11. April 2011, 13:25 Uhr

Annett Louisan und Ina Müller: Die Herrinnen von Schloss Laubach

Laubach. Es war ein Wochenende voll »Ladies' Night«: Für die Auftritte von Ina Müller und Annett Louisan gab es frenetischen Beifall. Musikalisch waren alle HR1-Konzerte im Schloss Laubach ein Publikumserfolg.
11. April 2011, 13:25 Uhr
Ina Müller in Schloss Laubach: Die rund 250 Gäste waren von diesem Auftritt »hin und weg«.

(ik). Das Publikum huldigte ihnen mit stehenden Ovationen und frenetischem Beifall - und beide waren sie hier Königinnen für einen Abend: Im besonderen Ambiente der (Event-) Herrenscheune am Laubacher Schloss lieferten am Freitag und Samstag zwei eigenwillige Künstlerinnen vor einem exklusivem Publikum rundum fulminante Konzerte ab. In der Reihe seiner »HR 1 Live Lounge - on Tour« hatte der Hessische Rundfunk Ina Müller und Annett Louisan eingeladen - und die ausschließlich von der »Glücksfee« ermittelten Zuhörer waren hingerissen!

Am Sonntagabend war der von Rundfunk-Moderator und HR-»Urgestein« Werner Reinke eingefädelte musikalische Hattrick mit dem Auftritt der Hamburger Newcomerin Anna Depenbusch perfekt.

Allen drei Auftritten gemeinsam war vor allem ein überaus erwartungsfreudiges Publikum, das sich seit Wochen um die jeweils rund 250 Gratis-Eintrittskarten beworben hatte und aus dem gesamten Sendegebiet des HR angereist war. Unterm Strich war das auch eine gelungene Werbung für Laubach.

Zum Auftakt am Freitag
Müller voller Lebenslust

Ina Müller (»Inas Nacht«), die mit Preisen überhäufte quirlige und so facettenreiche Entertainerin, lieferte mit einem Querschnitt ihres neuen Albums »Das wär' dein Lied gewesen« eine musikalische Steilvorlage ab. Und die war ganz nach dem Geschmack ihrer Fans: Im »kleinen Schwarzen« und mit hochhackigen Pumps (Vorsicht: Verletzungsgefahr!) wirbelte die Lady zwischen ihrer hoch motivierten Band herum, schäkerte dabei frech mit ihren Musikern, den beiden Sängerinnen und mit dem Publikum - ganz »die Ina« eben. Sie sang über Trennungsschmerz, nervige Verehrer und die Anziehungskraft junger Männer - kurz: über den ganzen Zyklus der Liebe und des Lebens. Das liest sich ernster als es sich in Frau Müllers »Mucke« darstellt. Ihr unverwechselbares Lachen blieb sie auch in Laubach nicht schuldig - musikalische Leidenschaft und Lebenslust pur. Der Plan, sich mit der ohrwurmtauglichen und zeitlosen Liebeserklärung an Sylt, »Sansibar«, an diesem Abend von der Bühne zu verabschieden, scheiterte (erwartungsgemäß) am frenetischen Beifall. »Das wäre ein so geiler Abgang gewesen« resümiert Ina Müller - und setzte mit ihrer plattdeutschen Version von Bob Dylans »Knockin' on Heaven's Door (»Lockiget Hoor«) noch eins drauf: »So fluffich like a Sunday Morning . . .«

Publikumsnah und redselig gab Ina Müller nach dem Konzert unzählige Autogramme - auffällig, dass vor allem viele weibliche Fans von diesem Angebot Gebrauch machten.

»Ein Traum für jeden Musiker« hatte Werner Reinke die technische Ausstattung der Herrenscheune gewürdigt.

Und das sollte sich auch am Samstagabend bewahrheiten: Jeder noch so zart gehauchte Ton und jedes noch so leise Seufzen war glasklar zu verstehen, als »die großartigste kleine Frau der Bundesrepublik« (O-Ton Reinke) ihr Laubach-Debüt gab: Annett Louisan verführte und irritierte ihr Publikum auf charmante Weise mit eingängigen Melodien und frechen Texten und mit einer enormen Vielfalt. Im Vordergrund des 70-Minuten-Auftritts standen die Stücke ihres neuen Albums »In meiner Mitte«, eine Mischung aus leisen Balladen und dem bei »der Louisan« bekannten Mix aus Pop und Chanson - begleitet von einer kongenialen Band. Im luftigen grünen Sommerkleid räkelte sich die Sängerin auf einem Barhocker, ließ nur Momente später die Beine von der Bühne baumeln und suchte schließlich - auf gefährlich hohen Stilettos spazierend - hautnahen Publikumskontakt.

Da waren Zugaben fällig! Mit »Das Spiel« (»Ich will doch nur spielen«), »Drück' die 1« und »Moon River« war ein wunderbarer Abend vollkommen.



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