25. September 2016, 18:23 Uhr

Gefahr durch gefälschte Gurte

Grünberg/Gießen (pm). Gefahrgut- und Schwerverkehr wurde bei einer gemeinsamen Aktion des Regierungspräsidiums (RP) Gießen, der Kreisordnungsbehörden, Polizeipräsidien und dem Zoll an sechs Kontrollstellen in Mittelhessen überprüft.
25. September 2016, 18:23 Uhr
Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (2.v.l.) lässt sich die Details der Kontrolle erläutern. (Foto: pm)

Die Prüfer interessierten sich besonders für die ordnungsgemäße Ladungssicherung, die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sowie die richtige Kennzeichnung gefährlicher Güter.

Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich machte sich an der Raststätte Reinhardshain an der A 5 selbst ein Bild von der Arbeit seiner Kontrolleure. »Als Aufsichtsbehörde leisten wir den Ordnungsbehörden tatkräftige Unterstützung bei den Kontrollen«, erklärte Ullrich und ließ sich anschließend die Knackpunkte an einem polnischen Fahrzeug in der Kontrollstelle zeigen.

Über 100 Beanstandungen

Auch wenn auf den ersten Blick alles korrekt aussieht, liegt der Teufel meist im Detail. »Hier haben wir gefälschte Spanngurte«, erläutert Amtmann Mario Brück vom Ordnungsamt Gießen das Problem an dem gerade angehaltenen Lkw und ergänzt: »Die gefälschten Gurte unterscheiden sich nur in kleinen Details von den echten – diese hier müssen wir aus dem Verkehr ziehen.« Zum Glück des Fahrers verfügt sein Auflieger über einen sogenannten zertifizierten Aufbau, mit dem er die Container trotzdem weiter transportieren darf. Der zertifizierte Aufbau bietet statt nur fünf satte 13 Tonnen Haltekraft und hält damit die Ladung auch bei einer Vollbremsung an ihrem Platz.

»Die Verkehrsteilnehmer werden mit einer schlecht gesicherten Ladung einer Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt«, sagte Jürgen Freigang, Experte für Ladungssicherheit beim RP Gießen. Bei den in diesem Jahr bisher inspizierten 265 Fahrzeugen gab es in 104 Fällen Gründe zur Beanstandung. 21-mal waren die Mängel so gravierend, dass die Fahrer ihre Weiterreise noch an Ort und Stelle unterbrechen mussten, um Reparaturen am Fahrzeug, Umladungen oder Ladungssicherungen vorzunehmen.

Bei den Gefahrgutverstößen leiteten die Beamten 21 Buß- und Verwarnungsgeldverfahren ein. Bei einem Fahrer wurde ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Daneben wurden Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten sowie technische Mängel an den Fahrzeugen und den Reifen festgestellt.

»Die zahlreichen festgestellten Mängel zeigen deutlich, dass engmaschige Verkehrskontrollen notwendig sind« sagte der Regierungspräsident. Umso mehr erfreue ihn die gute Zusammenarbeit der RP-Fachdezernate mit den Polizei- und Ordnungsbehörden sowie Zollbehörden. Im Rahmen der allgemeinen Verkehrsüberwachung sollten auch künftig alle beteiligten Behörden an einem Strang ziehen, um die Sicherheit auf der Straße zu erhöhen.

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