15. Februar 2008, 16:46 Uhr

Führer durch eine »Provinz für Abenteurer und Entdecker«

Lich (us). Eine Datteloase zwischen Bergketten und Wüste, die nächste Großstadt rund 300 Kilometer entfernt: Tief im unberührten Süden Marokkos liegt die mit Lich befreundete Stadt Tata. Jetzt gibt es von dieser Region den ersten schriftlichen Reiseführer - aus der Feder von Christel Jeschke.
15. Februar 2008, 16:46 Uhr
Chr. Jeschke

Eine Datteloase zwischen Bergketten und Wüste, die nächste Großstadt rund 300 Kilometer entfernt: Tief im unberührten Süden Marokkos liegt die mit Lich befreundete Stadt Tata. Touristen, deren Herz für Strand, Animation und turbulentes Nachtleben schlägt, sind dort fehl am Platz. Doch Reisende, die ganz bewusst die ausgelatschten Pfade meiden, haben hier die Chance, sich in authentischer Umgebung einer fremden Kultur zu näheren. Ein soeben erschienenes Reisebuch will ihnen dabei helfen. Christel Jeschke, die vor bald zehn Jahren die Kontakte zwischen Lich und Tata anbahnte, hat 15 Tagestouren zu den Sehenswürdigkeiten der Region ausgekundschaftet und beschrieben. Ihr gut 80 Seiten starke Führer »Tata/Marokko - Eine Provinz für Abenteurer und Entdecker« enthält darüber hinaus allgemeine Informationen zu Land und Leuten sowie jede Menge praktische Tipps, dazu eine Fülle von Fotos, die Lust machen, die Region zwischen Anti-Atlas und Sahara zu erkunden.

Seit 1984 engagiert sich Jeschke in Marokko - auf ganz unterschiedlichem Terrain. Angefangen hat sie mit Entwicklungshilfe-Projekten, später verlegte sie sich auf die Beratung von Unternehmen, die in Marokko investieren wollen, jetzt hat sie den Ausbau des sanften Tourismus im strukturschwachen Süden ins Auge gefasst. Dass die große und dünn besiedelte Provinz Tata einen Schwerpunkt ihrer Aktivitäten bildete, hat mit Moulay Mehdi zu tun, dem Bürgermeister der Provinzhauptstadt. Mit dem agilen Mann lässt sich gut und effektiv zusammenarbeiten, das zeigte sich auch beim aktuellen Projekt.

Den Vorschlag, mit einem Reiseführer inBuchform dem wachsenden Interesse von Touristen und Medien an der abgelegenen Provinz Rechnung zu tragen, griff Moulay Mehdi freudig auf. »So etwas hatte er sich immer schon gewünscht,« erzählt Jeschke. Für die Realisation sicherte sich der Bürgermeister die Unterstützung der »Agence du Sud«, einer staatlichen Institution, deren Aufgabe die Förderung der strukturschwachen südlichen Provinzen des Königreichs Marokko ist. Sie übernahm die Produktion des Führers, der auf Französisch und Deutsch erschienen ist.

Nur geschrieben musste das Buch werden. Diese Aufgabe übernahm Christel Jeschke. Die einführenden Kapitel über Land und Leute, Flora, Fauna, Geschichte und Kultur verfasste sie weitgehend daheim in Deutschland. Die Tagestouren aber erforderten echte Pionierarbeit, denn in der Region Tata, die seit der Altsteinzeit besiedelt ist, gibt es zwar viel zu sehen. Touristisch erschlossen waren diese Schätze bislang jedoch nicht. So arbeitete sich die Autorin um die Jahreswende 2006/2007 durch die Vorschläge der Provinzregierung -?und hat dabei selbst, obwohl Kennerin, viele neue Entdeckungen gemacht.

Die Touren führen zu landschaftlichen Sehenswürdigkeiten wie den Grotten von Messalit oder den Kaskaden Atiq, die ein Schwimmbad mitten in der Wüste bilden. Reisende können auf den Spuren des Saharaforschers Foucauld wandeln, jahrtausendealte Felszeichnungen bestaunen, den ornithologisch besonders interessanten Nationalpark Lac Iriki durchstreifen, alte Kasbahs und Khettaras, die alten, noch immer genutzten unterirdischen Wasserleitungen, entdecken. Fotos, die von der Autorin sowie Irena Wille stammen, machen Lust auf diese Touren.

Daneben gibt es die obligatorischen Hinweise zu Unterkünften, Campingplätzen und Restaurants, viele hilfreiche Adressen und Telefonnummern sowie jede Menge praktische Tipps: dass man besser mit Bargeld reist, weil der Geldautomat in Tata nicht immer funktioniert, dass man weder Kugelschreiber noch Süßigkeiten an Kinder verteilen sollte und dass ein Zuviel an nackter Haut abseits der touristischen Hochburgen unschicklich ist. Ein Manko des Buches ist das unzulängliche Kartenmaterial. Wer sich rund um Tata auf Tour begeben will, braucht zusätzlich unbedingt eine gute Straßenkarte.

In Marokko ist der kompakte Band gut angekommen. Autorin Jeschke hat bereits eine Anfrage aus der Provinz Taroudannt für ein zweites Werk nach dem gleichen Konzept.

In Deutschland wird der Reiseführer über den Verlag Edith Kohlbach (Wiesbaden) vertrieben. Er ist darüber hinaus in der Licher Buchhandlung »Eckschuster« erhältlich.

 

Christel Jeschke, »Tata/Marokko - Perle des Anti-Atlas. Eine Provinz für Abenteurer und Entdecker«, ISBN 978-3-9810868-6-7, www.edith-kohlbach.de

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