01. November 2012, 18:13 Uhr

Lich ist nun Hessens fünfte »Q-Stadt«

Lich (us). Dass Rüdesheim und Lich künftig in einem Atemzug genannt werden können, darauf ist Bürgermeister Bernd Klein besonders stolz. Seit gestern nämlich ist Lich, genauso wie Rüdesheim, aber auch Gelnhausen, Oberursel und Dieburg, anerkannte »Q-Stadt«, die nunmehr fünfte in Hessen. Und »Q« steht für Qualität.
01. November 2012, 18:13 Uhr
Lich will mit Qualität punkten, denn dann, so sagt Bürgermeister Bernd Klein, »kommen die Leute dahin, wohin wir sie haben wollen: in die Innenstadt.« Die Auszeichnung als fünfte hessische Q-Stadt nahmen Klein (2. von rechts), Gewerbevereinsvorsitzender Hans-Jürgen Schaefer (Mitte) und Dr. Eric Werner-Korell aus den Händen von Ministerialdirigent Klaus Dieter Jäger (links) und Hartmut Reiße, dem Geschäftsführer des Hessischen Tourismusverbands (rechts), entgegen. (Fotos: us)

Verliehen wurde die Auszeichnung im Rahmen des dritten Hessischen Qualitätstags im Mönchssaal von Kloster Arnsburg. Dort wurden zudem 34 neue Betriebe aus ganz Hessen nach den Standards der Initiative »ServiceQualität Deutschland« zertifiziert. Auch hier mischte Lich ganz vorne mit: 27 Betriebe und sogar ein Verein – die Turmfreunde – haben die erste Stufe des Qualitätsmanagement-Systems durchlaufen.

Hinter »ServiceQualität Deutschland« steht eine Kooperationsgemeinschaft aller 16 Bundesländer, die den Deutschen Tourismusverband mit der bundesweiten Koordination beauftragt hat. In Hessen wird die Initiative vom Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa), dem Einzelhandelsverband, der Hessen Agentur, der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern und den Heilbädern getragen. Mit von der Partie ist auch das Wirtschaftsministerium. Mit 414 000 Euro für den Zeitraum von 2008 bis 2013 komme man für 75 Prozent der Projektausgaben auf, sagte Ministerialdirigent Klaus Dieter Jäger, der in Arnsburg die Pluspunkte der Zertifizierung nach den Maßstäben von »ServiceQualität Deutschland« herausstellte. Erstens: Alle können mitmachen, die Autowerkstatt genauso wie der Friseur, die Anwaltskanzlei, der Metzger, die Goldschmiede, das Bistro. .. Und zweitens: Die Zertifizierung in drei aufeinanderfolgenden Stufen komme gerade kleinen und mittleren Betrieben zugute, die peu à peu einsteigen können.

Zuvor hatte Hartmut Reiße, der Geschäftsführer des Hessischen Tourismusverbandes, auf die Notwendigkeit einer fortwährenden Qualifizierung hingewiesen: »Wer aufgehört hat, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.« Mit Marketing und Werbung allein sei es nicht getan. Man müsse auch in der Lage sein, die Erwartungen, die man geweckt habe, zu erfüllen.

Bürgermeister Klein hob stolz hervor, dass in Lich 27 Betriebe in den Qualifizierungsprozess involviert sind, also weit mehr als das erforderliche Minimum von 15 Teilnehmern. »Sie arbeiten an sich selbst, aber vor allem am Wir«, unterstrich der Rathauschef, der unter anderem auf den rege besuchten »Q-Stammtisch« verwies. »Der Prozess hat mit Sicherheit schon einiges bewirkt«, sagte er. Übrigens mache auch die Stadtverwaltung mit, und die Rückmeldungen seien positiv. Als Q-Stadt könne sich Lich im Wettbewerb der Kommunen abheben. »Und mit Qualität kriegen wir die Leute dahin, wo wir sie haben wollen: in die Innenstadt«. Besonderes Lob zollte Klein Dr. Eric Werner-Korell, der als Mitstreiter im Gewerbeverein Ideen entwickele und sich uneigennützig einsetze. »Er hat uns zu dieser Zertifizierungsfeier gebracht.«

Im Anschluss übergab Ministerialdirigent Jäger, Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsförderung, an die Vertreter von 34 Betrieben die Zertifizierungsurkunden. Ein einziges Unternehmen hat bereits die Anforderungen der Stufe III erfüllt: Service Reisen aus Gießen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Sven Wolf, Produktmanager von ServiceQualität Deutschland. Begrüßt wurden die Gäste vom Hausherrn, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Kloster Arnsburg und Landrat a.D. Ernst Klingelhöfer. Als Andenken an Lich erhielten alle zertifizierten Betriebe eine Flasche Türmer-Sekt, stilecht überreicht von Dr. Rainer Schäfer, der in die Rolle des frühneuzeitlichen Bürgermeisters Johannes Melchior geschöüpft war. Für den musikalischen Rahmen sorgte das »Duo Bravo«, Robert und Iryna Varady.



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