20. Juli 2012, 17:43 Uhr

Werke von Pal Kepenyes in der Alten Schlossküche in Laubach

Laubach (tie). In der Alten Schlossküche sind bis zum 30. Juli Arbeiten des Bildhauers und Goldschmieds Pal Kepenyes zu sehen. Der mittlerweile 86-Jährige zählt zu den bedeutendsten Künstlern Mexikos.
20. Juli 2012, 17:43 Uhr
»Jenseits menschlicher Grenzen«: Pal Kepenyes, der zu den wichtigsten Künstlern Mexikos zählt, stellt bis zum 30. Juli seine Werke in der Alten Schlossküche in Laubach aus. (Foto: tie)

»Ich wollte unbedingt einen Film über diesen so besonderen Menschen machen und ihn der Welt zeigen.« Dorotty Szalma, die Regisseurin der Oper Schloss Laubach, war sehr gerührt, als sie am Donnerstag die Ausstellung von Pal Kepenyes in der Alten Schlossküche eröffnete. Szalma hatte den Kontakt zu dem mittlerweile 86-jährigen mexikanischen Bildhauer, Goldschmied und Juwelier hergestellt und nutzte die Vernissage auch, um Filmmaterial über den ungarischstämmigen Künstler zu drehen. Zuvor hatten Sängerinnen und Sänger der Oper Schloss Laubach unter dem Applaus der Besucher mehrere Lieder und Arien aus der Mozart-Oper »Die Entführung aus dem Serail« intoniert.

Anfassen erwünscht

Hausherr Karl Georg Graf zu Solms-Laubach beschrieb, wie sehr ihn Werk und der Person Kepenyes eingenommen haben. »Seine Kunst hat mich sofort gefesselt und gefangen genommen«. Dass man ausdrücklich dazu aufgefordert werde, die Kunstwerke zu berühren, zu verändern und neu zu arrangieren sei ein seltener Zugang in der modernen Kunst. Ein Motiv von Kepenyes ist die Kritik am Tempo der modernen Welt, dem der Mensch nicht mehr folgen kann.

Dorotty Szalma erläuterte anschließend kurz die Vita von Pal Kepenyes, dessen Familie im kommunistischen Nachkriegs-Ungarn enteignet wurde. Kepenyes war politischer Gefangener. Er wog nur noch 54 Kilogramm, als ihm schließlich über Paris und New York die Emigration nach Mexiko gelang. Trotz alledem: »Er trägt die Sonne in sich und lädt dazu ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen, wieder Kind zu sein«, sagt Szalma.

Kepenyes gehört heute zu den führenden Bildhauern Mexikos, zu seinen Sammlern gehörten Käufer wie Louis Armstrong, Otto von Habsburg, Elizabeth Taylor und Bill Gates. Kepenyes ist Träger zahlreicher Verdienstorden, seine Denkmäler stehen in vier Großstädten und seine Werke werden weltweit gezeigt. In Laubach überreichte ihm der Gastgeber den traditionellen gräflichen »Schnepfen-Taler«.

Die Philosophie, die Pal Kepenyes bewegt, äußert sich in seinem monumentalen Werk. Es geht um die Vorstellung vom Menschen ohne Grenzen, von der Unermesslichkeit des kosmischen Raums und dem Geheimnis der Natur. Die Größe dieser Gedanken findet symbolischen Ausdruck im fortdauernden und fein gearbeiteten Kunstwerk.

Die Ausstellung in Laubach unter dem Titel »Jenseits menschlicher Grenzen« kann bis zum 30. Juli besichtigt werden; weitere Informationen unter Telefon 06405/91 04 15.



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