Lich

Endgültiges Ergebnis: 4914 Wähler stimmten für Klein

Lich (us). Noch nie hat ein Bürgermeister in Lich bei einer Direktwahl so viele Stimmen bekommen wie Bernd Klein. Hinter seinem nun auch amtlich endgültigen Wahlergebnis von 64 Prozent stehen 4914 Wählerstimmen. r.
24. September 2013, 13:08 Uhr
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Die Wahl ist vorbei, das süße Leben kann beginnen: Die Bürgermeisterkollegen und Landrätin Schneider gratulieren Bernd Klein und seiner Frau Diana zum Wahlsieg, passenderweise im Restaurant »La Dolce Vita« in Birklar. (Foto: us)

Das sind 272 Stimmen mehr, als sein populäre Vorgänger Ludwig Seiboldt je bekommen hat, obwohl der bei seinen beiden Direktwahlen stets jenseits von 73 Prozent gelandet war. Dieses Zahlenspiel ist nur eine von mehreren Besonderheiten des zurückliegenden Super-Wahlsonntags.

Die Zusammenlegung von Bundestags-, Landtags- und Bürgermeister-Direktwahl hat den Mitarbeitern der Stadtverwaltung einiges abverlangt und der Bürgermeisterwahl eine Wahlbeteiligung verschafft, an die unter normalen Umständen nicht zu denken gewesen wäre. 10 527 Wahlberechtigte waren gelistet, 7825 machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, das sind 74,3 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Stichwahl vor sechs Jahren gaben nur 56,7 Prozent der damals 10 517 Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Die ungewöhnlich hohe Wahlbeteiligung verschafft dem wiedergewählten Bürgermeister auch ein ungewöhnlich hohes Maß an Legitimation. Rechnerisch haben ihm 46,7 Prozent aller wahlberechtigten Licher das Vertrauen ausgesprochen. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass in Gießen schon Oberbürgermeister mit einer Zustimmungsquote von 15,2 Prozent ins Amt gekommen sind. Der Vergleichsmaßstab für Licher Verhältnisse sind die Direktwahlen von 1995 und 2001. Mit einer 48,26 aller Wahlberechtigten (1995) hält der langjährigen CDU-Bürgermeister Seiboldt unangefochten den Rekord. 2005 allerdings lag er mit 42,18 Prozent unter dem aktuellen Ergebnis von Klein.

Ein Blick auf die Ergebnisse von Bundestag- und Landtagswahl zeigt schließlich, dass der wiedergewählte Bürgermeister breite Zustimmung auch unter den Anhängern anderer Parteien erhalten hat. Bei der Bundestagswahl kam das konservative Lager in Lich zusammengerechnet auf über 50 Prozent, bei der Bürgermeisterwahl entschieden sich viele dieser Wähler anders.

Ungewöhnlich sind nicht nur die Zahlen. Auch der Wahlabend verlief anders. Der dauerte. Wahlleiterin Anja Stark und ihr Team hatten sich alle Mühe gegeben, den Vorraum der Stadtbibliothek fürs »Public Viewing« nett herzurichten. Dennoch war am Ende, als das vorläufige Endergebnis um 22.43 Uhr feststand, ein wenig die Luft raus. Etliche Besucher hatten, ermattet von den viele Zahlen, bereits den Heimweg angetreten. Bernd Klein und seine politischen Freunde allerdings feierten noch einige Stunden im Bürgersaal.

Glückwünsche von den Kollegen

Gut gelaunt ging es am Montag weiter. Wie im Landkreis Gießen üblich, war die Bürgermeisterriege, ungeachtet der Couleur, fast vollständig im Birklarer Restaurant »La Dolce Vita« angetreten, um mit dem Wahlsieger zu feiern. Karl-Heinz Schäfer (Pohlheim) gratulierte zu einem »guten, satten Wahlergebnis« und warf auch einen Blick über den Landkreis Gießen hinaus nach Wiesbaden, wo eine schwierige Regierungsbildung ansteht. »Wir Kommunalen wollen eine verlässliche Landesregierung, die die Finanzausstattung der Städte und Gemeinden nicht nur am Rande behandelt.« Klein freute sich über die Unterstützung seiner Kollegen. Als Direktgewählte hätten sie in diesen Zeiten alle eine schwierige Aufgabe. Der wolle auch er sich in den kommenden sechs Jahre wieder widmen: »Deutlich zu sagen, was geht und was nicht.«

Am Abend wurde es dann noch einmal amtlich. Der Gemeindewahlausschuss tagte unter Leitung von Anja Stark im Rathaus und stellte das endgültige Ergebnis fest.

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