Verhandlungstisch »Traumstern«-Unterstützer rufen nach der Politik Licher Brauerei wartet auf ein »Traumstern«-Signal »Rettet das Traumstern!«: Genossenschaft und BI geplant »Traumstern«: Alle hoffen auf gütliche Einigung Kino »Traumstern« in seiner Existenz bedroht

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