19. November 2015, 09:53 Uhr

150 Dexion-Mitarbeiter demonstrieren in Laubach

Laubach (sel/tb). Seit Dienstag, 21.30 Uhr, bekräftigt die Belegschaft der Dexion GmbH Laubach mit einem Warnstreik ihre Forderung nach Rückkehr in den Tarif. Fast 150 der rund 220 Beschäftigten haben am Donnerstagmittag mit einem Protestmarsch ihre Forderungen den Laubachern kundgetan.
19. November 2015, 09:53 Uhr
Dexion-Mitarbeiter ziehen durch Laubach. (Foto: sel)

Wie berichtet, standen nach einem halben Jahr die Verhandlungen von Betriebsrat, IG Metall und Geschäftsleitung vor dem Abschluss. Zum Termin am 9. November überraschte dann laut Gewerkschaft der neue Geschäftsführer Frank Pohl die betriebliche Tarifkommission mit der Erklärung, dass ihm der mit seinem Vorgänger Robert Lerch erreichte Verhandlungsstand egal sei. Gleichzeitig habe er die Möglichkeit aufgezeigt, aus Kostengründen die Produktion in die Werke in den Niederlanden und/oder nach Rumänien zu verlagern. Gegen diese Aussichten gingen die Beschäftigten gestern auf die Straße. Am Marktplatz beschworen Stephen Maier (IG Metall) sowie Björn Mannß und Carina Bingel (Betriebsrat) den Zusammenhalt der Beschäftigten beim Kampf um den Standort Laubach. Die Kollegen sollten weiterhin mit Mut für ihre Überzeugungen eintreten, »weil wir im Recht sind«. Das Verhalten des neuen »starken Mannes« der Geschäftsleitung, der das Unternehmerrisiko auf die Belegschaft abwälzen wolle, sei respektlos und frei von jeder Wertschätzung für die Arbeit der Belegschaft. »Und das nach zehn Jahren des sozialen Abstiegs«, so Meier.

Unterstützung erhielten die Dexion-Mitarbeiter von Bürgermeister Klug. Er rief in seiner Ansprache den neuen Geschäftsführer auf, nicht alles im letzten halben Jahr Erreichte »über den Haufen zu werfen«, sondern mit der Bereitschaft zum Kompromiss an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Wenn auch die Geschäftsführer wechselten, so bleibe doch stets eine engagierte Belegschaft, die sich mit ihrem Betrieb identifiziere und deshalb dessen Kapital sei, so Klug. Er erinnerte an ein Gespräch, das er nach dem ersten Warnstreik im Sommer mit Lerch geführt hatte: Damals sei er sich sicher gewesen, »dass Sie endlich wieder zurück ins Tarifgefüge kommen und endlich wieder ordentlich entlohnt werden«. Das aber solle jetzt nicht mehr der Fall sein. »Dunkle Wolken ziehen anscheinend am Himmel auf.«

Wie Klug am Abend auf GAZ-Anfrage erklärte, habe er nach der Kundgebung das Gespräch mit Geschäftsführer Pohl gesucht. Der habe ihm zumindest versichert, der Standort Laubach an sich sei nicht gefährdet, geprüft werde allenfalls das Verlagern einer Produktionslinie in ein Schwesterwerk.

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