17. November 2008, 23:12 Uhr

»Gelbes Zeitalter« in Laubach und all seinen Stadtteilen

Laubach (tb). »Stromsparen - aber bei weiterhin guter Ausleuchtung der Straßen!« So lautete der Arbeitsauftrag, der nun in Kooperation mit der OVAG Zug um Zug in Laubach umgesetzt wird. Die Verwaltung der Ostkreisgemeinde setzt dabei nicht - wie etwa Rabenau - auf das komplette Abschalten einzelner »Leuchtpunkte«, sondern auf den Wechsel des Leuchtmittels, sprich auf lichtstärkere Natriumdampf-Lampen.
17. November 2008, 23:12 Uhr

Laubach (tb). »Stromsparen - aber bei weiterhin guter Ausleuchtung der Straßen!« So lautete der Arbeitsauftrag, der nun in Kooperation mit der OVAG Zug um Zug in Laubach umgesetzt wird. Die Verwaltung der Ostkreisgemeinde setzt dabei nicht - wie etwa Rabenau - auf das komplette Abschalten einzelner »Leuchtpunkte«, sondern auf den Wechsel des Leuchtmittels, sprich auf lichtstärkere Natriumdampf-Lampen. Erste »Teststrecken« in der Kernstadt und Röthges (die AZ berichtete) haben laut Bürgermeister Spandau in der Bürgerschaft nur positive Reaktionen hervorgerufen. »Es stimmt, der Wechsel vom eher weißen hin zum gelben Licht ist schon etwas gewöhnungsbedürftig.« Doch das Argument Energie- und Kosteneinsparung (am Ende bis zu 6000 Euro Betriebskosten) habe überzeugt, resümierte der Verwaltungschef. Gemeinsam mit Bauamtsleiter Martin Bouda und Dietmar Kipper, Leiter Elektrotechnik bei der OVAG, stellte er vor der Presse die weiteren Ausbauplanungen vor.

Anstelle von Quecksilberdampflampen (HQL) also kommen so genannte Natriumdampf-Hochdrucklampen mit integriertem Zünder zum Einsatz - diese zeichnen sich durch eine annähernd doppelte Lichtausbeute bei vergleichbarer Leistung aus. Bouda: »Dadurch ist es möglich, zweilampige Leuchten mit nur einer Lampe zu bestücken und somit die Energie für diese zweite zu sparen.«

Wie Kipper ergänzte, läuft bei der OVAG der Umstieg auf »Natrium«-Leuchten schon seit geraumer Zeit. Der Versorger entspricht damit bereits der Energieeffizienz-Verordnung der EU, wonach von 2015 an nur noch Leuchten mit 60 Lumen pro Watt erlaubt sind. Zumindest im Prinzip: Aus städtebaulichen Gründen, etwa an historischen Plätzen, darf hierzulande - anders als in Australien - auch künftig noch eine Glühbirne für Erleuchtung sorgen. Sozusagen ein »Kollateralnutzen« der neuen gelben Lampen: Sie sind keine Todesfalle für Insekten (wegen des Vorkommens seltener Falter am Ramsberg erfolgte dort ein erster Austausch schon anno 2002, die Red.).

Die heute zumeist verwendeten Quecksilberdampfleuchten trifft 2015 das Verdikt der EU: »nicht mehr genehmigungsfähig«. Dass die »Natrium-Leuchten« teurer seien, aber von höherer Lebensdauer, betonte Kipper. Vor allem: In etwa vier Jahren habe sich die Investiton in die lichtstärkeren Leuchten (eine 75 Watt Natriumleuchte ersetzt die bisher zwei HQL-Leuchten à 80 Watt) amortisiert. Kipper: »Der Anwohner merkt nichts, die Lichtstärke bleibt nahezu gleich. Nur erscheint die Straße in etwas gelbem Licht.«

Von den insgesamt 1450 städtischen Leuchten, etwa 200 gehören der Stadt, sollen nach derzeitigem Stand zirka 500 »nach und nach im Zuge der üblichen Wartungsintervalle« (Kipper) ausgetauscht werden. »Theoretisch«, so der OVAG-Mitarbeiter, kämen gar 860 »Lichtpunkte« für den Austausch in Frage. Die jeweilige Situation (Kreuzungen, Verwinklungen, Hofeinfahrten) aber ist zu beachten.

Die Fortsetzung der Operation »Lampentausch« erfolgt zunächst in nicht klassifizierten (Gemeinde-)Straßen, später in Kreis- oder Landesstraßen. Aber, wie erwähnt, Zug um Zug, bei den regelmäßigen Wartungsfahrten. Kipper: »Im Laufe des nächsten Jahres wird alles umgestellt sein.«

Neben der finanziellen Einsparung sind es vor allem die ökologischen Vorteile, die für »Natrium« sprechen: Kipper bezifferte das Einsparpotenzial an CO2 bei 500 Lichtpunkten auf 30 Tonnen pe anno.

Dass mit einer Komplettabschaltung von Lampen des Nachts, in Rabenau von 0 bis 5 Uhr, noch mehr zu sparen wäre, räumte Kipper auf AZ-Nachfrage ein. Trotz des erhöhten technischen Aufwands. »Wir haben das diskutiert, doch aus Sicherheitserwägungen gehen wir den anderen Weg, setzen auf energiesparende Leuchten«, erklärte Bauamtsleiter Bouda. Allerdings habe man schon jetzt, wo möglich, von zwei- auf einflammigen Betrieb ab 22 Uhr umgestellt.

Nach den »Versuchskaninchen« in Teilen Laubachs und ganz Röthges dürfen sich übrigens als nächstes die Gonterskirchener auf die »gelbe Phase« einstellen.



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