30. Januar 2009, 17:20 Uhr

Dank an eine Rektorin mit Herz und analytischem Verstand

Lich (us). 17 Jahre lang hat Angela von Mechow die Anna-Freud-Schule geprägt: Jetzt, mit dem Eintritt in die passive Phase der Altersteilzeit, ist dieser Lebensabschnitt zu Ende, ein neuer kann beginnen: einer, in dem mehr Zeit bleibt für Musik und Literatur, für Gartenarbeit, Reisen und die Enkel in Berlin. Doch vor dem Aufbruch zu neuen Ufern stand der Abschied, und der fiel ganz besonders herzlich aus.
30. Januar 2009, 17:20 Uhr
Nach 17 Jahren verlässt Rektorin Angela von Mechow die Anna-Freud-Schule. Der Förderverein versüßte ihr den Abschied mit einer opulenten Torte. (Foto: us)

Lich (us). 17 Jahre lang hat Angela von Mechow die Anna-Freud-Schule geprägt: Jetzt, mit dem Eintritt in die passive Phase der Altersteilzeit, ist dieser Lebensabschnitt zu Ende, ein neuer kann beginnen: einer, in dem mehr Zeit bleibt für Musik und Literatur, für Gartenarbeit, Reisen und die Enkel in Berlin. Doch vor dem Aufbruch zu neuen Ufern stand der Abschied, und der fiel gestern Vormittag ganz besonders herzlich aus. Zahlreiche Redner und nicht zuletzt die Lehrerband mit einer hinreißende kleinen Show zeichneten das Bild einer »Rektorin mit Herz«, die mit Engagement, Verhandlungsgeschick und Großzügigkeit ganz entscheidend zur guten Atmosphäre an der Licher Förderschule mit ihren mittlerweile rund 150 Schülern beigetragen hat. Von Mechows Nachfolge tritt in der kommenden Woche Rainer Berk an.

Für das Staatliche Schulamt würdigte Volker Karger die scheidende Rektorin als »wache und analytische Schulleiterin«, die ihre Entscheidungen auf Grundlage eines reichen Erfahrungsschatzes treffen konnte. Dabei wollte Angela von Mechow ursprünglich gar nicht Lehrerin werden. Als die Laubacherin 1967 in München begann, Politik, Soziologie und Zeitungswissenschaften zu studieren, war Journalistin ihr Ziel. Doch bald besann sie sich eines besseren. Sie sattelte um auf Deutsch und Sozialkunde fürs Lehramt an Haupt- und Realschulen. Im November bestand sie ihr erstes Staatsexamen mit Auszeichnung. Dem zweiten Staatsexamen ließ sie ein Aufbaustudium für Sonderpädagogik folgen.

Von Mechows berufliche Laufbahn begann an der Martin-Buber-Schule, wo sie Stufenleiterin wurde. Daneben war sie in der Lehrerausbildung tätig. 1992 übernahm sie zunächst kommissarisch die Leitung der Anna-Freud-Schule in Lich, im Jahr darauf wurde sie auch offiziell in dieses Amt eingeführt. Der frühere Schuldezernent Rolf-Dieter Beinhoff, der gestern den erkrankten Kreisbeigeordneten Siegfried Fricke vertrat, konnte sich noch gut an die lebhafte Zeremonie damals erinnern. »In ihrer Zeit an der Anna-Freud-Schule war immer etwas los, inhaltlich und auch baulich«, sagte er. Die Glückwünsche des Studienseminars übermittelte Joachim Grußdorf. Angela von Mechow habe immer Referendare ausgebildet, und die hätten sich in Lich stets wohl gefühlt, sagte er. Bürgermeister Bernd Klein hob den guten Ruf der Anna-Freud-Schule hervor. »Den bekommt man nicht hinterher geworfen, den muss man sich erarbeiten«, sagte er und unterstrich, das die Förderung von Bildung sich nicht in gut ausgestatteten Schulen erschöpfe. »Am wichtigste sind Menschen, die unseren Kindern weiterhelfen und sie fördern wollen.« Die Glückwünsche des Verbunds Licher Schulen übermittelte Jürgen Vesely, der Rektor der Erich-Kästner-Schule, der die stets gut nachbarschaftliche Zusammenarbeit mit von Mechow hervorhob. »Wir hätten uns das auch gut in einem gemeinsamen Schulzentrum vorstellen können«, merkte er mit Blick auf die Debatte um die bauliche Zukunft der sanierungsbedürftigen Licher Schulen an.

Grußworte im Namen der GEW sprach Gundula Fellner. Prof. Christiane Hofmann vom Institutu für Heil und Sonderpädagogik der Gießener Universität lobte von Mechows Fähigkeit, ein gutes Kollegium aufzubauen und zusammenzuhalten, Simona Weidenbach als Vertreterin des Elternbeirats und Jürgen Jakob vom Freundes- und Förderkreis der Anna-Freud-Schule hoben die Souveränität, Großzügigkeit und Herzlichkeit der scheidenden Schulleiterin hervor und bedankten sich mit einem üppigen Rosenbeet und einer ebensolchen Torte. Alles Gute für de neuen Lebensabschnitt wünschten auch die Leiter der Georg-Kerschensteiner-Schule (Biebertal) und der Martin-Buber-Schule (Gießen), Rolf Bayer und Gudrun Richter-Bäuerlein.

Von den Schülern hatte sich Angela von Mechow, wie sie berichtete, in den letzten Wochen schon ausgiebig verabschiedet. »Kinder mögen keine Veränderungen«, sagte sie, aber bei ihrem Nachfolger seien sie in guten Händen. Von der kommenden Woche an wird Rainer Berk, der bislang Rektor an der Pestalozzi-Schule in Gemünden im Vogelsberg war, im Schulleiterzimmer der Anna-Freud-Schule Platz nehmen.

Neben der Lehrerband trug ein Trio mit Barbara Klocke-Weinel, Heidi Fischer und Gesche Fromme zur musikalischen Gestaltung der Abschiedsfeier bei. Durch das Programm führte Konrektorin Elke Triller.



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