17. September 2012, 15:45 Uhr

Bürgermeister-Kandidat Noormann: »Ich freu’ mich drauf!«

Langgöns (age). Die Wahl des Bewerbers für die Bürgermeisterwahl stand am Mittwochabend auf der Tagesordnung der Mitgliederversammlung des Grünen-Ortsverbands. Nominiert wurde – wie nicht anders zu erwarten war – Hans Noormann. Die Wahl war einstimmig.
17. September 2012, 15:45 Uhr
Hans Noormann (Mitte) wurde am Mittwochabend von seinen Parteifreunden einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten gekürt. Mit dabei Vertreter der Koalition und Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl. (Foto: Geck)

Zuvor hatten seine Parteifreundin, die Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl, sowie Vertreter der Langgönser Koalition das Wort ergriffen und begründet, warum sie die Kandidatur unterstützen. Dr. Schmahl verwies auf den langen gemeinsamen Weg der beiden im politischen Leben. Während sie aus der Berliner Szene gekommen sei, habe Noormann sich zunächst in der Friedensinitiative engagiert.

1998 seien beide in den Kreistag gewählt worden. Dass Noormann dort nicht mehr präsent sei, bedauere sie. Schmahl bezeichnete ihn als einen Menschen, der gut zuhören könne, der seine Gesprächspartner ernst nehme, auch wenn sie nicht die gleichen Vorstellungen hätten. Er bringe viel Geduld mit. Dass er als Erster unter Gleichen Entscheidungen treffen könne und dazu stehe, habe er in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, so etwa bei seinem Votum für die Koalition mit der CDU. Zäh, aber auch nachgiebig verhalte sich Noormann in Verhandlungen mit anderen Institutionen. Sein Stil sei offen, mauscheln nicht seine Sache. Ein guter Bürgermeister müsse Ziele haben, und die habe Noormann. So liege ihm besonders die Familienfreundlichkeit der Gemeinde am Herzen. Nicht zuletzt aus seinem Glauben heraus setze sich Noormann dafür ein, Langgöns lebenswerter zu gestalten.

»Respekt vor Andersdenkenden«

 

»Wir brauchen einen neuen Bürgermeister«, begann Martin Hanika (CDU) sein Plädoyer. Drei Legislaturperioden unter Horst Röhrig (SPD) seien genug. In der Koalition sei man sich einig, dass Noormann nicht zuletzt wegen seiner großen kommunalpolitischen Erfahrung in der Lage, sei die Gemeinde zusammenzuführen – Alte und Junge, Starke und Schwache, Ökologie und Ökonomie. Viele hätten das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden; das werde Noormann ändern.

Barbara Fandré (FDP) dankte Noormann, dass er die Verantwortung übernommen habe. In der Jahreshauptversammlung ihrer Partei habe große Einigkeit geherrscht, ihn zu unterstützen. Seit 2006 laufe die Zusammenarbeit sehr gut. Noormann denke partei- und ortsübergreifend, gehe respektvoll mit Andersdenkenden um, sei angesichts seines Hauptaugenmerks auf die Familien- und Sozialpolitik für alle Generationen wählbar und habe kommunal- und haushaltspolitische Erfahrung. Seine Vielfalt sei sein Erfolgsfaktor. Es bestehe die zweite große Chance, einen Bürgermeister mit Herz zu wählen. Gerd Lengler, einer der Gründer des Langgönser Grünen-Ortsverbandes, beschrieb Noormanns Stationen. Er sei in der Lage gewesen, Menschen zu mobilisieren, habe sich für die Stärkung der Ortsbeiräte eingesetzt, ebenso dafür, dass die Ausschuss-Vorsitze paritätisch besetzt werden. Das sei für ein parteiübergreifendes Arbeiten sehr wichtig. »Wir werden uns reinhängen, dass er Bürgermeister wird. Lasst uns ab morgen einen Wahlkampf machen, der die Leute begeistert«, gab sich Lengler kämpferisch.

Ziel: Kein Partei-Bürgermeister

 

Noormann betonte, dass er gemeinsamer Kandidat der Drei-Parteien-Koalition sei. Und er zeigte sich zuversichtlich, eine große Chance zu haben. Die Grünen müssten dann jedoch etwas loslassen können. Er werde kein Partei-Bürgermeister sein. Die Nominierung sei schon etwas besonderes für ihn. Schließlich sei er gerne Lehrer. Wenn es aber gelinge, den Wechsel zu schaffen, dann habe man ein großes Projekt vor sich. Dann könnte man Dinge ermöglichen, die in der Form noch nicht möglich seien. Er wolle Akzente für ein zukunftsfähiges Langgöns setzen. Offenheit im Umgang werde bei ihm groß geschrieben. Kinder- und Familienfreundlichkeit nannte er als Erstes. Bei den Investitionen in die entsprechenden Einrichtungen werde man nicht sparen. Die Wirtschaftsstärke der Gemeinde gelte es zu erhalten. Daneben möchte er das Ehrenamt stärken, Menschen gewinnen, die sich engagieren. Die Gemeinde sehe er als Ganzes, und er sprach sich für einen fairen Ausgleich unter den Ortsteilen aus. Bezüglich der Gemeinsamkeit griff er die Idee auf, im Sommer eine Großveranstaltung unter dem Titel »Autofreies Kleebachtal« zu organisieren.

Langgöns habe in Zukunft nur eine Chance, wenn Wohn- und Lebensqualität stimmen. Als Beispiel ging er auf die Dorferneuerung Oberkleen ein. Das solle keine Billig-Lösung werden. Unter dem Stichwort Nachhaltigkeit sprach sich Noormann für eine ergebnisoffene Diskussion bezüglich der Energieerzeugung aus. Er wolle die Entscheidungsprozesse öffnen und allen Bürgern Informationen garantieren.

Die Verwaltung sei für die Bürger da. Er zeigte sich zuversichtlich, die Mitarbeiter zu motivieren. Ein Bürgermeister Noormann sei Erster unter Gleichen, der sich nicht über andere stelle.



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