17. November 2014, 09:18 Uhr

Laubach: »Jazz für den Frieden« mit Valentin Garvie

Laubach (dis). In bereits 23. Auflage hieß es in Laubach »Jazz für den Frieden«. Zum neunten Mal fand die Benefizveranstaltung der Friedenskooperative Grünberg-Laubach-Mücke in der Aula der Friedrich-Magnus-Gesamtschule statt. Als besonderen Gast bot die Kooperative diesmal den Trompter Valentin Garvie auf.
17. November 2014, 09:18 Uhr
»Jazz für den Frieden«: Valentin Garvie und Sigi Bepler. (Foto: dis)

Wieder am Start war die »Laubach Jazz Formation« mit eigenen Versionen im Bebop- und Swing-Stil und Sigi Bepler am Mikro. Die weitere Besetzung: Detmar Hönle (Flöte), Andreas Müller (Klavier), Johannes Langenbach (Schlagzeug), Günter Weißer (Tenorsaxofon) und Michael Will (Kontrabass).

Stargast des Abends war Valentin Garvie. In Argentinien geboren, lebt er seit 2002 in Deutschland. Er hat eine Ausbildung in Klassischer Trompete absolviert und ist seit zwölf Jahren Mitglied des »Ensembles Modern«, arbeitet mit prominenten Komponisten zusammen und musiziert mit Jazz-Größen wie Wilson de Oliveira und Bob Degen. Seit vier Jahren gehört er zum HR-Jazz Ensemble. Für dieses komponiert er auch. 2012 erhielt Garvie das Jazz-Arbeitsstipendium Frankfurt, das er in eine CD mit Musik des »Valentín Garvie Quintett« umsetzte. Dessen Repertoire integriert die Musikrichtungen und Stile, mit denen der Trompeter sein ganzes Leben zu tun hatte. Nachdem Garvie das Publikum gemeinsam mit der »Laubach Jazz Formation« begeistert hatte, unterhielt diese dann noch bis in den späten Abend hinen.

Ebenso auf der Bühne die Schulband der FMGS mit Elisa Diehl (Klavier), Lukas Mayer (Klavier), Chris Nunn (Gitarre), Emil Hofmann (Bass), Tim Keil (Schlagzeug), Dilan Gevsek und Lena Fischer (Gesang). Unter der Leitung von Christopher Heinzel sorgte sie für ein weiteren Highlight im Programm. Als Gastgruppe sang der von Roland Becker geleitete »Blues-Chor Laubach« mit Liedern im Blues-, Jazz-, Gospel- und Swingstil. Gemeinsam brachte man mit den Laubacher Jazzern und Gästen »Blueberry Hill« zum Vortrag. – Ein internationales Buffet rundete den Abend ab. Traditionell wird mit »Jazz für den Frieden« die Friedens- und Versöhnungsarbeit in Kriegs- und Krisengebieten unterstützt. In diesem Jahr ist der Erlös für den Aufbau einer Armenschule in Kiringo in Kenia bestimmt. Initiator Dr. Thomas Tüscher konnte sich über 1155 Euro freuen, die ein Spendenlauf der Gesamtschüler erbracht hat und vom ehemaligen Schulsprecher Johannes Rövenich überreicht wurde.

Wie Tüscher informierte, handelt es sich um eine Grundschule in kirchlicher Trägerschaft mit Unterricht auf Privatschulniveau. »Die Eltern brauchen kein Schulgeld zu bezahlen. Dafür wird von Ihnen erwartet, dass sie für die Schule arbeiten. Sie machen engagiert mit, denn sie wissen, dass ihre Kinder nur durch Bildung einen Weg aus der Armut finden werden.«

Die FMGS setzt sich im Rahmen von Projekten und Sammelaktionen für die Schule ein. Man will auch deutlich machen, dass Hilfe vor Ort ein Beitrag ist, dass weniger Menschen wegen großer Armut zu Flüchtlingen werden.

David Cohen gedacht

Solche leben derzeit auch in Laubach. Deshalb sollen für die örtliche Asylbewerber-Unterkunft notwendige Anschaffungen, gerade für Kinder, finanziert werden, für die keine öffentlichen Gelder verfügbar sind. Auch darüber wurde am Freitagabend berichtet, wobei eine seit 40 Jahren in Laubach ansässige türkischstämmige Frau ihren Dank für Begegnungen und gemeinsame Veranstaltungen im ehemaligen Amtsgericht aussprach.

Namens der Kooperative begrüßte Johannes Müller-Lewinski die zahlreichen Gäste. Nicht zuletzt wurde am Freitag des verstorbenen David Cohen gedacht, der lange Jahre Vorsitzender der Friedenskooperative war und diese Benefizveranstaltung mit initiiert und über viele Jahre geprägt und unterstützt hat.



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