30. Oktober 2011, 21:23 Uhr

Starke Zunahme bei Brandsicherheitsdiensten in Laubach

Laubach (fp). 128-mal gab es seit dem 29. Oktober 2010 Alarm für Laubachs Feuerwehren. Bewältigt wurden 24 Brandeinsätze, 69 Hilfeleistungen und 29 Brandsicherheitsdienste. Auch sechs Fehlalarme schlugen zu Buche. Diese Bilanz zog Stadtbrandinspektor Michael Sussmann.
30. Oktober 2011, 21:23 Uhr
In der Hauptversammlung aller Feuerwehren Laubachs wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen und Wehrführer ernannt. Wilfried Friedrich, Kreisstabführer Karlheinz Schmidt, Ulrich Lutz (stellv. SBI), Günther Semmler, Kreisbrandmeister Wolfgang Then, Holger Parr, Hans-Joachim Lehr, Hans-Friedel Peter, Helmuth Bethge, Christian Meerbott, Hans-Otto Jäger, Benjamin Marx, Michael Schenker, Karlheinz Stengel, Wolfgang Möll, Martin Schleer, Bürgermeister Peter Klug, Stadtbrandinspektor Michael Sussmann und Marcel Straube (v. l.). (Foto: fp)

Im Rahmen der Hauptversammlung aller Laubacher Einsatzabteilungen am Samstag in der Sport- und Kulturhalle Lauter wurden langjährige Feuerwehrmänner sowie Musiker ausgezeichnet. Aber auch Kritik wurde laut. Stadtjugendfeuerwehrwart Udo Kühn trat nach seinem Bericht (folgt) zurück, da er nicht in die Brandschutzkommission berufen wurde (siehe nebenstehenden Bericht). Musikalisch umrahmt wurde die Versammlung durch den Musikzug der Feuerwehr Laubach.

SBI Sussmann zog Bilanz. Im Vergleich verzeichne man zwar 37 Einsätze weniger als im Vorjahr, doch erzwangen da zwei Unwetterlagen allein 60-mal das Eingreifen der Wehren. So habe man im Verhältnis doch wieder mehr Einsätze zu bearbeiten gehabt, sagte Sussmann. Meist waren es kleinere Brände die zu bekämpfen waren, doch kam es auch zu einem Dachstuhlbrand in der Altstadt, und die Kräfte halfen bei einem Wohnhausbrand in Queckborn. Breit war auch das Spektrum der Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen, Unwettereinsätzen und Unterstützungen für Rettungsdienst und Polizei.

Statistisch gesehen verzeichnete man 19 Klein-, vier Mittel- und einen Großbrand. 14 Amtshilfen, fünf Hochwassereinsätze, neun Ölspuren, sieben Sturm- und fünf Tier-/Insektennotfälle schlugen zu Buche. Vier Verkehrsunfälle, sechs Unwettereinsätze, drei Unterstützungen für den Rettungsdienst und zwei Türöffnungen vervollständigen die Bilanz gemeinsam mit 14 sonstigen Einsätzen und sechs Fehlalarmen.

Deutlich zugenommen hätten die Brandsicherheitsdienste, so Sussmann. Veranstaltungen wie das Bluesfestival oder der Herbstzauber mit über 10 000 Besuchern fordern zusätzlich die Einsatzkräfte. Hier müsse man künftig über die Beteiligung der Stadtteilwehren nachdenken, meinte der SBI. Statistisch gesehen nahmen die Einsätze 280 Stunden in Anspruch, dafür wurden 1560 Personalstunden geleistet, hinzu kommen die Brandsicherheitsdienste mit zusätzlichen 1400 Personalstunden.

Sehr gute Beteiligung bei Fortbildungen

Beteiligt war man am Kreisverbandstag in Rüddingshausen, hier marschierte man erstmals in einem Block. Erfreuliches vermeldete Sussmann bei der Personalentwicklung, die mit 210 Aktiven konstant blieb (darunter befinden sich 28 Frauen).

Groß war das Bestreben in Sachen Fortbildung. Über 60 Anmeldungen für Kreislehrgänge oder an der Landesfeuerwehrschule wurden bearbeitet. Das Spektrum reicht dabei von der Grundausbildung bis zu den Führungslehrgängen. Allerdings konnte nicht jeder berücksichtigt werden, hier wünschte sich der SBI Verbesserungen. Die Atemschutzgeräteträger waren an vier Terminen auf der Übungsstrecke bei der Berufsfeuerwehr in Gießen (Beteiligung: 53 Personen). 15 davon nahmen zusätzlich an einem Verhaltenstraining »Innenbrandbekämpfung« in Alten-Buseck teil. Die Feuerwehr Gonterskirchen richtete einen »Kettensägen-Übungstag« in Form eines Wettbewerbes aus.

Zu sechs Sitzungen traf sich der Wehrführerausschuss. Das neue Gerätehaus in Altenhain ist gebaut, und der Umzug steht kurz bevor. Ruppertsburg und Freienseen erhielten für ein neues MTF jeweils einen Zuschuss von 2500 Euro. In Laubach wurde im Bereich des Bauhofes eine neue Sirene auf einem Mast installiert. Ebenfalls in der Kernstadt wurde vor sechs Wochen ein neuer Einsatzleitwagen in Dienst gestellt.

Der Bedarfs- und Entwicklungsplan ist immer noch nicht beschlossen und muss nun erneut überarbeitet und aktualisiert werden. Für neue Fahrzeuge in Ruppertsburg, Wetterfeld und Laubach wurden Anträge gestellt, ebenso für eine Baumaßnahme in der Kernstadt. Die Stadt Laubach wird künftig die Fahrerausbildung fördern, und die Zusatzalarmierung per SMS wurde eingeführt, ermöglicht durch die neuen Feuerwehrvereine und einen Zuschuss der Stadt.

»Vielschichtig und qualitativ hochwertig«

Die Einberufung der Brandschutzkommission ersetzt den »Runden Tisch« und spricht für den Magistrat Empfehlungen aus. 54 Einsatzkräfte ließen sich gegen Hepatitis-B immunisieren, der Dank des SBI ging an den Arzt Andreas Sturm, der die Impfung an drei Terminen vornahm. Das neue Fahrzeugkonzept des Landkreises Gießen bedeutet auch für die Feuerwehr Laubach überörtliche Tätigkeiten. Abschließend dankte SBI Sussmann Bürgermeister Peter Klug sowie allen Verantwortlichen in Feuerwehr und Politik für die Zusammenarbeit. Der Lauterer Wehr sprach er seine Anerkennung für die Ausrichtung der Versammlung aus.

Bürgermeister Peter Klug meinte, aus der Summe der Einsätze könne man ableiten, was die Wehren wieder geleistet hätten: vielschichtig und qualitativ hochwertig. Das Wirken der Kräfte falle in der Öffentlichkeit nicht auf, da sie kein »großes Ding« daraus machten, meinte Klug weiter und bezifferte die Ausgaben für das laufende Geschäft mit 167 930 Euro.

Bei Führungen für Schulklassen im Rathaus mache er immer Werbung für die Feuerwehr. Klug ging auf die Ausgaben ein und betonte, man plane, auch den Betreuern der Minifeuerwehren eine Aufwandsentschädigung zu zahlen. Die Freiwillige Feuerwehr sei ein unverzichtbarer Bestandteil des Rettungswesens und des Sicherheitskonzeptes der Stadt. Der Bürgermeister dankte für die geleistete Arbeit.

Für Christian Meerbott folgte die Ernennung zum Wehrführer der Feuerwehr Wetterfeld und in das Ehrenbeamtenverhältnis. Zuvor überreichte Klug ihm die Entlassungsurkunde, denn Meerbott war vorher Stellvertreter. Dieses Amt bekleidet nun Marcel Straube, auch er wurde ernannt.

Kreisbrandmeister Wolfgang Then dankte den Kräften stellvertretend für Landrätin Anita Schneider und Kreisbrandinspektor Mario Binsch. Nach einem erneuten Vertrauensausspruch der Bevölkerung könne man stolz auf die Tätigkeiten und das Engagement sein. Im Hinblick auf die Kosten für die Feuerwehr warf der KBI die Frage auf, was wichtig im Gemeinwesen sei? Bei Feuer oder schweren Verkehrsunfällen zähle es, dass es Frauen und Männer gibt, die zu jeder Tag- und Nachtzeit Hilfe leisten. Wichtig sei die Nachwuchsarbeit, aber auch, den Betreuern die nötige Wertschätzung entgegenzubringen, so Then weiter, der auf die kreisweite Entwicklung der Feuerwehren einging. Gemeinsam mit Kreisstabführer Karlheinz Schmidt nahm Then zahlreiche Ehrungen vor. Schmidt lobte vorher den gegenwärtigen Aufwärtstrend beim Musikzug Laubach.

Ehrenabzeichen in Gold für W. Friedrich

Staatliche Ehrungen erhielten mit dem silbernen Brandschutzehrenzeichen am Bande für 25-jährige aktive Mitgliedschaft Martin Schleer aus Lauter und Holger Paar aus Ruppertsburg. Die Auszeichnung in Gold am Bande für 40-jährige aktive Mitgliedschaft wurde an Günther Semmler aus Laubach verliehen. Hans-Joachim Lehr aus Ruppertsburg bekam das Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Hessen-Darmstadt in Silber für 40 Jahre Mitgliedschaft. 50 Jahre dabei ist der ehemalige Stadtbrandinspektor Wilfried Friedrich aus Ruppertsburg, er trägt nun das Ehrenzeichen in Gold.

Folgende Musiker wurden mit dem Ehrenzeichen in Bronze durch den Landesfeuerwehrverband ausgezeichnet (Grundlage dafür bildet eine 15-jährige Tätigkeit): Rebekka Momberger, Karlheinz Stengel, Hans-Otto Jäger, Helmuth Bethge, Philipp Gerschlauer, Hubert Honsewitz, Benjamin Marx, Wolfgang Möll, Michael Schenker und Hans-Friedel Peter. Die Auszeichnungen fanden teilweise in Abwesenheit statt.

Abschließend gab Sussmann noch einen Termin bekannt. Am 26. November 2011, um 20 Uhr gibt der Musikzug ein Adventskonzert im Dorfgemeinschaftshaus Wetterfeld.

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