03. Oktober 2010, 18:28 Uhr

Oberhessischer Künstlerbund stellt in Arnsburg aus

Lich (mlu). »Der Freundeskreis Kloster Arnsburg bemüht sich nicht nur um die Instandhaltung der Gemäuer, er will sie auch mit Leben füllen.« In der Vernissage der traditionellen Jahresausstellung des Oberhessischen Künstlerbundes (OKB) in Kloster Arnsburg fanden die begrüßenden Worte von Ernst Klingelhöfer, dem Vorsitzenden des Freundeskreises, am Samstagnachmittag ihre schöne Erfüllung.
03. Oktober 2010, 18:28 Uhr

Lich (mlu). »Der Freundeskreis Kloster Arnsburg bemüht sich nicht nur um die Instandhaltung der Gemäuer, er will sie auch mit Leben füllen.« In der Vernissage der traditionellen Jahresausstellung des Oberhessischen Künstlerbundes (OKB) in Kloster Arnsburg fanden die begrüßenden Worte von Ernst Klingelhöfer, dem Vorsitzenden des Freundeskreises, am Samstagnachmittag ihre schöne Erfüllung.

Der Vorsitzende des OKB, Dieter Hoffmeister, begrüßte als neues Mitglied der Künstlervereinigung Maggie Thieme, deren performative Kunst das Spektrum der Gruppe um einen bisher ausgelassenen Aspekt bereichere. Gemäß der historischen Umstände seiner Gründung versteht sich der OKB nicht als stilbildende Schule, sondern als pluralistische Vereinigung. Dementsprechend vielseitig sind die Exponate, die bis zum 17. Oktober im Dormitorium besichtigt bzw. erfahren werden können.

Dass Kunstbetrachtung ein konstruktiver Schaffensakt ist, stellte Dr. Susanne Ließegang in ihren einführenden Worten heraus. »Er war tung« verheißt ein mit Papierrosetten auf grün-rot-gelben Untergrund hergestellter Schriftzug von Thieme an der Stirnseite der Ausstellung, eine Erwartung, die es »suchend« zu füllen gilt. »Vergleichen sie einmal die Arbeiten von Anne Held mit jenen von Maggie Thieme, Dieter Hoffmeister mit Christel Dütge oder Karl-Heinz Till mit Renate Donecker«, empfahl die Kunsthistorikerin, um im Hinblick auf Materialeigenschaften und deren Effekte die Werke in einen spannungsreichen Dialog zu setzen. Ein Dialog freilich, der von den rund 60 Besuchern herzustellen war. Anlass zu kunstbeflissenen Gesprächen gab eine Vielzahl von Techniken, Stilen und Motiven: hermetische Plastiken sowie raumgreifende Skulpturen, Scanner-Arbeiten, Öl auf Foto, lavierte Federzeichnungen, Installationen, Pflanzendrucke und Collagen sowie Gemälde in Acryl und Aquarell. Ihre Einführung hielt Ließegang vor einer »interaktiven Installation« von Maggie Thieme, eine Stellwand, an der altmodische, an Familienfeste erinnernde Teller hingen, die mit den Affekten der aristotelischen Lehre bezeichnet waren. Zur Überraschung aller Besucher vollendete Ließegang das Werk mit dem Titel »Polterabend mit Aristoteles«, indem sie einen der Teller spontan und herausfordernd auf den Boden warf, wo er geräuschvoll in Scherben ging. Was ist Kunst? Worauf nimmt sie Bezug? Wie tut sie das und was tut sie mit uns, wenn wir sie auf uns wirken lassen? Der irritierende Knalleffekt stellte solche Fragen in den Raum - zur Neugierde erweckt begab man sich auf die Suche nach stimmigen Antworten.

8 Weitere Informationen zu den Künstlern und ihren Werken unter: <%LINK auto="true" href="http://www.okb-giessen.de" text="www.okb-giessen.de" class="more"%>



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