13. November 2013, 17:38 Uhr

Die ganze Welt der Kirchenmusik in Hungen

Hungen (dv). Ein spannendes Konzertprogramm für Liebhaber der Kirchenmusik versprach die Dekanatskantorei »Collegium Vocale Kirchberg« in der Hungener Stadtkirche. Im ersten Teil ging es um einzelne Sätze der gesungenen Messe aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Im zweiten Teil stand die »Misa Tango« von Martin Palmeri (*1965) auf dem Programm.
13. November 2013, 17:38 Uhr
Das Collegium Vocale Kirchberg interpretierte in Hungen Kirchenmusik aus verschiedenen Jahrhunderten und im zweiten Teil eine argentinische »Misa Tango«. (Foto: dv)

Der Altarraum war gefüllt von über 60 Sängern und einem Streichorchester, als Daniela Werner, die die Gesamtleitung hatte, mit dem Kyrie aus Sebastian Bachs Kyrie-Gloria-Messe das Konzert eröffnete. Kira Petry überzeugte mit ihrer Sopranstimme. Danach führte die Zeitreise aus dem Barock in die Renaissance zu William Byrd. Ein kleiner Teil des Chores sang das Gloria aus der »Mass for 4 voices« einen Lobgesang im Stil der vorreformatorischen Tudor-Liturgie.

Mit Mozart ging es in die Klassik. Heiter beschwingt hat er das Credo, das Glaubensbekenntnis, in seiner »Missa brevis« gestaltet. Die Romantik war mit Felix Mendelssohn Bartholdy vertreten. »Heilig Heilig« präsentierte der Doppelchor stimmgewaltig a cappella. Das Ende der Zeitreise führte in die Moderne. Chor und Orgel intonierten das Agnus Dei aus der Messe solennelle in cis-Moll von Louise Vierne. Nachdem der begeisterte Beifall für den ersten Teil verklungen war, gab es Änderungen bei Chor und Orchester. Beatrix Pauli übernahm das Klavier und Judith Brandenburg fand mit ihrem Bandoneon, dem Instrument des Tangos, zwischen den Streichern ihren Platz. Ein wahres Feuerwerk der Musik begann. Dass diese Tango-Messe für gemischten Chor, Mezzosopran, Bandoneon, Klavier und Streicher eine solche suggestive Kraft und Eindringlichkeit hat, lag an der stimmlichen Ausdruckskraft und Chorklangfülle, ebenso wie an der differenzierten Dynamik und packender Interpretation der Musiker.

Schon das »Kyrie eleison« entfaltete pulsierende Energie und rhythmisierte Stimmkraft. Das »Gloria in excelsis« zeigte Herz und Seele, Traurigkeit und Wehmut des Tangos, aber auch Dramatik, Emotionalität und Temperament südamerikanischer Musikkultur. Das alles verband Palmeri in seiner Messe mit klassisch-barocken Kompositionstechniken. Der Beifallsturm der am Ende durch die Stadtkirche ging, bewies die Begeisterung des Publikums.

Am Samstag, dem 16. November, um 19.30 Uhr ist das Konzert in der Kirche in Londorf und am Sonntag, dem 17. November, um 18 Uhr in der evangelischen Kirche in Lollar zu erleben.

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