20. November 2009, 18:40 Uhr

Hoffen auf Heilerfolge durch Delfine

Lich (us). Als Tim am 10. November 2003 geboren wurde, war er ein kerngesunder Junge. Er entwickelte sich prächtig. Doch im Alter von zehn Monaten bekam er plötzlich Fieber. Alles sah zunächst nach einem Magen-Darm-Infekt aus. Doch tatsächlich litt Tim unter einer durch Herpes- Viren ausgelösten Hirnentzündung.
20. November 2009, 18:40 Uhr
Tim Lucas Schramek aus Lich ist seit einer Hirnentzündung, die er im Alter von zehn Monaten erlitt, schwer behindert. Seine Eltern hoffen, dass sich sein Zustand durch eine Delfin-Therapie bessern könnte.

Lich (us). Als Tim am 10. November 2003 geboren wurde, war er ein kerngesunder Junge. Er entwickelte sich prächtig. Doch im Alter von zehn Monaten bekam er plötzlich Fieber. Alles sah zunächst nach einem Magen-Darm-Infekt aus. Doch tatsächlich litt Tim unter einer durch Herpes-Viren ausgelösten Hirnentzündung. Vier Wochen lang lag er im Koma. Lange war nicht klar, ob er überleben würde. Als der Kleine wieder aufwachte, war seine rechte Hirnhälfte geschädigt.

Der jetzt Sechsjährige ist in seiner Entwicklung auf dem Stand eines Eineinhalb- oder Zweijährigen. Er kann nur eingeschränkt laufen, wenig sprechen, ist sehbehindert. Und er leidet unter Epilepsie. Seine Mutter Anna Schramek versucht, ihr Kind so gut wie möglich zu fördern. Besserung verspricht sie sich von einer Delfin-Therapie in der Türkei. Ein Platz ist für Tim bereits reserviert. Damit sich die Familie die teure Behandlung leisten kann, ist rund um Lich eine Spendenaktion angelaufen.

Der Alltag mit Tim stellt die Familie, zu der noch eine Tochter gehört, die 13-jährige Stefanie, vor große Herausforderungen. Vor allem die epileptischen Anfälle machen dem Jungen und seinen Angehörigen zu schaffen. Mehrmals am Tag krampft er bis zum Erbrechen, er stürzt unvermittelt zu Boden. Und er hat Absencen; Zustände, in denen er manchmal über Stunden nicht ansprechbar ist.

Seit dem Buben im Sommer ein Vagusnerv-Stimulater - ein Hirnschrittmacher - eingesetzt worden ist, hat sich die Zahl der Anfälle etwas reduziert. Doch ob diese Besserung von Dauer ist, vermag Anna Schramek, die selbst Krankenschwester ist, nicht zu sagen. »Wir wissen nie, was morgen ist«, sagt sie über das Leben mit dem kranken Kind, das ständig betreut werden muss. Durchwachte Nächte sind an der Tagesordnung, der letzte Urlaub liegt Jahre zurück.

Hinzu kommt der permanente Papierkrieg mit den Kostenträgern. Dass der Landkreis Gießen die 1:1-Betreuung von Tim im Kindergarten bezahlt, musste erst vor Gericht erstritten werden. Dennoch versucht die Familie, so normal wie möglich zu leben.

Tim geht in die integrative Gruppe des »Lebenshilfe«-Kindergartens in Eberstadt. Nächstes Jahr soll er eingeschult werden, wahrscheinlich in die Martin-Buber-Schule in Gießen. Anna Schramek möchte, dass Tim, der zu Hause »Bubi« genannt wird, so selbständig wie möglich leben kann. Dafür wäre es vor allem nötig, dass sich sein Sprachvermögen verbessert, damit er sich seiner Umwelt besser mitteilen kann. Momentan kennt der Junge vielleicht 50 bis 60 Wörter, schätzt seine Mutter. Aber er versuche, neue Wörter nachzusprechen. »Potenzial ist da«, meint Anna Schramek. Sie hofft, dass gerade die Delfin-Therapie ihren Sohn hier ein Stück voranbringen kann.

Nach ausführlichen Gesprächen mit Ärzten und Betreuern und intensiven Recherchen haben sich die Schrameks um einen Therapie-Platz im türkischen Kemer beworben. Dieses Zentrum sei das einzige, das auch epileptische Patienten aufnehme, sagt Anna Schramek. Eine Zusage für Tim liegt für die Zeit vom 23. Juli bis 13. August vor.

Die Nutzen von Delfin-Therapien sind medizinisch umstritten, die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Deshalb muss Tims Familie schauen, wie sie das Geld für den Aufenthalt zusammenbekommt.

Einen detaillierten Kostenvoranschlag hat Anna Schramek noch nicht, sie rechnet allein für Tim und sich selbst als Begleitperson mit etwa 6500 Euro. Aber Vater und Schwester sollen nach Möglichkeit mitkommen können.

Kolleginnen von Anna Schramek aus dem Licher Krankenhaus haben eine öffentliche Sammelaktion initiiert. In mehreren Geschäften in und um Lich stehen Sammelbüchsen, das Butzbacher »Zwergencafé« organisierte eine Tombola. Außerdem gibt es <%LINK auto="true" href="http://www.bubibubi.de" text="www.bubibubi.de" class="more"%> im Internet, wo man sich über Tim und die gewünschte Therapie informieren kann. Dort ist ebenfalls ein Spendenkonto angegeben.

 

Spenden für Tim an Handicapped People Care Turkey e.V., Kontonummer 530 004 13, der Kreissparkasse Köln, BLZ 3705 0299, Verwendungszweck (wichtig!) Stichwort »Bubi«. Wer beim Verwendungszweck seine vollständige Anschrift angibt, erhält eine Spendenquittung.



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