Lich

Furiose Fremdensitzung in Ober-Bessingen

Lich (pad). »Wir wohnen in derselben Straße, wir sind die Söhne vom Bofrost-Mann«, sangen Karl und Erwin, verkörpert von Jens Kühn und Thorsten Müller, zur Melodie von »Son of a preacher man«. Sie waren einer der Höhepunkte der Fremdensitzung in Ober-Bessingen am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus.
03. Februar 2015, 12:43 Uhr
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Mit Gitarre mit angeklemmten Hahn und Keyboard kommen Karl und Erwin daher, vereinen Musik und Wortwitz. »Ein Bauer braucht drei Tore – ein Hof-tor, ein Scheunen-tor und ein Trak-tor«, stellte Erwin fest. Auch der Rat einer Floristin wurde an die Besucher weitergegeben, wonach Veilchen schmeicheln und Rosen zum liebkosen führen. »Ich wollte dann Wicken«, erklärte Karl trocken. Zur Melodie von Rammsteins »Du hast« nahmen sie den Laubkrieg am Gartenzaun ins Visier mit den Liedzeilen »Du hast einen Laubbaum gepflanzt – jetzt wird jedes Blatt vom Rasen – zu den Nachbarn zurückgeblasen.«

Den Auftakt hatten zuvor die Bessinger Minis – die Nachwuchstanzgruppe des Ortes – sowie Schäfer Heinrich, verkörpert von Claudia Wiese mit Sitt, Johann und Karl Friedrich, gemacht. Christoph Boller stürmte kurz darauf als Sänger im Pinguinkostüm die Tische des Publikums.

Jan Gruhn berichtete von den Problemen im Leben des Bauers, wenn man per Flaschenzug eine Kiste Ziegel aus dem obersten Stockwerk der Scheune holen möchte und diese dann leider doppelt so viel wie man selbst wiegt, was zwangsläufig zu einem Zusammenstoß von Mensch und Masse in der ersten Etage führen musste.

Auch ein Gast aus Nieder-Bessingen ließ man auf die Bühne: »Gurke« Wieland Geissler hatte sich vorgenommen, die Tradition der alten Feindschaften zu den Hainrosen – dem Spitznamen der Ober-Bessinger – wieder aufleben zu lassen. »Meine Mutter hatte mir schon davon erzählt, wenn ich nicht einschlafen konnte.« Bitterbös und trocken präsentierte er seine Pointen, erklärte dann: »Genauso wie die anderen Abordnungen der Bessinger Gurken und aus Muschenheim will ich noch retten, was zu retten ist – euren Fasching.« Die Ober-Bessinger nahmen es mit Humor.

Die Muschenheimer Abordnung – also das Männerbalett Elefantefüsse – präsentierten unter dem Motto »Ohne Knete keine Fete« eine wilde Jobberatung, bei der von der Stewardess über die Bürokraft bis hin zur Feuerwehr einige Berufe mit Tanz und teils atemberaubender Akrobatik vorgestellt wurden. Die gerne benutzte Phrase »Es hielt dabei keinen mehr auf den Sitzen« machten sie dabei wahr – denn nach ihrem Tanz gab es Standing Ovations.

Gleich zwei Gruppen kamen aus dem Nachbarort Münster: Die Münsterer Garde (Trainerin Saskia Eberwein) und die Miesterer Hexen (Trainerin Lisa Stein). Mickey, Minnie, Tick, Trick und Track zeigten dabei zu einem bunten Medley von Disney-Hits eine wunderschöne Tanzdarbietung, die mit reichlich Applaus belohnt wurde.

Bei der dieses Jahr unter Federführung der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Bessingen ausgerichteten Fremdensitzung sorgten außerdem Sebastian Geissler als Tina Turner und die Moderatoren Yvonne Muth, Sabrina Geisler, Jens Kühn und Thorsten Müller für ein kurzweiliges Programm, das schließlich mit dem Auftritt der Bessinger Gurken abschloss.

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