27. Mai 2011, 11:55 Uhr

Grünberger enttäuscht: Kein Kreisel in der Gießener Straße

Grünberg (tb). Zwei Jahre nach Eröffnung des neuen »Rewe« an der Höfetränke, geplanter Termin ist der Gallusmarkt 2012, soll ein weiterer, noch größerer Lebensmittelmarkt in Grünberg eröffnen.
27. Mai 2011, 11:55 Uhr
Aktuelle Planung für die Anbindung des neuen »Edeka« an die B 49: Von Gießen kommend führt eine Linksabbiegerspur zum Markt. Ein Kreisel an der Ecke Gießener/Schulstraße ist gescheitert.

Wie von der Gießener Allgemeinen berichtet, hat die regionale Planungsversammlung im Herbst 2010 grünes Licht für den Neubau von »Edeka« in der Gießener Straße gegeben. Erforderliche Anpassung der Flächennutzungs- und Bebauungsplanung ist auf dem Weg, die ersten Beschlüsse der städtischen Gremien sind gefasst. Nach dem Magistrat empfahl am Dienstagabend der Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung entsprechende Beschlussfassung. Was freilich für Enttäuschung sorgt, ist das Scheitern des gewünschten Kreisels am Ortsausgang Richtung Gießen (Abzweig Schulstraße). Die Grundstücksverhandlungen mit den Eignern der benötigten Parzellen sind gescheitert. Für »Edeka«, so hieß es am Dienstag weiter, sei die »Schmerzgrenze« überschritten gewesen, auf Kosten des Konzerns sollen nun eine Linksabbiegerspur gebaut werden.

Dem Bauausschuss erläuterte Planer Holger Fischer den Sachstand. Zunächst aber erinnerte er an die Forderung der Regional-planer. Sinngemäß: »Baut erstmal den «Rewe» und sichert die Grundversorgung der Altstadtbewohner, dann genehmigen wir einen neuen, größeren, zeitgemäßen «Edeka». « Im Oktober dann stimmte die Planungsversammlung dem Abweichungsantrag (statt Landwirtschaft großflächiger Einzelhandel) zu - freilich nicht ganz so großflächig wie beantragt, erlaubt werden mit 1950 qm Verkaufsfläche 450 qm weniger. Fischer: »Das ist das, was Grünberg an Kaufkraft noch hergeben soll.«

Für die Fläche rechts der B 49 Richtung Gießen wird nun der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan »Sondergebiet Gießener Straße/Göbelnroder Hohl« aufgestellt. Da Außenbereich, geht eine Umweltprüfung samt Aufnahme von Flora und Fauna einher. Daraus aber dürfte kein Hinderungsgrund erwachsen; wie auch die Genehmigung des Funktionsgebäudes selbst kein Thema sein dürfte.

ASV soll Nein zu Kreisel erläutern

»Umfangreiche Diskussionen« dagegen, so Fischer, habe es bereits in Sachen »Anbindung an die B 49« gegeben. Der von Grün-bergs Kommunalpolitikern erhoffte und vom ASV mitgetragene Kreisel in Höhe Schulstraße/Feldweg ist, so formuliert es der Planer, »schwierig«. Für den Kreisverkehrsplatz an der vielbefahrenen Bundesstraße wäre ein Durchmesser von 36 - 40 Meter erforderlich, was ohne Inanspruchnahme von bebauten Privatgrundstücken nicht machbar sei. Die Grundstücksverhandlungen - »Edeka« trägt neben den Kosten der verkehrlichen Anbindung natürlich auch die Überplanung - seien gescheitert. Dazu Bürgermeister Frank Ide: »Die Schmerzgrenze war überschritten.«

Alternative wäre, so wieder Fischer, ein Vorziehen in Höhe Markt-Einfahrt gewesen. Das aber lehne das Amt für Straßen und Verkehrswesen (ASV) wegen des dort noch gefahrenen hohen Tempos wie auch mangels gleichmäßiger Auslastung der vier Arme und Vorfahrt von Marktkunden auf einer Bundesstraße/Autobahnbedarfsumleitung ab.

Ebenso nicht infrage komme eine Ampel. Als beste und den Verkehrsfluss gewährende Lösung sieht das ASV nun den Bau einer Linksabbiegerspur aus Richtung Gießen sowie einer Querungshilfe für Fußgänger vor, die von der Stadt kommend via neuem Gehweg linksseitig die B 49 überqueren. Nach Fischer dürfte die Ausweisung eines Geschwindigkeitstrichters (80 - 60 km/h) selbstverständlich sein, bereits an der Kuppe nach dem Göbelnroder Wald beginnen.

Das Nein der Straßenbauer zu einem Vorziehen des Kreisels stieß auf nicht wenig Kritik im Ausschuss. Eventuell, so Fischer auf Nachfrage von Roswitha Lorenz (»wirklich keine Chance?«), wäre ein weiteres Vorziehen samt Nutzung unbebauten Grundes im »Gießener Weg« eine Option. Genauer vermöge er das nicht zu beurteilen. Der Ausschuss will nun zur nächsten Sitzung einen ASV-Vertreter einladen, um die Chancen für einen Kreisel auszuloten.

Am Altstandort nur Getränkemarkt erlaubt

Die Vorlagen auf Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines Bebauungsplans für den Neubau wurden ebenso zum Beschluss empfohlen wie die Aufstellung eines B-Plans »Gießener Straße/Schulstraße«. Letzterer betrifft den Altstandort, auf dem somit eine weitere Nutzung für den Handel von Nahrungs- und Genussmitteln, außer Getränken, ausgeschossen wird. Damit wird dem Vorhaben des alten wie auch neuen Betreibers entsprochen, den Verkauf von Erfrischungen in den alten Markt zu verlagern.

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