Hungen

Parkplatz statt Schlachthaus

Hungen (ti). Es ist eines der letzten Projekte im Rahmen der Hungener Stadtsanierung und soll zu einer weiteren Aufwertung des Bereichs zwischen Marktplatz und Bürgerpark führen. Das ehemalige Schlachthaus der Metzgerei Eisenmenger wird abgerissen und zu einer Freifläche mit Parkplätzen umgestaltet.
08. Oktober 2015, 10:53 Uhr
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Stellen das neueste Projekt der Stadtsanierung vor (von links): GSW-Geschäftsführer Wolfgang Isack, Bauleiter Klaus Hofmann, Architektin Anita Broghammer-Conrads sowie Bürgermeister Rainer Wengorsch.

Zum Abbruch-Auftakt am Mittwoch erläuterten Bürgermeister Rainer Wengorsch, Wolfgang Isack, Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau in Worms (GSW), Architektin Anita Broghammer-Conrads sowie Bauleiter Klaus Hofmann das Vorhaben.

Ziel ist eine Neuordnung des Areals im rückwärtigen Bereich, das derzeit ein »Konglomerat aus nicht mehr genutzten Bauteilen« sei, so Broghammer-Conrads. Entstehen soll zur Braufhofstraße hin eine Freifläche mit fünf Parkplätzen, die dem Wohnhaus an der Ecke zur Untertorstraße zugeordnet wird und damit im Besitz von Dieter Eisenmenger bleibt. Dieser wiederum verpflichtet sich, besagtes Eckgebäude durch eine Sanierung aufzuwerten. Die Kosten für Abriss und Flächengestaltung belaufen sich laut Isack auf rund 100 000 Euro und sind über die Städtebauförderung abgedeckt. Mit dem Abschluss der Abbrucharbeiten rechnet Isack zum Jahresende, die Umgestaltung der Freifläche ist für das erste Quartal 2016 anvisiert.

Die an das Schlachthaus angrenzende Scheune sei für einen Abriss zu gut erhalten, erklärte die Architektin, außerdem zu prägend für das Stadtbild, weshalb eine Sanierung angedacht ist. Was die spätere Nutzung angeht, wurden seitens der GSW verschiedene Möglichkeiten durchgespielt, unter anderem der Ausbau mit Wohnungen. Die aktuelle Planung sieht jedoch eine Verwendung als Lagerfläche durch die Käsescheune vor. Die Gespräche mit Geschäftsführer Jochen Kaiser stehen laut Isack kurz vor einem positiven Abschluss. Dieser habe zugesagt das Objekt als optische Einheit mit der Käsescheune zu gestalten. Im rückwärtigen Bereich (Innenhof) sollen darüber hinaus zwei weitere Parplätze entstehen.

Durch den Verkauf der Scheune erhalte Dieter Eisenmenger die notwendigen Mittel, um das Wohnhaus in Stand zu setzen und dadurch nachhaltig zu sichern. Geplant sind laut Borghammer-Conrads keine großen Umbauten, allerdings eine optische Aufwertung der Immobilie. Schließlich sehe diese derzeit »nicht übermäßig ansprechend« aus, wie Wengorsch ausführte. Auflage sei, dass die Geschäftsfläche in der Untertorstraße, wo bis vor einigen Jahren Fleisch und Wurstwaren verkauft wurden, erhalten bleibt. Gespräche mit einem neuen Mieter liefen bereits, so der Rathauschef.

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