14. Juli 2012, 18:13 Uhr

Laubacher Heimatkundler besichtigten Burg Münzenberg

Laubach (pm). Münzenberg war dieser Tage Ziel eines Ausflugs des Heimatkundlichen Arbeitskreises Laubach. Bereits bei der Anfahrt wurde man von der hoch über der Stadt auf einem Basaltkegel gelegenen Ruine mit den beiden Türmen, dem »Wetterauer Tintenfass«, begrüßt.
14. Juli 2012, 18:13 Uhr
Die Laubacher Heimatkundler bei der Führung durch die Burgruine Münzenberg. (Foto: pm)

Bei der Führung erfuhren die Laubacher von Johannes Hummel viel Wissenswertes über die Burg, erbaut Mitte des 12. Jahrhunderts von Kuno I. von Münzenberg. Der Enkel Kunos, Ulrich von Münzenberg, starb1255 kinderlos. So wurde der Besitz unter seinen verheirateten Schwestern zu je einem Sechstel aufgeteilt. Dem Schwager Philipp I. von Falkenstein und seinen Nachfahren gelang es, bis auf ein Sechstel des Anteils alles n sich zu bringen. Sie ließen einen zweiten Palas und einen zweiten Bergfried zur Repräsentation bauen. Auch die Falkensteiner starben im Mannesstamm aus, und die Anteile, somit also die Herrschaftsrechte über Münzenberg, zersplitterten immer mehr. Auch an Solms-Laubach fiel ein Anteil am Münzenberger Erbe.

Während des 30-jährigen Krieges diente die bereits lange unbewohnte Burganlage als Schutzraum für die Bevölkerung und verfiel schließlich endgültig zur Ruine. Heute gehört sie zum Bestand der Verwaltung für Staatliche Schlösser und Gärten Hessens.

Den Laubacher Heimatkundlern wurde offensichtlich, dass es ein Glück für die prächtige Burganlage war, durch Sicherungsarbeiten erhalten zu werden und von verfälschenden Wiederaufbaumaßnahmen verschont zu bleiben. Vom Wehrgang aus genoss man die beeindruckende Fernsicht und den ehemaligen Solms-Laubacher Gutshof, bevor es mit der Führung dorfabwärts in die evangelische Pfarrkirche weiterging. Auch hier, im Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert, erfuhren die Laubacher viel Interessantes. Sogar ein Chorgestühl aus später Stauferzeit ist noch erhalten. Das holzgeschnitzte mittelalterliche Kruzifix mit Echthaar-Perücke soll in seinem Brustkorb sogar ein Reliquienbehältnis mit einem Span der Leichenkarre der heiligen Elisabeth haben.

Auf dem Marktplatz, vor dem 1551 erbauten Rathaus mit Treppengiebel und prächtigem Erker, wurde die Führung beendet. Bei Kaffee und Kuchen ließ man den schönen Nachmittag ausklingen und dankte ganz herzlich dem äußerst kundigen Burg- und Stadtführer Johannes Hummel.

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