17. Dezember 2008, 18:48 Uhr

Kein Mangel an Sanierungsprojekten

Gießen (no). Rund ein Drittel der rund 60 Schulhäuser des Landkreises sind marode und vor allem energetisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Signifikant: 200 und mehr Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr Wärmebedarf.
17. Dezember 2008, 18:48 Uhr
Erster Architekten-Entwurf für Aus- und Umbau sowie umfassende Sanierung der Erich-Kästner-Schule in Lich: Für Schuldezernent Siegfried Fricke eines der Projekte, die er in Wiesbaden zur Sprache bringen will, wenn dort das von der Landesregierung angekündigte Schulbau-Konjunkturprogramm umgesetzt wird. (Foto: Seidel + Muskau)

Sie sind in der Verwaltung aufgelistet, sollen nach und nach saniert werden. Gesamtinvestitionsvolumen: rund 35 Millionen Euro. Avisiert ist die Abwicklung in Form von öffentlich-privaten Partnerschaften. Das könnte nun womöglich alles etwas schneller realisiert werden müssen, denn das von der Landesregierung für 2009 angekündigte Sonderprogramm zur Konjunkturbelebung hat am Montag auch im Kreishaus aufhorchen lassen.

Wie gestern berichtet, will das Land 1,2 Milliarden Euro zusätzlich ausgeben, um Schulträgern vorzeitige Investitionen zu ermöglichen. Schuldezernent Siegfried Fricke sagte auf Anfrage der »Allgemeinen Zeitung«, dass die Verwaltung bereits beauftragt sei, die Bedingungen zu erkunden, unter denen der Landkreis Zugriff erhalten könne. »Ich gehe davon aus, dass unsere für 2010 und die Folgejahre notierten Sanierungsvorhaben programmkompatibel sind.« Er jedenfalls wolle möglichst viel davon in Wiesbaden ins Gespräch bringen, unterstrich er.

Seit einigen Wochen bereite die Bauverwaltung den »ÖPP-Cluster« vor. Die Schulgebäude mit deutlich überhöhtem Energiebedarf seien ebenso bekannt wie jene, die baulich nicht mehr viel taugten.

Geschnürt werde derzeit ein auf zehn bis 15 Jahre ausgelegtes Sanierungspaket. Die Einsparungen durch öffentlich-private Partnerschaft würden erfahrungsgemäß mit zehn bis 15 Prozent gegenüber herkömmlichen Investitionsmodellen beziffert. Erzielt würden sie dadurch, dass der Privatinvestor in einer solchen Partnerschaft nicht an das öffentliche Vergaberecht gebunden sei, während der Kreis über bessere Kreditkonditionen verfügt.

Inwiefern die ÖPP-Idee bereits kurzfristig bei den angestrebten Maßnahmen im Rahmen des Landesprogrammes greifen könne, vermöge er im Moment nicht zu sagen, meinte Fricke weiter. Dafür wisse er, welche Objekte er in Wiesbaden zur Sprache bringen will. Da sei zunächst die Martin-Buber-Schule in Gießen, eine Förderschule, die von 50 Prozent mehr Schülern besucht wird, als sie eigentlich Platz bietet.

Unter den »Energieschleudern« der heimischen Schulgebäude befindet sich auch die in den 1960ern errichtete Grundschule am Kastanienweg in Krofdorf: Damit die Schüler ins benachbarte Schulhaus an der Burgstraße, errichtet 1913/14, umziehen können, ist jedoch diese seitherige Heimstatt der Georg-Kerschensteiner-Schule vorab zu renovieren.

Weitere Wunsch-Baustelle: Erich-Kästner-Grundschule in Lich, längst überfällig deren Sanierung, aber bislang mit geringerer Priorität gehandelt als daneben die Anna-Freud-Schule. Nun liegen für die EKS erste Entwürfe vor, zu Papier gebracht von Stefanie Muskau, die mit ihrer Mutter Karla Seidel in Wißmar ein Architekturbüro betreibt und auch für die Sanierung der AFS verantwortlich ist. Kostenschätzung der Architektin für die Kästner-Schule: 2,764 Millionen Euro - kalkuliert auf dem für 2009 zu erwartenden Preisniveau.



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