30. April 2012, 12:18 Uhr

Hannelore Rischmann erhält Ehrenplakette

Lich (mlu). Auf einem musikalisch durchwirkten Empfang würdigte Bürgermeister Bernd Klein am Freitag Licher Bürger und Vereine beziehungsweise Organisationen, die sich in der Vergangenheit durch ehrenamtliches Engagement in hervorragender Weise ausgezeichnet haben.
30. April 2012, 12:18 Uhr
Die geehrten Einzelpersonen, darunter Hannelore Rischmann (6. v. r.), sowie Repräsentanten der ausgezeichneten Vereine. (Foto: mlu)

Die Ehrenplakette – höchste zu vergebende Auszeichnung der Stadt – erhielt eine Dame, ohne deren außerordentlich hohe Einsatzbereitschaft der Stadtturm als das Wahrzeichen der Stadt heute nicht begehbar wäre: Hannelore Rischmann.

In Zeiten klammer Kassen und biedermeierlicher Tendenzen gewinnt das Ehrenamt zunehmend an Bedeutung und mit ihm die öffentliche Anerkennungskultur. Nachdem Klein die über 200 Anwesenden im Bürgerhaus begrüßt hatte, sprach der Freienseener Pfarrer i. R. Dr. Ulf Häbel über den »Wert ehrenamtlichen Tuns«. Bekannt durch sein vielseitiges und ideenreiches Engagement in seinem Heimatort, wo das in aller Munde befindliche Projekt »Nachbarschaftsfamilie« zusehends Gestalt annimmt, erwies sich Häbel als prädestinierte Redner, zumal er auch diesmal seinem rhetorisches Talent freien Lauf ließ. Die Grundthese seines Vortrags: »Wenn der Mensch sich aktiv in seinen Lebensraum einbringt, dann gestaltet er Heimat. « Anhand eines konkreten Beispiels erläuterte er, wie persönliches Glück und innere Zufriedenheit mit gemeinschaftlichem Handeln zusammenhängen, weshalb ehrenamtliches Engagement auch nicht mit Altruismus zu verwechseln sei. »Ehrenamtliche Tätigkeit muss Spaß machen«, betonte daher Häbel, sie dürfe nicht zum Zwang oder zur lästigen Pflicht mutieren.

In seiner Laudatio verzichtete Klein darauf, Rischmanns Verdienste en Detail aufzulisten – man weiß, was sie für Kunst und Kultur in Lich geleistet hat und leistet, ob in der Marienstiftsgemeinde oder seit Neuestem als Vorsitzende des Kulturvereins. Vor allem aber war und ist es ihr unermüdlicher Einsatz für die Sanierung des Stadtturms, der die Kommunalpolitiker dazu bewog, ihr die Licher Ehrenplakette zu verleihen. Ihrer Kreativität wie auch ihrer Beharrlichkeit sind viele Aktionen und touristische Angebote zu verdanken, die der Verein der Turmfreunde inzwischen in Lich etabliert hat. Genannt seien nur die historischen Erlebnisveranstaltungen mit Stadtschreiber Melchior und die Planwagenfahrten nach Kloster Arnsburg. Dank ihres Ideenreichtums gibt es in Lich das kleinste Puppentheater in Hessen, wurden Menschen im Turmverlies getraut und im Endeffekt kurierte sie den Bürgermeister von jenen Bauchschmerzen, die ihm seinerzeit der »Lange Licher« mit seiner statischen Altersschwäche bereitet hatte. In ihrer Danksagung fasste sich Rischmann kurz, wiederholte, was auch Klein schon erwähnt hatte: »Ohne die vielen Helfer um mich herum, wären alle meine Ideen Luftschlösser geblieben.« Weshalb an diesem Abend auch die Turmfreunde respektive die Stadtturminitiative Lich für ihre Arbeit geehrt wurden.

Tatkräftige Muschenheimer

Weitere Auszeichnungen erhielten Bürger aus Muschenheim. Roswitha Stein engagiert sich dort in der Kirchengemeinde und bei den Landfrauen, erteilt mitunter Strick- und Häkelunterricht in der Selma-Lagerlöff-Schule. Auch Dorothea Weisel ist bei den Landfrauen aktiv, betätigt sich unter anderem als Prädikantin im Dekanat Hungen-Lich und ist Pflegepatin für zwei Parzellen am alten Schulhof in Lich. Gisela Kessler macht sich besonders für sportliche Angelegenheiten stark, indem sie beispielsweise eine Seniorengymnastikgruppe betreut. Einst hatte sie die Handballabteilung des VfL Muschenheim gegründet. Horst Haupt hingegen ist seit über 48 Jahren im Markwaldvorstand Muschenheim tägig, seit 18 Jahren amtiert er als Markmeister. Auch der Verein der Rindvieh- und Pferdeversicherung, der örtliche Jagdausschuss, die Maschinengemeinschaft, die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung, die Feuerwehr und der Sportverein sowie diverse politische Gremien profitieren von seinem ehrenamtlichen Einsatz. Bereits 2009 war er mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet worden.

Als Gruppen wurde neben den Turmfreunden einerseits die Licher Lesewiese geehrt, deren Mitglieder seit 2001 in verschiedenen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie bei öffentlichen Anlässen mit ihren Lesungen begeistern, mithin das Bildungswesen der Stadt bereichern – eine besondere Erwähnung fand hier die in Kindergärten und Grundschulen als »Lese-Omi« bekannte Ruth Kroll. Andererseits erfuhr der Verein »TierfreundLich« öffentliche Anerkennung für den Aufbau und Betrieb einer Tierauffang- und Quarantänestation und die ehrenamtliche Versorgung von durchschnittlich 500 Haus- und Heimtieren pro Jahr.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Angehörigen der Musikschule Lich. Der Jugendchor Songlines präsentierte mitunter einige Nummern aus den laufenden Proben des Theater Traumstern für das Musical »Hair«. Philipp Doll und sein Lehrer Robert Varady bearbeiteten virtuos ihre Violinen. Bier vom Fass wurde von der Licher Brauerei gesponsert.

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