30. Juni 2009, 09:50 Uhr

Parkplatz »Erlebniswald« abgesichert

Laubach (tb). Einmütig hat Laubachs Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung den Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich »Große Hexenwiese/Thomasbügel« beschlossen. Bei der Planänderung geht es (einzig) um den Bau eines Parkplatzes für den gräflichen »Erlebniswald« im Bereich der alten, heute bewaldeten Ackerterrassen oberhalb der B 276.
30. Juni 2009, 09:50 Uhr

Laubach (tb). Einmütig hat Laubachs Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung den Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich »Große Hexenwiese/Thomasbügel« beschlossen. Bei der Planänderung geht es (einzig) um den Bau eines Parkplatzes für den gräflichen »Erlebniswald« im Bereich der alten, heute bewaldeten Ackerterrassen oberhalb der B 276. Nach Abwägung der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und dem einstimmigen Feststellungsbeschluss durch die Stadtverordneten geht der Plan jetzt an den RP zur endgültigen Genehmigung.

NABU: »Kleine Fahrtkostenpauschale«

Was die Stellungnahmen der Fachverbände, Behörden und Nachbargemeinden angeht, sah sich CDU-Fraktionsvorsitzender Björn-Erik Ruppel seinerseits zur einer Stellungnahme herausgefordert. Etwas außergewöhnliche Begründung: »Ich bin ja auch Fassenachter« (Ruppel ist sogar Erster Vorsitzender des Karnevalsvereins Laubach, die Red.). Folgender außergewöhnlicher Wunsch des NABU-Kreisverbandes löste beim Unionssprecher Verwunderung bzw. Erheiterung aus, Zitat: »Es wäre wünschenswert, wenn Vertreter von NABU bzw. Vogelschutzbeauftragte der Staatlichen Vogelschutzwarte regelmäßig gegen eine kleine Fahrtkostenpauschale z. ›B. bei den Veranstaltungen bzw. bei deren Planung und Durchführung beteiligt würden, um Konflikte von Anfang an vermeiden zu können.« In der (vom Parlament beschlossenen) Abwägung des Einwandes weist die beauftragte Planungsgruppe Bernshausen/Sawatzky diesen Wunsch aus formellen Erwägungen zurück, seien doch Veranstaltungen nicht Gegenstand der Flächennutzungsplan-Änderung.

Horst Wagner(SPD) unterstützte die Kritik aus der CDU: Diese Stellungnahme sei doch »sehr überzogen«, damit mache man sich unglaubwürdig. Selbst im Naturschutz aktiv, kündigte Wagner an, diese Ansicht auf dem kurzen Dienstweg dem NABU-Kreisvorsitzenden zu übermitteln.

Das Plenum stimmte im Übrigen auch der Abwägung der Planergruppe zu, was die Vorgaben für die »Natura 2000«-Schutzgebiete im »Erlebniswald« angeht. Der NABU hatte hier gefordert, die Schutzvorgaben »unbedingt einzuhalten« und - bei Feststellung der Brut/Aufzucht seltener Tierarten - zu ermöglichen, dass in dieser Zeit und nach Absprache mit Unterer Naturschutzbehörde bzw. RP Teilbereiche für den Publikumsverkehr gesperrt werden. Das Planungsbüro merkt dazu zunächst an, dass der Stellungnahme ja bereits entsprochen worden sei. Für die beiden Schutzgebiete im Plangebiet seien im Übrigen Verträglichkeitsprüfungen (für Flora-Fauna-Habitate/FFH) durchgeführt worden. Bezüglich des Artenschutzes wird überdies auf die naturschutzrechtliche Genehmigung des Vorhabens verwiesen. Die werde schließlich nur erteilt, sofern keine Verbotstatbestände nach § 42 Bundesnaturschutzgesetz vorliegen. »Demnach sind derzeit keine Störungen seltener Tierarten im Plangebiet bekannt. Sollten sich in Zukunft Veränderungen ergeben, sind die Regelungen des Artenschutzes zu beachten.«



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos