14. Mai 2015, 17:43 Uhr

Laut und lebendig: Trommelnacht in Lich

Lich (con). Genug Rhythmus für einige Wochen – im Licher Kino Traumstern stand am Mittwoch zum achten Mal die »Trommelnacht« auf dem Programm.
14. Mai 2015, 17:43 Uhr
Bühnen-Premiere feiert die Percussion-Kindergruppe aus Buseck von Markus Reich. (Foto: Constantin Hoppe)

Einmal mehr wurden in einem langen Programm bis in die Nacht hinein afrikanische und karibische Melodien und Rhythmen präsentiert, die die Zuhörer nicht mehr losließen und noch Stunden nach dem Konzert begleiteten.

Den Auftakt machte mit westafrikanischen und karibischen Percussionprojekten Markus Reich, der das Publikum sogleich aufforderte, den »Offbeat« zu klatschen, um so, vom Publikum getragen, eine erste Stimme auf den Grundbeat zu legen. Bald waren auch Kongas und brasilianische Pauken zu hören, sogenannte »Zabumbas«, die schräg vorm Körper hängend einerseits mit einem Klöppel beschlagen, andererseits mit einem Besen »gewischt« werden. Ihre Premiere auf der Bühne feierte dabei die zehnköpfige Kinder-Trommelgruppe aus Buseck, die den Umgang mit den Instrumenten bei Reich lernt. Mit dem »Berimbau« präsentierte Reich gleich zu Beginn der Konzertnacht auch ein eher seltenes Instrument auf der Bühne: Der Musikbogen aus dem nordöstlichen Brasilien besteht aus einem gebogenen Holzstock, an dessen beiden Enden ein Draht als Saite befestigt ist. Als Resonanzkörper dient dabei ein ausgehöhlter Flaschenkürbis, der am unteren Ende des Bogens befestigt ist. Beim abschließenden Akt der Percussionsprojekte, zeigten alle drei Erwachsenen-Gruppen gemeinsam mit den Kindern, wie donnernd die Instrumente bei größeren Besetzungen sind.

Seit der ersten »Trommelnacht« dabei sind die Formationen »Maluluka« aus Gießen und »Djembejolie« aus Lich. Unter Leitung von Sandra Elischer zeigten sie ihre Leidenschaft für die Djembe-Rhythmen Westafrikas. Sie bezogen das Publikum in die Vorführung mit ein mit immer wieder neuen Rhythmen, welche die Besucher mitklatschen sollten. Ebenfalls schon Dauergäste bei der »Trommelnacht« sind die Afoxé- und Samba-Reggae-Rhythmen der 20-köpfigen Groove-Combo »Bloco Baiano« aus Gießen, die mit ihrer Choreographie Schwung auf die Bühne brachten. Mit der Mischung aus Musik und Tanz machten sie die Leichtigkeit und Freude der bahianischen Straßenmusik spürbar.

Die neu gegründete Percussion-Formation »Maracatuque« aus Gießen spielt Maracatu aus dem Nordosten Brasiliens. Die fünf Musiker feierten ein Fest afro-brasilianischer Rhythmen, das die Zuhörer in seinen Bann zog. Dafür hatten sie sich Unterstützung eingeladen: Issa Sow aus dem Senegal. Sow ist Tänzer, Sänger, Komponist und Liedtexter, der die multiethnischen Tänze und Musikstile seiner Heimat studiert hat. Typisch für den Maracatu sind die tiefen Klänge der Alfaias – einer tiefen Holztrommel – getragen von einem Rhythmusteppich der Caixas (Snares) und Shekeres. (Foto: con)



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