19. Januar 2015, 11:23 Uhr

Neujahrsempfang SPD Langgöns: Integration das Thema

Langgöns (age). Zum Neujahrsempfang hatte der SPD-Ortsverein Langgöns für Freitagabend geladen. Kristine Tromsdorf begrüßte im Bürgerhaus in Vertretung der krankheitsbedingt verhinderten Vorsitzenden Anja Asmussen die zahlreichen Gäste, darunter auch Vertreter von CDU und Grünen.
19. Januar 2015, 11:23 Uhr
Neujahrsempfang der SPD Langgöns: Fraktionsvorsitzender Schmidt, Bürgermeister Röhrig, Landrätin Schneider sowie die stellvertretenden Ortsvereinsvrsitzenden Kristine Tromsdorf und Karl-Heinz Wilhelm. (Foto: Geck)

Tromsdorf würdigte das Wirken von Gewerbe, Industrie, Handel und Handwerk; es sei die Grundlage für die Entwicklung der Gemeinde. Außerdem dankte sie den Vereinen. Ohne deren Engagement sei Langgöns um vieles ärmer. Aktuellen Bezug nahm sie zu den Attentaten von Paris. Diese würden die Frage aufwerfen, was man falsch gemacht habe, dass junge Leute solch einen Irrweg gingen. Auf kommunaler Ebene müsse man sich überlegen, wie man mit Menschen anderer Religion und mit Flüchtlingen umgehe.

»Asylpolitik staatliche Aufgabe«

Bürgermeister Horst Röhrig verwies zunächst auf die positiven Entwicklungen im vergangenen Jahr. Dazu gehörten die Erweiterung des Kindergartens »Mäuseburg«, der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Cleeberg, die Übernahme der TSV-Turnhalle in Oberkleen, der Abschluss der Breitbandversorgung in Oberkleen und in der Kerngemeinde sowie die Beteiligung an der EAM. Nicht auf der Habenseite sei leider die Erstellung der Eröffnungsbilanz. Da stehe man sich angesichts »unterschiedlicher Empfindungen« im Wege. Die Nachfolgeregelung für den ausscheidenden Kämmerer Reinhard Puhl sei nicht gelungen, Mike Frey verlasse ebenfalls die Verwaltung, weil es keine positiven Signale gegeben habe.

Positiv sei dagegen, dass die modernisierte Sportanlage in Langgöns wiedereröffnet werde und das altersgerechte Wohnen sowie die Erweiterung des Magna-Parks sich gut entwickle.

Landrätin Anita Schneider ging ebenfalls auf den Terror des Islamischen Staates und die steigende Zahl von Flüchtlingen ein. Die Gesellschaften des 21. Jahrhunderts würden heterogener. Umso wichtiger sei es, sich nicht durch Hass spalten zu lassen. Es sei nicht entscheidend, an welchen Gott man glaube. Was zähle, sei das, was verbinde: das Bekenntnis zur Verfassung, zum Rechtsstaat und zur Menschlichkeit. Dafür brauche es auch starke Kommunen. Die Zivilgesellschaft leiste Enormes, allein im Landkreis Gießen gebe es mittlerweile über 200 ehrenamtliche Helfer, die sich um Flüchtlinge kümmerten. Auch der Landkreis befördere die Integration mit vielerlei Maßnahmen. Die Unterbringung der Asylsuchenden aber sei eine staatliche Aufgabe. Deshalb bräuchten die Kommunen eine stärkere finanzielle Unterstützung.

Angesichts der Neuregelung des kommunalen Finanzausgleichs, so weiter die SPD-Politikerin, sei es wichtig, die sozialen Lasten stärker als geplant zu berücksichtigen und das Volumen insgesamt zu erhöhen. Das gelte auch für andere Bereiche der Daseinsvorsorge, wo der Staat die Dinge in die Hand nehme, die der Markt nicht regele. Neben der Breitbandversorgung gehörten dazu klassische Dienstleistungen wie Wasserversorgung, ÖPNV oder Rettungsdienst.



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