17. September 2008, 22:06 Uhr

Gründung vor 50 Jahren nur mit einer Sondergenehmigung

Laubach (jhm). Zum Höhepunkt des Festwochenendes »50 Jahre SV Gonterskirchen« lud der Verein für Samstag zu einem bunten Kommersabend ins Festzelt.
17. September 2008, 22:06 Uhr

Festpräsident Werner Schmidt begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter die Gründungsmitglieder des Vereins, und verwies auf die Anfänge des Vereins, der 1958 nur unter Sondergenehmigung des Notars Kurt Hendrich gegründet worden war, da die Antragssteller noch nicht volljährig waren. »Es ist wohl einmalig, dass der Notar, der den Verein in rechtliche Wege geleitet hat, 50 Jahre später mit diesem Verein das Jubiläum feiert«, meinte Schmidt. Als erster Programmpunkt des Abends sorgten die »Horloffstimmen« unter Leitung von Dietrich Hecht für gute Stimmung, es folgte die Gardetanzgruppe des TSV Freienseen, die unter Leitung von Ute Brodt einen schwungvollen Tanz auf die Bühne legte.

Die Rede fürs Vereinspräsidium hielt im Anschluss Claus Domnowski. Die Stärke des Vereins sei der Zusammenhalt zwischen Jung und Alt in Toleranz und Gemeinschaft. »Wir alle sind der SV!« Auch wenn es in der Vergangenheit Reizthemen wie die Besetzung der Vereinsspitze gegeben habe, schaue man optimistisch nach vorn: »Arbeitsteilung ist heutzutage sehr wichtig, die neuen Strukturen funktionieren.«

Hitzige Derbys gegen den Lokalrivalen

Mit einem launigen Gedichtvortrag zur Geschichte des Vereins riss anschließend Kurt Binder die Besucher von den Sitzen. In echtem Oberhessisch ließ er die Gründung sowie die Anfänge der heute so erfolgreichen Fußballabteilung Revue passieren, schilderte Niederlagen und Triumphe ebenso, wie die hitzigen Derbys gegen den Lokalrivalen »Teutonia« Laubach.

Für den Sportbund Hessen ehrte Prof. Dr. Heinz Zielinski Heidi Lotz, Sonja Wild, Manfred Parr, Werner Lind und Manfred Kniedel für langjährige Vorstandsarbeit. Zudem überreichte er dem Verein eine Urkunde des LSB sowie des Sportkreises. »Sie zeigen, dass Sport mehr ist als Bewegung. Sie sind soziale Heimat für das örtliche Geschehen«, so Zielinski in seiner Laudatio.

Pfarrer Martin Jung meinte in seiner Rede, er wisse zwar nicht, ob Gott sportlich sei, jedoch liebe er die Sportler. »Der SV steht für friedliches und fröhliches Beisammensein.«

Ortsvorsteherin Gerlinde Berk verwies auf die Gründung des Vereins durch »46 wagemutige Männer«, die sich in einer Gaststätte am 3. Juli 1958 dazu entschlossen hatten, eine Fußballmannschaft zu gründen. Trotz Rückschlägen im Laufe der Jahre habe man die Siege stets gebührend gefeiert, meinte Berk und verwies etwa auf den Aufstieg in die A-Klasse 1980. Es folgte die 1977 gegründete Gymnastikabteilung, deren Damen einen schwungvollen Tanz präsentierten. Bürgermeister Spandau wählte als Motto für den Verein: »Alt geworden - jung geblieben.« Man habe viele neue Freizeitmöglichkeiten geschaffen, sei ein Garant des Sozialwesens: »Sport ist wichtig für die Persönlichkeitsentfaltung.« Wichtig sei es, frühzeitig in die Zukunft zu planen, so Spandau weiter und überreichte einen Scheck über 500 Euro für die Jugendarbeit des Vereins.

Für den hessischen Fußballverband ehrten der Kreisfußballwart Gießen, Henry Mohr, und sein Alsfelder Kollege Josef Wess Mitglieder für besondere Verdienste: Josef Molnos, Oliver Uhl, Marco Ostheim, Arnold Kraft und Erich Brasser erhielten Urkunden, der gesamte Verein eine Plakette des DFB und des HFV. »Die Spielgemeinschaft mit Freienseen genießt einen guten Ruf. Ich denke, dieses Jahr packt Ihr die Meisterschaft«, verkündete Mohr unterm Beifall des Zeltes. Der ebbte auch nicht ab, als die Showtanzgruppe des SV (Leitung Katja Kröll) mit einem fetzigen Tanz ihr Können zeigte. Sehr gut an kamen auch die Einlagen der Darsteller der Kultur-AG: Gemeinsam mit den bekannten »Dreschflegeln« schmetterten sie die »Gonterskirchener Nationalhymne« und sorgten mit Sketchen für viele Lacher.

Älteste Aktive: Reinhold Wild und Helga Lotz

Nach Grußworten der Nachbarvereine und dem Dank des Präsidiums an die Sponsoren nahte dann der Höhepunkt des Abends, die Ehrung der Gründungsmitglieder. »Nur durch euren Mut und Initiative stehen wir heute Abend hier. Das bewegt mich sehr«, verlautbarte Claus Domnowski und ehrte Otto Horn, Franz Penktner, Kurt Binder, Dieter Lotz, Helmut Mayer, Heinrich Roll, Richard Gottwals, Werner Schmidt, Heinrich Becker, Erich Parr, Josef Penktner, Willi Penktner, Reinhold Wild, Arnold Kraft, Rudolf Tischer, Werner Lind, Reinhold Weisser, Adolf Kniedel, Ferdinand Roll, Horst Franz, Heinz Kolass, Walter Jochim für 50 Jahre Mitgliedschaft. Als älteste Aktive wurden Reinhold Wild und Helga Lotz ausgezeichnet.



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