27. Februar 2015, 18:23 Uhr

Feuerwehr Hungen sucht Konzepte für Tagesbereitschaft

Hungen (pad). Die Tagesalarmbereitschaft – sie ist wie in vielen anderen Feuerwehren auch in Hungen ein Thema. Denn während früher die Einsatzkräfte vor Ort ihrem Beruf nachgingen, pendeln viele mittlerweile zum Arbeitsplatz solche Distanzen, dass sie für einen Einsatz innerhalb der gesetzlichen Hilfsfrist von zehn Minuten nicht zur Verfügung stehen.
27. Februar 2015, 18:23 Uhr
Christian Seibert (Mitte) ist der neue Wehrführer in Hungen. Er folgt Stefan Kuhl (r.) im Amt, der nach 15 Jahren nicht mehr zur Wahl antrat; links Stadtbrandinspektor Udo Träger. (Foto: pad)

In Hungen sucht man daher derzeit nach neuen Konzepten, wie Stadtbrandinspektor Udo Träger bei der Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilung der Kernstadt Hungen berichtete. So wird überlegt, das Stadtgebiet in drei Schutzbereiche aufzuteilen, bei dem jeweils die Wehren mehrerer Ortsteile gemeinsam alarmiert werden, um die erforderliche Personalstärke aufbringen zu können. Auch das in Annerod praktizierte Tagesfeuerwehrkonzept will man auf eine mögliche Umsetzbarkeit für Hungen prüfen.

Aktuell unterstützen bereits vier Feuerwehrleute, die in Hungen arbeiten, aber außerhalb wohnen, in der sogenannten Tagesalarmbereitschaft die Kernstadtwehr, wie Wehrführer Stefan Kuhl in seinem Jahresbericht festhielt. Der Personalstand sank auf 37 Aktive, auch bedingt durch Wegzüge und die Altersgrenze. Insgesamt 88 Einsätze absolvierte die Wehr, davon 13 Brände – etwa das Feuer in der Bitzenstraße im Sommer – und technische Hilfeleistungen, darunter allein 14 Einsätze durch das Unwetter am 11. Juni, bei dem auch das Flachdach eines Firmengebäudes von Sturmböen heruntergerissen wurde. Am 2. Mai rief ein Chlorgasunfall im Schwimmbad die Einsatzkräfte auf den Plan. Drei Personen wurden rettungsdienstlich betreut, während die Feuerwehr in Chemieschutzanzügen die beschädigte Chlorgasflasche barg.

Die Wettkampfgruppe der Feuerwehr erreichte beim Kreisentscheid den zweiten Platz und landete beim Bezirksentscheid im Mittelfeld. Seminarbesuch und Ausbildungsstand seien insgesamt gut, erklärte Kuhl in seinem letzten Jahresbericht weiter. Nach 15 Jahren trat er nicht mehr zur Wahl des Wehrführers an. Zu seinem Nachfolger wurde der 46-jährige Christian Seibert gewählt. In den Feuerwehrausschuss wurden Jockel Höhle, Christian Hessler und Ernst-Hermann Moll einstimmig gewählt.

Die Jugendfeuerwehr feierte im vergangenen Jahr ihr 50-jähriges Bestehen mit einer Alarmübung an der Grundschule sowie einem anschließenden kleinen Fest und dem Zeltlager der Hungener Jugendfeuerwehren. 14 Mitglieder werden in Hungen als Nachwuchs für den Brandschutz angelernt, sagte Jugendwart Daniel Butzin. Christian Keil und Kevin Alexander wurden zu Jugendgruppenleitern gewählt.

Zwei Mitglieder aus der Minifeuerwehr »Feuerteufel« wechselten 2014 in die Jugendabteilung. Es gibt jetzt nur noch vier Minis, man braucht also dringend Nachwuchs ab sechs Jahren. Neben brandschutztechnischen Themen standen auch eine Weihnachts- und Faschingsfeier sowie Bastelstunden auf dem Programm.

Die 16 Mann der Alters- und Ehrenabteilung trafen sich 48-mal. Unter der Führung von Ehrenstadtbrandinspektor Richard Pleyer gab es unter anderem Ausflüge zum Jubiläum der Feuerwehr Rabertshausen und in die Biogasanlage nach Berstadt.



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