11. Juli 2011, 13:25 Uhr

Ex-Licherin reist zum Hilfseinsatz ans Horn von Afrika

Gießen/Lich (ür). Die in Lich aufgewachsene Studentin Judith Kühl aus Tübingen bricht am Dienstag, 12. Juli, zu einem Hilfseinsatz ans Horn von Afrika auf. Die 25-Jährige fliegt mit dem christlichen Humedica-Ärzteteam nach Äthiopien, ist als Koordinatorin und in der Medienarbeit tätig.
11. Juli 2011, 13:25 Uhr
Die in Lich aufgewachsene Studentin Judith Kühl will Hungernden in Ostafrika helfen durch ihren Einsatz als Koordinatorin und Medienbegleiterin.

 

In Äthiopien, Somalia, Dschibuti und im Norden Kenias leidet die Bevölkerung unter einer massiven Hungersnot; ausgelöst durch eine der schlimmsten Dürreperioden und schwere Ernteausfälle. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind am Horn von Afrika rund zwölf Millionen Menschen betroffen. Die Vorräte des UN-Welternährungsprogramms reichen dort voraussichtlich bis September. Danach befürchten Hilfsorganisationen einen unkontrollierbaren Hungerstod wie Mitte der 1980er Jahre in Äthiopien.

Humedica beobachtet die Situation seit Wochen intensiv und hat sich aufgrund der dramatischen Zuspitzung zum Eingreifen entschlossen. Das gab der Leiter des Humedica-Forums Hessen, der Hausarzt Georg Müller aus Solms bei Wetzlar, bekannt. Zum neuerlichen Einsatz aufgerufen hat der Humedica-Direktor für Äthiopien, Motbainor Abera: »Die Situation in unserem Land ist tatsächlich dramatisch.« Kooperationspartnern seien Save the Children und Mercy Corps.

Daraufhin hatte die Humedica-Zentrale in Kaufbeuren alle ehrenamtlichen Mitarbeiter alarmiert. Schnell war ein Team zusammen, darunter Judith Kühl. Die Lehramtsstudentin für Theologie und Germanistik hatte vor zwei Jahren ein Medienpraktikum bei Humedica absolviert. Anschließend war sie bei Katastropheneinsätzen dabei; 2009 nach dem Erdbebeno in Italien, vergangenes Jahr in Haiti, Pakistan und Benin, 2011 bereits in Brasilien.

Sie könne zwar nicht operieren oder Infusionen legen. Aber sie könne den Menschen zuhören, ihnen ins Gesicht schauen und Mitleid ausdrücken. Zudem sammele sie die Schicksale, berichte darüber nach Deutschland, um so Menschen zu erweichen, für die Opfer zu spenden. Dazu unterbricht sie die Abschlussarbeiten ihres Studiums für rund zwei Wochen. In Ostafrika ist sie für die Medienarbeit tätig, zudem übernimmt Kühl Koordinationsaufgaben. Oftmals, so ihre Erfahrungen, müssten vor Ort Möglichkeiten des Einsatzes geklärt, Behördengänge gemacht, Medikamente durch den Zoll gebracht oder Quartiere für die Ehrenamtlichen organisiert werden.

Humedica arbeitet bereits Jahre in Äthiopien, hat neben Büro, Fahrzeugen und Mitarbeitern eine komplette Infrastruktur aufgebaut, was einen Katastropheneinsatz erleichtert. Neben dem medizinischen Engagement organisiert Humedica Hilfsgüterverteilungen. Dabei steht die Organisation in engem Kontakt zum Auswärtigen Amt, um auch in Berlin Unterstützung zu generieren. Viele werden helfen wollen, denn für Dürre- und Krisenflüchtlinge am Horn von Afrika stellt die EU-Kommission mehr als fünf Millionen Euro Soforthilfe bereit.

 

Humedica-Spendenkonto - Stichwort Hungersnot Äthiopien, Konto 47 47 Sparkasse Kaufbeuren, BLZ 734 500 00. Kühl veröffentlicht im Internet unter www.humedica.org und facebook.com/humedica .



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos