24. Februar 2010, 16:24 Uhr

Neue Ausstellung im VHS-Haus in Lich

Lich (us). Fotos von Ralf Siebert und Objekte von Geka Nette sind vom 25. Februar bis zum 10. April im VHS-Haus in Lich zu sehen.
24. Februar 2010, 16:24 Uhr
»Über Leben - Balance« heißt die Ausstellung, die von Donnerstag an im VHS-Haus in Lich zu sehen ist. Gezeigt werden Fotos von Ralf Siebert und Objekte von Geka Nette (rechts). Pfarrer Apel (links) und Landrätin Schneider werden bei der (verspäteten) Vernissage am 13. März sprechen. (Foto: us)

Das Leben ist ein ständiges Auf und Ab. Wie gehen Menschen mit den Brüchen in ihrer Biographie um? Brauchen sie Balance? Und wie finden sie sie? Mit diesen Fragen haben sich die Künstlerin Geka Nette und der Fotograf Ralf Siebert seit vielen Jahren ganz unabhängig voneinander beschäftigt. Nun hat sie Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, die Leiterin der Kreisvolkshochschule, zusammengeführt. Herausgekommen ist eine Ausstellung, die von Donnerstag an im VHS-Haus im Licher Kreuzweg zu sehen ist. »Über Leben - Balance« lautet der Titel, der wie die Faust aufs Auge zum Motto der diesjährigen Licher Kulturtage passt: »ÜberLebensKunst«. Doch die Kulturtage beginnen erst Mitte März. Deswegen gibt es keine Vernissage zum Ausstellungsauftakt, sondern eine Veranstaltunag mittendrin, nämlich am 13. März um 17 Uhr. Dann wird neben Nette und Siebert auch Bernd Apel, evangelischer Pfarrer für Ökumene, für Gespräche mit den Besuchern zur Verfügung stehen.

Um die Höhen und Tiefen des Lebens und die Notwendigkeit, immer wieder die eigene Mitte zu finden, weiß Geka Nette aus eigener Erfahrung. In ihren Skulpturen und Objekten aus Stein, Holz und anderen Fundstücken setzt sie sich mit diesem Thema auseinander. Ihre Arbeiten erhalten durch Fotografien von Ralf Siebert eine Entsprechung in einem anderen Medium. Siebert hat Menschen, mit denen er auf ganz unterschiedliche Art in Kontakt kam, über zehn Jahre hinweg begleitet, mit ihnen über ihre Lebenssituation gesprochen und sie fotografiert. Im Zentrum stand für ihn die Frage, wie Menschen mit den Brüchen in ihrer Biographie umgehen, wie sie ihre Identität bewahren. Ergänzt wird die Fotoausstellung, die bereits in Basel und Kassel zu sehen war, durch ein Begleitheft, in dem die Rollenprofile der gezeigten Personen aufgeführt sind. Der Betrachter kann sich nun selbst überlegen: Welches Profil passt zu welcher Person? Wer ist die Frau, die von käuflicher Liebe lebt? Wie sieht er aus, der studierte Postler ohne Job? - und dabei vielleicht auch sein eigenes Rollenverständnis überprüfen.

Pfarrer Apel interessiert sich unter anderem für die historische Dimension der Identitätsfindung, die bis zur Französischen Revolution kein Thema gewesen sei: Jeder spielte die Rolle, die die Gesellschaft ihm zuwies. Danach setzte die Individualisierung ein, die nach 1968 einen ungeheuren Schub bekam. Nun, im globalisierten dritten Jahrtausend, sehen sich die Menschen einer neuen Situation ausgesetzt: die alten Rollen sind weg, der Einzelne aber ist vielen neuen Einflüssen ausgesetzt. Landrätin Anita Schneider findet hier auch Anknüpfungspunke zur Arbeit der Volkshochschule: Was brauchen Menschen, deren existenzielle Balance in Frage gestellt ist?

Dr. Ebsen-Lenz hofft, dass die Besucher der Ausstellung am 13. März über diese Fragen zu einem regen Austausch finden - untereinander, mit den Künstlern und mit Pfarrer Apel. Möglicherweise werden weitere Gesprächsrunden angeboten; auch Gruppen können sich anmelden. Zudem soll die Ausstellung um Bücher und Texte zum Thema ergänzt werden. Wer will, kann sich Fotos und Objekte aber einfach nur anschauen: »Die Ausstellung funktioniert auch auf rein ästhetischer Ebene«, sagt Geka Nette.

Die Ausstellung »Über Leben - Balance« mit Fotos von Ralf Siebert und Objekten von Angelika Nette ist bis zum 10. April im VHS-Haus in Lich zu sehen.

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