29. November 2012, 14:44 Uhr

Kipferln und Krapferln in lustvollem Wettstreit

Lich (juw). Wer sich schon mal auf die Weihnachtszeit einstimmen wollte, der war am Mittwochabend im Eberstädter Dorfgemeinschaftshaus genau richtig. Denn für die letzte »Midde in de Woch«-Veranstaltung des Jahres hatte der Dorfladenvereins etwas Besonderes einfallen lassen: die »erste Eberstädter Weihnachtsplätzchenverkostung.
29. November 2012, 14:44 Uhr
Die Testleitung der Plätzchenverkostung, Petra Prinz (links) und Martin Schmoranz, mit den Gewinnerinnen der »Weihnachtsbäckerei«. Den ersten Platz holte Gisela Kuchelmeister, auf den Plätzen 2 und 3 landeten Heike Bäumer-Görlach und Gabi Sardo. (Foto: juw)

Lichterketten, Teelichter und Weihnachtsschmuck sorgten für das passende Ambiente.

»Jetzt wird’s gemütlich«, verkündete Martin Schmoranz vom Dorfladenverein, der die Veranstaltung in gewohnt humorvoller Manier zusammen mit Petra Prinz moderierte und stellte klar: »Den Ansagen der Probenleitung ist unbedingt Folge zu leisten.«

Es sei eine Einladung an alle Eberstädter Haushalte ergangen, erläuterte Schmoranz, der die Eberstädter Bäcker und Bäckerinnen zur Teilnahme zu diesem »kleinen lustvollen Wettstreit« aufgerufen habe. Elf Damen hatten schließlich ihre Proben abgegeben, jeweils drei verschiedene Sorten, aus denen die Probenleitung jeweils eine für die Verkostung aussuchte – auch um Doppelbesetzungen zu vermeiden. So war denn auch sichergestellt, dass ein Klassiker unter dem Weihnachtsgebäck, das Vanille-Kipferl, nur einmal vertreten war.

Versuchsleiter Schmoranz erläuterte das Prozedere: Jeder der Anwesenden habe sich als Testperson zu verstehen und finde vor sich auf dem Tisch elf nummerierte Plätzchen, außerdem eine Liste, in der in einem Punktesystem von 1 bis 10 »differenziert und genau« Bewertungen einzutragen waren. Punkte sammeln konnte das Gebäck in den Kategorien Aussehen, Geschmack und Konsistenz. Wer hinter dem jeweiligen Backwerk steckte, wurde bis Ende der Veranstaltung natürlich nicht verraten. Auch die Rezepturen seien streng geheim – unter Umständen könnten sie jedoch unter Konsultation der Bäckerinnen verraten werden.

Die Verkostung erfolgte auf Kommando, genüsslich und mit Bedacht, immer eins nach dem anderen: vom klassischen Spritzgebäck zum Schokoladenkeks, über Husarenkrapferl, Saure-Sahne-Ringe, Anis-Spritzerl zu Schneekugel und Ischler-Plätzchen. Viele davon seien spezielle Eberstädter Varianten, wie die Testleitung erklärte, »seit Generationen in der Familie in weiblicher Linie vererbt«. Allein durch die massenhafte Herstellung von Butterplätzchen sei im Vorfeld keine Butter mehr in Eberstadt zu kriegen gewesen, scherzte Schmoranz. »Kein Wunder, bei der Versorgungslage«, entgegnete ein Teilnehmer als Anspielung auf den im Bau befindlichen Dorfladen. Zum Neutralisieren zwischen den einzelnen Durchgängen wurde unter anderem Rotwein ausgeschenkt.

Die Auswertung habe Griffel und Taschenrechner zum Glühen gebracht, doch schließlich konnte die Testleitung die köstlichen Gewinner verkünden. Den ersten Platz holte das Rumgebäck von Gisela Kuchelmeister. Mit ihrer Walnuss-Marzipan-Kreation sicherte sich Heike Bäumer-Görlach den zweiten Platz, gefolgt von dem unverwüstlichen Weihnachtsklassiker: das Vanille-Kipferl von Gabi Sardo vervollständigte die Top 3. Jetzt wo der Umbau des Pfaffenhofs zum Dorfladen in vollem Gange ist und sich die Gründungsversammlung des Vereins zum ersten Mal jährt, resümierte die Vorsitzende Ulrike Traxler-Schmoranz, die Bedeutung von »Midde in de Woch«: Die Veranstaltungsreihe habe nicht nur zur Finanzierung des Projekts beigetragen, sondern auch die Motivation der Beteiligten und Unterstützer über die lange Zeit aufrecht erhalten.

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