10. Mai 2013, 22:48 Uhr

In Hungen Europa-Woche mit internationalen Gästen

Hungen (pad). Der Auftakt zur 22. Europa-Woche wurde am Freitagabend in der Aula der Gesamtschule Hungen begangen. Bürgermeister Rainer Wengorsch konnte dabei seinen Amtskollegen aus Saint-Bonnet de Mure, Jean-Pierre Jourdain, begrüßen.
10. Mai 2013, 22:48 Uhr

Wie in einer echten Partnerschaft seien auch beim Weg zum geeinten Europa Kompromisse notwendig gewesen, erklärte Wengorsch in seiner Eröffnungsrede. Doch die gemeinsamen Ziele – Frieden, Solidarität und Gemeinschaft – gaben die Kraft, gemeinsam einen langen, manchmal auch steinigen Weg zu gehen.

Besonders betonte Wengorsch dabei die Rolle Polens bei diesem Prozess. Aus der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc ging eine Streikbewegung mit Lech Walesa an der Spitze hervor. Diese Bewegung in Osteuropa trug auch zum Fall der Mauer mit bei. »Die Wende in der DDR wurde auch zur Wende für ganz Europa,« so Wengorsch. Wenn am 1. Juli Kroatien als 28. Land der europäischen Gemeinschaft beitrete, sei dies nicht nur allein ein Erfolg der Politik. Die Menschen hätten begonnen, die Grenzen in den Köpfen abzureißen, gemeinsam Europa zu gestalten und weiterzubauen.

Hierzu wolle man auch mit der 22. Hungener Europa-Woche einen Beitrag leisten. Da die Zukunft eines gemeinsamen Europas nicht zuletzt in den Händen der Kinder liege, freue ihn besonders, dass man auch dieses Jahr wieder in der Gesamtschule zahlreiche Angebote realisieren könne. Abschluss der Europa-Woche bilde auch dieses Jahr wieder das Brunnenfest an Pfingsten. Vorher werde man jedoch das 25-jährige Jubiläum der Partnerschaft mit Saint-Bonnet de Mure feiern.

Dieses Jubiläum stehe auch für 25 Jahre ehrliche Freundschaft, erklärte Jean-Pierre Jourdain, Bürgermeister der französischen Partnerstadt. In Respekt sei man brüderlich zum Dialog zusammengekommen. »Europa kann nicht auf einen Schlag gemacht werden«, deswegen seien die vielen kleinen Schritte, von denen einen auch die Europa-Woche bilde, so wichtig. Besonders freute ihn, dass dieses Jahr die Radsportler wieder beide Städte miteinander verbanden. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Dr. Helge Braun, erklärte, wie wichtig die europäische Gemeinschaft auch für die Deutschen sei. Die deutsche Bevölkerung sei weniger als ein Prozent der Weltbevölkerung, als europäische Union spreche man aber gemeinsam mit der Stimme von einer halben Milliarde. Gleichzeitig helfe Europa, langfristig den Frieden sichern: »Unsere Kinder werden nie befürchten müssen, auf deutschen Boden Krieg zu erleben!«

Genauso wie Braun sprach auch Kreistagsvorsitzender Karl-Heinz Funck das Problem der Jugendarbeitslosigkeit an. Hier müssten Politik und Wirtschaft gemeinsam handeln, um nicht eine ganze Generation ohne Perspektive zu lassen. Dabei kritisierte er auch die Finanzwelt, welche weitreichende Entscheidungen in kleinen Gremien beschließe. Dass man in Hungen anlässlich der 22. Europawoche auch den Blick auf das Nachbarland Polen richte, freue ihn besonders.

Hierzu trugen an diesem Abend Elisa Grochowiecki-Spernol und Band bei, die die Veranstaltung mit polnischen, französischen, russischen und deutschen Klassikern umrahmten. Außerdem nahm Bogdan Miller, Vorsitzender des deutsch-polnischen Vereins »Depo 2002« die Gäste mit auf eine Reise durch das Nachbarland. (Fotos: pad)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Finanzwelt
  • Gesamtschulen
  • Helge Braun
  • Jubiläen
  • Jugendarbeitslosigkeit
  • Karl Heinz
  • Lech Walesa
  • Mauerfall
  • Pfingsten
  • Radsportler
  • Solidarnosc
  • Vorsitzende des Kreistags
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos