Lich

Gummibärchen statt Nierenstein

Lich (ang). »Die Playstation-Generation stellt sich bei der Endoskopie am geschicktesten an!«, erklärte Michael Pieck, der Technische Leiter der Asklepios-Klinik Lich, am Samstag beim »Tag der offenen Tür«. Zum 40-jährigen Bestehen des Krankenhauses boten alle Abteilungen ein informatives und originelles Programm.
27. April 2008, 22:28 Uhr
Moderne Hightech-Tragen stehen dem Roten Kreuz zur Verfügung
Moderne Hightech-Tragen stehen dem Roten Kreuz zur Verfügung

Lich (ang). »Die Playstation-Generation stellt sich bei der Endoskopie am geschicktesten an!«, erklärte Michael Pieck, der Technische Leiter der Asklepios-Klinik Lich, am Samstag beim »Tag der offenen Tür«. Zum 40-jährigen Bestehen des Krankenhauses boten alle Abteilungen ein informatives und originelles Programm. Dazu zählte auch die Endoskopie im Selbstversuch. Während sich Mütter und Väter sich schwer taten, am Bildschirm zu operieren, rückte die Jugend dem Patientendummy völlig unverkrampft zu Leibe und holte statt Nieren- oder Gallensteinen Gummibärchen ans Tageslicht. Ärzte, Pflegepersonal und Geschäftsführung hatten am Samstag alle Hände voll zu tun, um die etwa 3000 Besucher, die seit dem frühen Morgen das Krankenhaus stürmten, durch die »heiligen Hallen« zu führen.

Im Außenbereich stellten Johanniter, das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr ihre Arbeit im Rettungswesen vor. Modernste Fahrzeuge mit Spezialtragen machen eine immer umfangreichere Versorgung von Unfallopfern direkt auf der Straße möglich. Gleich im Foyer stellten Krankenhausseelsorge, Besuchsdienst und die Ethik-Kommission ihre Arbeit vor. Letztere ist im Zeitalter der Intensivmedizin immer wichtiger geworden und gibt dem diensthabenden Personal im Zweifelsfall eine zusätzliche Rechtssicherheit.

Praktisch ging es beim Rundgang zu. Eine Meniskusoperation am Kunstknie konnte unter Anleitung von Assistenzärztin Daniela Hess erlebt werden. Durch kleine Löcher in der Haut, nur auf dem Monitor kontrollierbar, wird die Operation am Kniegelenk durchgeführt. Eine Türe weiter ging es ans Eingemachte. Wenn gar nichts mehr hilft, dann müssen verschlissene Teile des Oberschenkels und des Schienbeins ausgetauscht werden. Dr. Torsten Kaths führte eindrücklich vor, wie die Prothesen im Knochen befestigt werden. Zur modernen Diagnostik gehört ein Magnetresonanztomograph. Magnetfelder regen bestimmte Atome an, und man empfängt schichtweise ein Bild aus dem Inneren des Menschen. Dabei wird der Körper nicht mit Röntgenstrahlung belastet. Das besondere am Licher Apparat ist der Röhrendurchmesser von 70 Zentimetern. Hier kommen auch Personen, die unter Klaustrophobie leiden, in den Genuss dieser fortschrittlichen Diagnose. Zum »Tag der offenen Tür« durften Kinder ihren Teddybären mit der ganz herkömmlichen Methode röntgen lassen.

Einen kostenlosen Gesundheitsservice konnte man in der Asklepios-Klinik auch gleich genießen. Lungenfunktion, Herztätigkeit, Blutwerte und Blutdruck der Besucher standen auf dem medizinischen Prüfstand. Spannend wurde es im OP-Bereich. An einer Schweineschwarte durfte man eine saubere Naht ziehen. Arbeitsplätze des Anästhesisten und der Chirurgen konnten für kurze Zeit eingenommen werden. Auch die geburtshilfliche Abteilung hat sich in den letzten Jahrzehnten komplett gewandelt. Es gibt in warmen Farbtönen gehaltene Wehenzimmer. Eine große Wanne sorgt für Entspannung, und die Kreissäle haben das Ambiente aus dem vorigen Jahrhundert verloren.

Im Rahmen des Jubiläums fand an allen Licher Schulen ein Malwettbewerb zum Thema Krankenhaus statt. Die Jury hatte es bei den hervorragenden Arbeiten nicht leicht, die Preise für Eisdielen- und Kinobesuche gerecht zu vergeben. Außerdem wurde eine große Tombola ausgelost, bei der unter anderem VIP-Karten für die Frankfurter »Eintracht« und ein Wellness-Wochenende zu gewinnen waren.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/lich/Lich-Gummibaerchen-statt-Nierenstein;art98,19192

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