07. Februar 2011, 13:55 Uhr

Karneval-Sitzungen in Stangenrod: Kreuzfahrt, Klo und eine große Show

Grünberg (fp). Über vier Stunden bot der Stangenröder Carnevalverein am Freitag und Samstag bei zwei Gala-Prunksitzungen einen bunten närrischen Reigen aus Büttenreden und Tänzen. Getreu dem Motto »Die Helden der Kindheit sind erwacht - beim SCV zu neuer Pracht« marschierte der Elferrat als Indiana Jones, Robin Hood oder Bibi Blocksberg in den Saal.
07. Februar 2011, 13:55 Uhr
Die »Stangenröder Flammen« boten einen Showtanz.

Nach der Vorstellung des Rates zeigten die »Stangenröder Flammen« sogleich ihr Können. Das »Deutschrock-Medley« hatte SCV-Ballettmeisterin Kerstin Seiderer mit der Gruppe einstudiert.

Danach rief Sitzungspräsident Christian Aff Ortsvorsteher Alexander Böhm in die Bütt. Böhm zeigte dem Publikum seine Meinung über Helden auf, ein Schelm, wer dabei Parallelen zur Politik suchte. Mit Blick auf die Kommunalwahl zog der Ortsvorsteher vor denjenigen den Hut, die ihre Stimme abgeben. Unter Leitung von Kerstin Seiderer folgte ein »Rock-Medley«, dargeboten von den »Stangenröder Funken«. »Mittags zum Lunsche, mir nenne das esse, da brauchst du ein Kleid mit alle Finesse«, wusste die Kreuzfahrtgewinnerin Regina Lenz. Die Büttenrednerin erzählte allerlei Begebenheiten von Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Für ihren Ehemann hatte sie folgenden Rat: »Sauf net soviel, sonst guckst du verschwomme und alle merke, dass mer aus Stangenrod komme«.

Nach einer Schunkelrunde mit den »Melody Boys« begrüßten der zweite Vorsitzende des SCV und Sitzungspräsident Christian Aff die Gastvereine, die ihre Prinzenpaare vorstellten. Stephan Hahn warf von der Bühne die Frage auf: »Endlich erwachsen! Oder?« Dabei erzählte er von einer Begegnung mit Bruce Willis im Fußballstadion. Auf die Frage einer 14-Jährigen nach der Pille fragte die Mutter »warum«? Die Antwort lautete: »Jetzt ist es vier Jahre so gut gegangen, mir wolle nichts überstrapazieren«.

Den musikalischen Karneval brachten sodann die Bänkelsänger in den Saal. Unter der Begleitung von Klaus Lenhart (Einstudierung) an der Gitarre sangen die Männer zunächst vom Wind. Eine Strophe dabei lautete: »Früher war die Aussicht hier einfach schön, heute kann man Lehnheim sehn«. Die Antwort hatte die Gruppe auch parat: »Ja, wir armen Stangenröder, wir leiden große Not. Für uns gibt's nur eine Lösung, wir brauchen Wald um Stangenrod«. Das zweite Lied beschrieb neben Feldwegen auch verbotene Straßen.

Mit »Grease« legten die »Power Funken« einen Showtanz auf die Bühnenbretter, einstudiert von Kerstin Seiderer. Eine »sportliche Oma« gab sodann Regina Greb aus der Bütt. Auf den Geschmack gekommen, tyrannisierte sie die ganze Familie mit sportlichen Aktivitäten. »Gymnastik mit der Keule gibt's zum Schluss, da erleidet der Opa einen Hexenschuss«. »Wenn es dunkel wird« lautete dann das Motto eines Showtanzes der »Stangenröder Flammen« (Leitung Kerstin Seiderer). Als »Urgestein« rechnete Gastrednerin Jutta Daubertshäuser aus Nieder-Ohmen zunächst als Klofrau die Toilettenreinigung mit der Stadt Grünberg ab. Recht gestenreich verstand sie es, dem Publikum den Unterschied zwischen »Bach« und »Haufen« zu erklären. Ihre Grabinschrift stand für die Rednerin auch schon fest: »Sie machte ihr Lebtag Überstunden, nun feiert sie ab«. Neben allerlei ehelicher Zwietracht erklärte die Rednerin dem Publikum auch, warum Fußball besser als Sex sei. Er dauert zweimal 45 Minuten, bei Glück gibt es Verlängerung, und Versager werden ausgetauscht. Männerballett - dann wieder etwas für das Auge. Trainiert mit den Männern hatte Janina Dörr. Selbst einstudiert hatten die Mädels von »Staro Deluxe« ihren Tanz »Tutti Frutti - Shake Shake«.

Das Dorfleben im karnevalistischen Jahresrückblick bot die »Kräppelzeitung«, dargestellt von Mareike Vetter und Corinna Bock als Max und Moritz. Dabei gingen sie zunächst auf die Vorteile von Winterreifen ein, bedeuteten zudem, man müsse bei Glätte auch laufen können. Die beiden wussten von einem Seifenkistenrennen und der Terminkollission mit dem Grilltag des »Hasenvereins«. Dann fand keine der beiden Veranstaltungen statt. Von einem verlorenen Hörgerät kündeten Max und Moritz ebenso wie von der Anmeldung eines Riesenfestwagens der »Alte Herren«-Fußballer zum Jubiläumsumzug der Feuerwehr, von dem dann nur noch ein Bollerwagen übrig blieb. So mancher Einwohner dürfte sich bei den erzählten Begebenheiten wieder erkannt haben.

Mit einer Playbackshow verschiedener Interpreten entführten die Aktiven auf eine SCV-Zeitreise, bevor das große Finale das Ende des Programms einläutete. Bleibt noch zu erwähnen, dass Andreas Nau und Steffen Schäfer als Waldorf und Statler so manchen qualifizierten und unqualifizierten Kommentar aus ihrer Loge abgaben, entliehen aus der Muppets-Show. Die Sitzung wurde am Samstag wiederholt, an beiden Tagen übernahmen die »Melody Boys« die musikalische Umrahmung.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos