19. Juni 2009, 22:54 Uhr

»Mäuseburg«-Kita war bereits an neun Tagen geschlossen«

Langgöns (pm). Von den Streiks in kommunalen Kindergärten für bessere Arbeitsbedingungen der Beschäftigen ist - wie berichtet - auch die Kita »Mäuseburg« in Langgöns betroffen.
19. Juni 2009, 22:54 Uhr

Langgöns (pm). Von den Streiks in kommunalen Kindergärten für bessere Arbeitsbedingungen der Beschäftigen ist - wie berichtet - auch die Kita »Mäuseburg« in Langgöns betroffen. In einer Pressemitteilung nimmt die Vorsitzende des »Mäuseburg«-Elternbeirats, Monika Färber, Stellung. Sie unterstreicht, sie habe zu der Situation in den vergangenen Tagen den zuständigen Vertreter von ver.di vergeblich versucht zu erreichen. Die Elternbeiratsvorsitzende betont, »die Eltern haben durchaus Verständnis für verschiedene Forderungen der Erzieherinnen und Erzieher.« Aber es hätten sich in den vergangenen Tagen doch so viele Probleme angehäuft, dass es einer Stellungnahme des gesamten Elternbeirats bedürfe.

Nachfolgend der Wortlaut der Presseerklärung: »Leider ist die Kita ›Mäuseburg‹ in Langgöns einer der durch den Streik extrem stark betroffenen Kindergärten im Umkreis. Hier war der Kindergarten bisher an neun Tagen geschlossen. In den Wochen mit Brückentagen waren unsere Kinder lediglich einen Tag betreut, da unsere Kita an den Brückentagen immer geschlossen ist. Da der Informationsaustausch am Anfang des Streikes zwischen Kindergarten und Eltern sehr schlecht war, hat sich nun die Situation dramatisch verschlechtert.«

Monika Färber weiter: »Wir alle Fragen uns: Ist es wirklich die Intension von ver.di, Mütter, die sowieso einen schlechten Stand in unserer Gesellschaft haben und denen es doppelt so schwer gemacht wird, überhaupt an Arbeitsplätze zu kommen, die sowieso mit der doppelten Belastung fertig werden müssen, so in den Rücken zu fallen? Wie steht es mit der Verhältnismäßigkeit eines ungleich verteilten Streik, wenn arbeitende Mütter Angst haben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren? Wenn einem freitags gesagt wird, es sei Montag und Dienstag wieder zu, und der Arbeitgeber nach elf Tagen Sonderbehandlung auch mal wieder Normalität verlangt. All das geht wieder auf Kosten der Frauen. Aber Hauptsache wir haben dann einer anderen Arbeitnehmer-Gruppe den Rücken gestärkt.«

Die parteilose Elternbeiratsvorsitzende kritisiert: »Wenn man Kindern, die rein gar nichts mit diesem Streik zu tun haben, ihren ganzen normalen Alltag nimmt, Eltern dadurch gezwungen sind, sie immer wieder aus der Normalität rauszureißen, muss man sich fragen lassen, weshalb einige Kitas im Umkreis bisher ein bis zwei Tage gestreikt haben und an den Brückentagen offen hatten. Wo ist hier ein einheitliches Konzept? Weshalb wird die Last nicht gleich verteilt?« Monika Färber weiter: »Leider gibt es hier bei uns in der Kita Kinder die das alles sehr schwer verkraften. Man bietet uns zwar eine Notkita an, in der unser Kinder dann von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr betreut werden, was allerdings den berufstätigen Eltern mit Ganztagesplätzen für ihre Kinder überhaupt nichts bringt. Im Übrigen gibt es aber auch Kinder, die man nicht einfach mal zwei Tage in der Woche in einen anderen Kindergarten stecken kann. Eltern werden nun hier gezwungen, Urlaub zu nehmen, sich krank schreiben zu lassen usw. und das alles drei Wochen vor den Sommerferien. Und wer rechnen kann, weiß: 15 Tage Sommerferien + elf Tage Sonderurlaub - oder wie man es auch nennen mag: Dann sind wir schon bei 26 Tagen und das Ende ist ja leider noch nicht abzusehen. Das heißt dann schon soviel, dass die Weihnachtsferien für die Kinder auch schon gestrichen sind. Die Gemeinden sind doch die letzten, die sich jetzt für die Erzieherinnen stark machen würden. Warum auch? Sie kassieren unter anderm die Kindergartengebühren.« Soweit die Stellungnahme Monika Färbers.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Arbeitsbedingungen
  • Elternbeirat
  • Kindergärten
  • Kindertagesstätten
  • Streiks
  • Ver.di
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos