Hungen

Kayra Can durfte zu Ostern wieder nach Hause

Hungen (us). Die Osterfeiertage 2011 werden dem kleinen Kayra Can in besonderer Erinnerung bleiben. Nach mehr als 100 Tagen im Krankenhaus konnte der an Leukämie erkrankte Siebenjährige am Gründonnerstag endlich wieder zu seiner Familie nach Hungen zurückkehren.
29. April 2011, 09:15 Uhr
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Kayra Can

Drei Monate nach der Knochenmarktransplantation seien die Ärzte mit den Blutwerten seines Sohnes so zufrieden, dass er nun zu Hause weiterbehandelt werden kann, berichtete gestern Bayram Travaci, der Vater des Jungen.

»Wir sind noch ein bisschen vorsichtig«, sagte Travaci. Eine Infektion sei unter allen Umständen zu vermeiden. Deswegen habe Kayra Can momentan ausschließlich Kontakt zur Familie. Doch nach der langen Zeit im Krankenhaus sei die Heimkehr für den Jungen eine große Erleichterung.

In den vergangenen Monaten hat die Familie viele Höhen und Tiefen durchlebt. Nach der Knochenmarktransplantation im Januar habe sein Sohn zunächst gute Fortschritte gemacht, doch dann sei die Entwicklung ins Stocken geraten. Es hätten sich keine neuen Blutzellen mehr gebildet, so dass eine weitere Knochenmarkspende notwendig geworden sei. Seitdem gehe es Kayra Can zunehmend besser. »Die Ärzte auf der Station Peiper haben großartige Arbeit geleistet«, betonte Bayram Travaci.

Jetzt sind alle glücklich, dass Kayra Can wieder zu Hause bei seinen Eltern und seinem Bruder sein kann, denn die Krankenhaus-Zeit war für alle mit großen Belastungen verbunden. Wegen der Infektionsgefahr durfte Kayra Can sein Zimmer nicht verlassen. Die Eltern waren ständig bei ihm, Vater und Mutter wechselten sich ab. Außerdem bekam der Siebenjährige jeden Tag ein oder zwei Stunden Unterricht, damit er möglichst wenig Stoff verpasst.

Wann Kayra Can, wieder in die Schule gehen kann, vermag sein Vater momentan nicht zu sagen. »Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten«, sagt er. »In diesem Schuljahr wird das wahrscheinlich nichts mehr«.

Am Schicksal des Siebenjährigen, bei dem 2006 erstmals Leukämie diagnostiziert worden war, hatte in den vergangenen Monaten die ganze Region intensiv Anteil genommen. In Hungen etwa organisierte der TSV, dem die Familie Travaci eng verbunden ist, für ihren Jugendfußballer eine groß angelegte Typisierung in der Stadthalle. Ähnliche Aktionen fanden auf Initiative der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung in Gießen sowie in Langgöns, wo Bayram Travaci den Rewe-Markt betreibt, unter Regie des Gewerbevereins, des TSV und der Feuerwehr statt. Mehrere tausend Menschen ließen sich als potentielle Knochenmark-Spender testen.

Tischtennis-Spieler helfen - Die Tischtennisspielerin Yvonne Stark geb. Hansel, selbst vor Jahren von Leukämie heimgesucht, und die Kirtorfer Helmut Gläser und Dieter Schmidt starten eine Benefiz-Aktion zugunsten von Kayra Can Travaci aus Hungen. Wann und wo? Samstag, 30. April, von 13 bis 18 Uhr in der Gleentalhalle. Jana Hollenbac spielt gegen Verbandsligistin Stark. Um 15 Uhr tritt die Tanzgruppe »crazy little partygirls« auf. Je nach Gesundheitszustand des kleinen Kayra Can wollen auch dessen Eltern die Veranstaltung besuchen. (pm)

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