11. Oktober 2012, 11:33 Uhr

Wie seit 20 Jahren: »Jazz für den Frieden« in Laubach

Laubach (pm). Sie zählt zu den traditionellen und zugleich besonderen Herbstveranstaltungen im Raum Laubach. Schon wegen des Anspruchs, gute Musik und gesellschaftspolitisches Anliegen zu vereinen. Die Rede ist von »Jazz für den Frieden«, zu dem die Friedenskooperative Grünberg-Laubach-Mücke seit nun 20 Jahren einlädt.
11. Oktober 2012, 11:33 Uhr
Jazz für den Frieden 2010: die »Laubach Jazz Formation« sorgte für »loungige« Unterhaltung. (Foto: Archiv)

Am Freitag, 2.November, 19.30 Uhr, ist es wieder soweit. Stargast in der zum »Jazzkeller« verwandelten Aula der Friedrich-Magnus-Gesamtschule Laubach ist Romy Camerun.

Camerun ist international als herausragende Jazzsängerin bekannt. Offen für musikalische Einflüsse aus unterschiedlichen Richtungen, steht sie sicher in der Tradition des blues-beeinflussten Jazzgesangs. Sie begeistert mit ihrer unverkennbaren, leidenschaftlichen Stimme und ihrem virtuosen, kreativen Scatgesang.

Camerun wuchs in Westfalen auf und lernte früh Klavier spielen. Als Weltbürger lebte sie in Los Angeles, war Semifinalistin des »International Thelonius Monk Contest« in Washington DC, arbeitete in den Niederlanden, in der Schweiz, in Griechenland, in Italien und in Frankreich mit dem französischen »Glenn Miller Orchester«. 2004 und 2006 war sie als Dozentin für das Goethe-Institut in Sarajevo tätig. Heute unterrichtet Camerun an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, an der Folkwang Hochschule Essen und an der FH Osnabrück. Darüber hinaus ist sie auf diversen Workshops innerhalb und außerhalb Deutschlands als Dozentin gefragt. Camerun unterstützt an dem Abend die Stammgäste von der »Laubach Jazz Formation« am Piano. Wie gewohnt tritt auch die Schulband der FMGS unter Leitung von Christopher Heinzel auf und wird für eine musikalische Abwechslung im Programm sorgen. Erfrischungen und ein internationales Buffet runden den Abend ab.

Traditionell wird mit der Veranstaltung »Jazz für den Frieden« die Friedens- und Versöhnungsarbeit in Kriegs- und Krisengebieten unterstützt. Dieses Jahr wird der Erlös der Benefizveranstaltung aufgeteilt und geht an Organisationen, die einen Beitrag zur Friedensarbeit in Deutschland leisten.

Die eine Hälfte geht an »Handicap International« und ist speziell für das Projekt »ComIn« bestimmt. Das bietet verschiedene Wege an, um die Einbindung von Migranten und Flüchtlingen mit Behinderung im Alltag zu fördern. Mit der anderen Hälfte des Erlöses wird die »Opferperspektive« mit Sitz in Potsdam unterstützt. Diese Organisation setzt sich für Opfer rechter Gewalt überwiegend in Ostdeutschland ein, damit jeder Mensch – gleich welchen nationalen, ethnischen, religiösen, sexuell-orientierten oder weltanschaulichen Hintergrunds – frei und ohne Angst sich bewegen und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Die Gewalt trifft in der Regel jene, die als Angehörige gesellschaftlicher Minderheiten bereits unter Diskriminierung leiden. Die Täter sehen sich durch die Verbreitung von menschenfeindlichen Einstellungen in der Gesellschaft und in politischen Diskursen ermächtigt, als »Vollstrecker des Volksempfindens« gegen Minderheiten aufzutreten. Über die Projekte wird am Abend berichtet.

Die Aula wird mit Hilfe der Schüler in einen gemütlichen »Jazzkeller« verwandelt. Weitere Infos zu den unterstützten Organisationen und Romy Camerun im Internet. Eintritt: Schüler/Studenten 5 Ezuro, Erwachsene: 12 Euro, Vorverkauf in dder »Laubacher Bücherstube«.

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