11. Dezember 2015, 18:33 Uhr

Werkstatt von Bork kann umziehen

Langgöns (tan). In der letzten Sitzung des Gemeindeparlaments in diesem Jahr wurden einige Beschlüsse gefällt. Auch die geplante Flüchtlingsunterkünfte in Oberkleen und der Kergemeinde waren Thema der Versammlung, zu der Vorsitzender Martin Hanika ins Bürgerhaus eingeladen hatte.
11. Dezember 2015, 18:33 Uhr
Am Rande des Festplatzes in der Kerngemeinde Lang-Göns sind die Arbeiten für die Aufstellung von zwei Blockhäusern im Gange, in denen ab Januar 64 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. (Foto: Geck)

Bürgermeister Horst Röhrig informierte über erste Ergebnisse zum »Kleinen Langgönser«, der neuen Einkaufs- und Praxenlinie, die seit dem 2. November fährt. Laut Röhrig sind in dieser Zeit sechs Monatskarten und 71 Einzelfahrscheine verkauft worden. Dies mache zwischen sechs und sieben Fahrgäste pro Tag und einen Kostendeckungsgrad von 10,5 Prozent.

Zudem informierte Röhrig zur Stellungnahme von Hessen-Mobil zum Lärmschutz an der A 45 am Lkw-Parkplatz Hardtwald. Demnach seien die Planungen zum Ersatzneubau der Talbrücke Langgöns und der damit verbundene sechsstreifigen Ausbau im Stadium des Vorentwurfs. In diesem Zusammenhang werde eine umfangreiche immissionstechnische Untersuchung vorgenommen, bei der neben der Autobahn auch die Parkplätze als Lärmquellen berücksichtigt würden. Da eine Erweiterung des Parkplatzes Hardtwald aufgrund der angrenzenden Wald- und Steinbruchflächen nicht möglich sei, werde eine Verlegung des Platzes geprüft. Der Vorentwurf werde voraussichtlich im Frühjahr 2016 einen abstimmungsfähigen Bearbeitungsstand haben.

Röhrig wies in der Veranstaltung auch auf die beiden Info-Veranstaltungen zum Thema Flüchtlinge am 21. Dezember in den Ortsteilen Lang-Göns und Oberkleen hin. Vorgesehen sind derzeit drei Wohneinheiten für jeweils 32 Personen – zwei auf dem Festplatzgelände in Lang-Göns, eine auf dem Bolzplatz »Grasgärten« in Oberkleen. Röhrig dankte der Kirchengemeinde Oberkleen für die Möglichkeit, den Bolzplatz zur Flüchtlingsunterbringung zu nutzen.

Aufgrund einer Anfrage der CDU/FDP-Fraktion ging es in der Sitzung zudem um den Straßenausbau Bergstraße und die Berücksichtigung von Hanggrundstücken. Die Fraktion hatte angefragt, ob inzwischen die Stellungnahme des Hessischen Städte- und Gemeindebundes vorliegt und wenn ja, warum der Ortsbeirat Niederkleen und die Ausschussmitglieder hierüber noch nicht informiert wurden. Laut Bürgermeister liege die Stellungnahme des HSGB zwischenzeitlich vor. Da sich der zuständige Sachbearbeiter schwerpunktmäßig allerdings mit der Bearbeitung der Jahresabschlüsse 2010 und folgende beschäftige, habe er die Stellungnahme noch nicht durchsehen und dem Gemeindevorstand zur Kenntnisnahme vorlegen können.

Kita-Gebührensatzung beschlossen

Zum Bebauungsplan bezüglich des Gebiets »Der Hüttenberg« im Ortsteil Niederkleen und der Umsiedlung der Bork-Werkstatt betonte Klaus Ulm (SPD): »Politik muss ehrlich sein.« Man müsse die Sorgen und Nöte der Bevölkerung zu diesem Thema ernst nehmen. Es gebe konkrete Ängste, dass die Werkstatt nicht umgesiedelt werde. Nach der öffentlichen Erklärung von Wolfgang Bork in dieser Woche sei er zuversichtlich, dass dieser seine Versprechungen auch einhalte. Aus einem ehemaligen Militärgebiet sei ein Gewerbegebiet hervorgegangen. »Wir können positiv gestimmt sein«, so Ulm. Hans Noormann (Grüne) stimmte Ulm zu. Bork habe deutlich gemacht, dass er sein Wort halten und die Werkstatt umsiedeln werde. »Wir als Grüne sehen das trotzdem kritisch und haben die kritischen Stimmen aus der Bevölkerung aufgenommen«, so Noormann. Dies sei ein »normaler demokratischer Vorgang.«

Auch Jürgen Knorz (CDU) betonte, dass er die Probleme der besorgten Bevölkerung verstehen könne. Dem Ärger müsse man entgegnen, dass die Landschaft nicht noch stärker beeinträchtigt werde. Nicht nur die Umsiedlung der Werkstatt, sondern auch die Option auf die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe sei vorteilhaft. Barbara Fandré (FDP) erklärte, dass nicht alles »Friede, Freude, Eierkuchen« sei. Sie sehe kritisch, dass die Bewohner seit zehn Jahren Versprechungen hörten, es aber »nichts passiert« sei. Sie kündigte daher ihre Enthaltung bei der Abstimmung an. Dr. Michael Buss (Grüne) lobte dagegen das Gelingen und freute sich, dass möglichst wenig Eingriffe in die Natur vorgenommen würden. »Diesen Weg haben wir Grünen immer unterstützt.« Mit 30 Stimmen wurde sowohl für die Beschlussempfehlung, als auch für die Satzung gestimmt.

Zum Jahresende wurden zudem einige Beschlüsse getroffen. So wurde die Gebührensatzung über die Benutzung der Kindergärten nunmehr einstimmig beschlossen. Auch die Beschlüsse zur Entwässerungssatzung zur Einführung einer Niederschlagswassergebühr zum 1. Januar 2016 und der Ausbau der Straße »Hafergärten« im Ortsteil Niederkleen erfolgten einstimmig. Mit einer Enthaltung wurde der Wirtschaftsplan 2016 der Gemeindewerke Langgöns einstimmig beschlossen.

Gegen Ende der 37. Sitzung dankte Martin Hanika allen für ihr Engagement für die Gemeinschaft und die Gemeinde. Er überbrachte zudem Grüße der Vertreter der Partnerstädte St. Ulrich am Pillersee in Österreich und Clouange in Frankreich. Im Hinblick auf die Herausforderungen der Flüchtlingsproblematik betonte Hanika: »Was ich mir wünsche, ist mehr Empathie für die Menschen, die kommen.« Flucht habe auch immer etwas mit Fluchtursachen zu tun. Es gelte, bereits vor Ort in Afghanistan, Syrien oder dem Irak zur Befriedung und nicht zur Verschärfung der Konflikte beizutragen. »Auch in diesen Ländern wollen wir wieder ein gerngesehener Gast sein.«

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