01. Dezember 2013, 10:28 Uhr

Gemeinnütziger Verein eröffnet »Weltladen« in Grünberg

Grünberg (tb). Nach langer Vorbereitung der Helfer um Marianne Renz, Erste Vorsitzende des Trägervereins, nach teils hektischen letzten Tagen vor der Geschäftseröffnung, konnten am Freitag die Sektkorken fliegen: Plangemäß öffnete der »Weltladen« in der Grünberger Rabegasse seine Pforten.
01. Dezember 2013, 10:28 Uhr
Eröffnung des Geschäftslokals des gemeinnützigen Vereins »Weltladen« in Grünberg. Ein Gastredner war Bede Godwyll (Gepa). (Foto: tb)

Ab sofort bietet hier der gemeinnützige Verein fair gehandelte Lebensmittel wie Kaffee, Tee, Schokolade, Gebäck und Brotaufstriche sowie kunsthandwerkliche Produkte und Deko-Artikel an. »Der Weltladen ist in der Fair-Trade-Stadt Grünberg angekommen«, meinte gestern Morgen Kreisbeigeordneter Dirk Haas treffend. Dass es freilich – nicht zuletzt auf politischer Ebene – noch viel zu tun gebe, was soziale Standards, Bildung, medizinische Versorgung in den Entwicklungsländer angeht, das dürfe man nicht vergessen. Haas: »Die EU reglementiert, wie eine Banane aussehen soll, aber nicht, wie sie hergestellt wird.«

»Jetzt vertrauen wir darauf, dass viele Menschen den fairen Handel unterstützen«, betonte Vereinsvorsitzende Marianne Renz vor den Besuchern der Eröffnung. Auch weil der Laden sehr zentral liege, erachtet sie die Chancen für guten Umsatz im Sinne der Produzenten in der sogenannten Dritten Welt als gut. Seit Gründung des Vereins im August hätten die Mitglieder in Eigenleistung das Ladenlokal renoviert und eingerichtet, sich zudem in Seminaren über Fairen Handel fortgebildet.

»Produzenten wollen keine Almosen«

In den angemieteten Räumen in der Rabegasse 14 steht außer der Verkaufsfläche auch ein Seminarraum zur Verfügung, in dem Informationsveranstaltungen angeboten werden sollen. Renz: »Wir möchten nicht nur die Fair-Trade-Produkte anbieten, sondern auch über die Hintergründe Fairen Handels und die Produktionsbedingungen in Südamerika und Afrika informieren.«

Namens der »Gepa« – europaweit größter Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern – gratulierte Bede Godwyll dem Verein. »Die früheren Dritte-Welt-Läden waren oftmals ein Ort, um das Leid zu erfahren. Viele dachten bei sich: ›Ich kaufe was, um das Leid zu mindern».« Zwar seien solche Gedanken noch immer berechtigt, gebe es natürlich noch heute großes Leid, doch die Läden hätten sich gewandelt. Godwyll: »Es sind nicht mehr Orte, um auf die Mitleidsdrüse zu drücken. Das Angebot hat sich gewandelt, seine Güte ist gestiegen.« Die Handelspartner in Lateinamerika oder Afrika, sie wollten keine Almosen von der sogenannten Ersten Welt, sondern Wertschätzung für hochwertige Produkte.

Für Grünberg sei das ein »Schritt in die Richtung«, betonte Stadtrat Lothar Peter und räumte ein, er sei – was seinen »Zweckpessimismus« angeht – in diesem Fall eines Besseren belehrt worden. Peter versprach dem Verein die weitere Unterstützung der Stadt – soweit möglich.

Klaus Handstein, Vorsitzender der Werbegemeinschaft (GWG), zeigte sich stolz, dass Grünberg die Zertifizierung als Fair-Trade-Stadt geschafft habe. Der »Weltladen« sei ein »Teil der Idee«. Jetzt werde es ernst, gelte es, sechs Tage die Woche das Geschäft am Laufen zu halten. Die Unterstützung der GWG habe der »Weltladen«.

Elke Sézanne, Vorsitzende der ev. Dekanatssynode Grünberg, erinnerte an die »Laucher Thesen«, mit denen die Dekanate-AG Grünberg-Hungen-Kirchberg sich schon 2009 für Nachhaltigkeit und gerechte Handelsbeziehungen stark gemacht habe.

»Ihr seid ein hervorragender Partner, bei Euch gibt es ausschließlich gerecht gehandelte Produkte«, meinte schließlich Monika Dern und gratulierte namens der Grünberger Fairtrade-Initiative.

Der Laden ist von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr, geöffnet und wird von Ehrenamtlichen betreut. Weitere Helfer werden gesucht, können sich bei Marianne Renz per E-Mail (mariannerenz@online.de) oder unter Tel. 06401-22 95 10 melden. Der »Weltladen« ist unter Tel. 06401/2287133 erreichbar.

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