25. November 2012, 21:43 Uhr

Künstler und Handwerker zeigten in Lich ihr Können

Lich (pad). Unter dem Motto »Typisch hessisch« fand am Freitag und Samstag der zweite Kunst- und Handwerkermarkt in Lich statt. Dabei bot sich den Besuchern ein ausgewogenes Angebot von Kunsthandwerk, Kochkunst und Markttreiben.
25. November 2012, 21:43 Uhr
Reges Treiben herrschte in den Straßen von Lich. (Fotos: pad)

Als Nachfolger des Weihnachtsmarkts ins Leben gerufen muss der Handwerkermarkt seine Tradition erst noch finden. Er ist kleiner als der Historische Markt, erstreckt sich vom Hessentagsbrunnen bis zum Gasthaus Schneider und bindet dabei den Marktplatz an der Marienstiftskirche mit ein – zunächst. Denn zahlreiche Licher Geschäftsleute haben auch außerhalb des direkten Marktes ihre Geschäfte geöffnet und Aktionen für diesen Tag geplant, verteilen so den Handwerkermarkt über die ganze Stadt. Am Hessentagsbrunnen wartete ein Karussell auf kleine Fahrgäste. Nebenan gab es warme Winterkleidung und Mützen für kalte Ohren. Die Braugasse und Heinrich-Neeb-Straße waren diesmal frei befahrbar, was das Durchqueren Lichs zwar vereinfachte, aber auch gleichzeitig das Gefühl gab, der Markt würde erst ab der Absperrung in der Unterstadt beginnen.

Hier erwarteten die Marktbesucher dann zahlreiche Köstlichkeiten. In der »Le Petit Fromagerie« konnte man Käse aus Frankreich probieren. Jan Schmallenbach importiert seit sechs Jahren Käse aus dem Nachbarland. Er selbst hat in Paris in einer Fromagerie gelernt und bringt zum Markt den Flair des französischen Käses mit. Am Kirchenplatz gab es Apfelweinbraten und Kartoffelwurst vom Grill. Zu den hessischen Spezialitäten zählten aber auch Crepes, Gemüse nach Senegal- oder Madagaskar-Art und viele andere vielfältigen kulinarischen Genüsse – die moderne typisch hessische Küche ist weltoffen.

Nur wenige Schritte weiter stößt man auf ungewöhnliche Kreaturen. Die Metallskulpturen stammen von Joachim Wendler aus Hornburg, der hier seine Kunstwerke präsentierte. Aber auch, wer auf der Suche nach weihnachtlichem Schmuck und Dekorationen war, fand auf dem Markt etwas. Ob beleuchtete Sterne, Adventskränze oder heimliche Kerzen – das Handwerk zeigte seine Vielfalt. Ein Polsterer präsentierte sein Können an einem alten Stuhl, gegenüber gab es Tonwaren aus dem Ebsdorfergrund.

Bereits am Freitag hatte der Markt begonnen. In den Abendstunden tauchten zahlreiche Gebäude der Altstadt in ein ungewohntes Licht, als sie mit buntem Licht angestrahlt wurden. Um sechs Uhr erklangen vom Turm die Fanfaren zum traditionellen Turmblasen. Im Turmkeller konnten sich derweil die Turmfreunde Lich über eine Spende aus dem Verkaufserlös des Licher Turmrings freuen, die dem weiteren Ausbau der Türmerwohnung zu Gute kommt. Die Licher Stadtbücherei bot einen Bücherflohmarkt und Buchstabensuppe an.

Am Samstag öffnete dann im Sitzungssaal des Rathauses die Kunst- und Kreativausstellung. Hier präsentierten zahlreiche Hobbykünstler ihre selbstgefertigten Waren. Erika Schilz zeigte handbemalte Karten mit Licher Motiven – jede Karte ist hier ein Original. Einige Meter weiter gab es Tiffany-Glaskunst von Renate Risse. Die an bunte, historische Kirchenfenster erinnernden Werke stellt sie in neun Arbeitsschritten mit Glas und Kupferband her, wobei sie alles selbst zurechtschneidet. Ebenfalls ihr kreatives Hobby präsentierte Ursula Göbel, die von selbstentworfenem Modeschmuck fasziniert ist. Schon immer war sie von Schmuck begeistert gewesen. Vor fünf Jahren wagte sie sich dann an eigene Werke. Mittlerweile ist daraus ein stattliches Sortiment gewachsen, zu dem neben Ketten auch Armbänder und Ohrringe zählen. Sie arbeitet auch alte Schmuckstücke um. Doch auch selbst gestrickte Strümpfe, Töpferarbeiten, Liköre und Marmeladen von den Langsdörfer Landfrauen gab es im Sitzungssaal zu sehen – und natürlich auch zu kaufen. Der Erlös aus Kaffee und Kuchen kam hier Tim Schrameck für eine Delfintherapie zu Gute.

Den ganzen Tag über konnte sich der Kunst- und Handwerkermarkt über eine gute Besucherzahl freuen, wobei ein kleines Problem sowohl Besuchern als auch den Licher Geschäftsleuten aufgefallen war: Niemand wusste so genau, wann der Markt begann und endete. Gut, die Endzeit war klar, seitdem nach der Klage eines Anwohners hier immer um 22Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden müssen und damit der Marktausklang am Glühweinstand nicht mehr möglich ist. Aber das Programm und die Marktzeiten waren ansonsten nur sehr spärlich veröffentlicht worden.

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