05. Januar 2013, 18:08 Uhr

Bauantrag für »DorfSchmiede« Freienseen in Kürze eingereicht

Laubach (sf). Um über den Stand in Sachen »DorfSchmiede« zu informieren, hatte Fördervereins-Vorsitzender Dr. Ulf Häbel ins Bürgerhaus geladen. Das Interesse der Bevölkerung war recht groß. Als Referenten standen Architekt Jung und Projektmanager Pucher bereit.
05. Januar 2013, 18:08 Uhr
Ansichten der »DorfSchmiede« Freienseen. (Foto: sf)

Wie Häbel anhand einer Erzählung einleitend erklärte, könne aus »Gerümpel« – mit dem richtigen Blick – etwas Wunderschönes entstehen. Das gelte auch für die alten Gebäude in Freienseens Ortsmitte, aus denen ein »Haus der Begegnung« entstehen soll. Von Anfang an, so nun Pucher, hätten die Initiatoren Wert auf die Einbindung der Bürger gelegt. Nicht nur konzeptionell: Inzwischen ist – wohlgemerkt ehrenamtlich – schon viel an Handarbeit geleistet worden. Dass in der »DorfSchmiede« auch die historischen Funde aus dem Haus ihren Platz finden werden, merkte wiederum Häbel an.

Vorgesehen sind zwölf Bedarfsplätze für Tagespflege, die vom Pflegedienst Neuhäuser betrieben werden. Weiteres Modul ist der Dorfladen, der auf 150 qm ein Vollsortiment bieten soll; hier stehe »Gutkauf« als Betreiber in den Startlöchern, werde eine eigene Gesellschaft gegründet. Zum Konzept zählen ferner drei Wohneinheiten, die alle barrierefrei sein werden. Ebenfalls soll eine Begegnungsstätte (Café) entstehen, die stetig mit neuem Leben erfüllt werden soll.

Das Investitionsvolumen umfasst 2,3 Mio. Euro, davon hat laut Pucher das Hessische Sozialministerium 1,4 Mio. übernommen (die Stadt war dafür ins Boot zu holen, muss, da als »Investitionsdarlehen A« gewährt, 50 Prozent beantragen). Weitere Gelder fließen aus Töpfen des Denkmalschutzes, des Sozialen Wohnungsbaus und der Stiftung der Diakonie. Derzeit gebe es eine Deckungslücke von 60 000 Euro, die es noch zu schließen gilt, bevor die Bauphase starte, wie Pucher sagte. – Architekt Jung zufolge, werden die beiden Häuser wie auch die Scheunen eine Einheit bilden. Im Obergeschoss wird die Tagespflege ihren Platz finden, im nördlichen Haus die drei Wohneinheiten. »Baulich eine Herausforderung.« Auf dem
Dach werden Lichtbänder installiert, was bereits mit der Denk-

malpflege abgestimmt worden sei. Auch die Scheunen sollen ihren »Wiedererkennungswert« behalten; so werden etwa die schönen Tore wieder angebracht. Dass noch viel an Eigenleistung – als Eigenkapital angerechnet – zu erbringen sei, wurde an dem Abend klargemacht. Jeder kann sich in den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern nach Begabung einbringen. Aktuell, so weiter Jung, werden Unterbringungsmöglichkeiten gesucht, um die historischen Scheunentore, die Unterlagen und weiteres Material zwischenlagern zu können. Dass die Wirtschaftlichkeit des Projektes gegeben sei, da sich alle Module auch einzeln tragen, betonte Pucher. Man habe sehr konservativ kalkuliert und er selbst sei sich sicher, »dass alles gut laufen wird.«

Mit Bauamt, Brandschutz und Denkmalpflege sei alles abgeklärt, so der Architekt, für die Bearbeitung des Bauantrages – der soll in Kürze eingereicht werden – dürfe man mit einem Vierteljahr rechnen. Daran an schließen sich die Ausschreibungen. Betriebe aus der Region stünden bei der Vergabe im Fokus, so Architekt Gustav Jung.

In der Fragerunde wurde eine Pellettsheizung diskutiert. Und: Der leichte Kostenanstieg wurde mit dem jetzt geplanten Ausbau im Keller begründet. (Foto: sf)



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