10. August 2008, 20:22 Uhr

Alphorn-Jazz, Stepptanz und afrikanische Trommeln

Grünberg (sc). Eine rundum harmonische dreitägige musikalische Weltreise ging gestern Abend in Grünberg zu Ende.
10. August 2008, 20:22 Uhr
L Bow Grease überzeugte die Zuhörer mit keltisch-amerikanscher Folklore.

Denn mit dem diesjährigen Grimmich Folk-Festival - dem mittlerweile 10. in der Gallusstadt - gelang es den Organisatoren, durchweg außergewöhnliche Gruppen und Musiker zu verpflichten. Nach dem Eröffnungskonzert am Freitagabend mit der georgischen Gruppe »The Shin« eröffneten Bürgermeister Frank Ide und Marktfrau Doris Vogler-Hahn den mittlerweile traditionellen Folk-Samstagabend erstmalig mit einem Fassanstich. Mit dabei beim Fassanstich Edgar Müller von der Licher Brauerei, die das Fässchen gesponsert hatte.

Die ersten Krüge der 50 Liter Freibier erhielten die zehn Mitglieder des Organisationsteams, die ehrenamtlich für »Hessens schönstes Folkfestival« tätig sind. Auf dem Marktplatz ertönten die tiefen Töne der Alphörner von Alpcologne. Zunächst traditionell gespielt, entlockten die drei Alphornisten ihren vier Meter langen Instrumenten internationalere Stilrichtungen. Sie und ihre Sängerin Victoria Riccio begeisterten das Publikum. Der Grimmich-Folk fand i wieder auf drei Bühnen, im Barfüßerkloster und zwei Kneipen statt.

Auf dem Winterplatz unterhielt Roland Heinrich mit seinem mitreißenden Country-Folk. Danach hieß es Bühne frei für die Gruppe Celtic Chakra. Ihre irischen, baskischen und gälischen Stücke wurden perfekt durch Auftritte der Gießener Stepptanzgruppe »Shannon Dancers« ergänzt. Acht Männer aus dem Publikum wurden von den »Shannon Dancers« angelernt und sie legten mit ihnen eine flotte Polka aufs Parkett.Mit den Trommelwirbeln von »Tam Tam Music« endeten die Auftritte am Winterplatz nach Mitternacht afrikanisch und experimentell. Zuschauer nahmen die die Gelegenheit wahr, sich selbst in der Kunst des Trommelns zu versuchen. Im völlig überfüllten Barfüßerkloster luden An Erminig zu bretonischer Musik. Erstaunlich die Darbietungsvielfalt der gesangsstarken Gruppe mit ihren bretonische Liedern, Balladen und instrumentale Stücken. Die Diebsturmbühne stand einheimischen Jugendbands zur Verfügung. So war es denn ein deutlich jüngeres Publikum, dem die Gruppen Ulterior Motive, Next Dammage, 353 Movement, StrZZ und Know Your Rules mit rockigen Tönen einheizte. Mit dieser »Jugendbühne« kam das Organisationsteam den Wünschen vieler Grünberger Jugendlicher nach, wie Initiator Manfred Albrecht bemerkte. Die Pausen zwischen den einzelnen Gruppen nutzte Nachwuchssängerin Natalie Malik aus Gießen für ihre Auftritte. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme interpretierte die 15jährige internationale Hits.

Als »Überreste« aus dem Kneipenspiel der Anfangsjahre des Folkfestivals beteiligten sich auch in diesem Jahr Gaststätte Lippert als Bühne für die Grünberger Musiker der Comets und Taverna Santorini mit griechischem Folk der Gruppe Apolloni.Zum siebten Folk-Gottesdienst begrüßte Pfarrer Jochen Walldorf am Sonntagmorgen auf dem Marktplatz. Begleitet wurde sein Gottesdienst von der »Stimme Afrikas« aus Gießen. »Es macht Freude, Gott zu singen und zu loben« erklärte Chorleiter Francois Emakam Ndooh, wie in Afrika Gottesdienste gefeiert werden. Direkt im Anschluss des Gottesdienstes setzte ein leichter Nieselregen ein. »Genau zur falschen Zeit« bedauerte Albrecht. Doch insgesamt zeigte er sich auch mit der Zahl von geschätzt 5000 Besuchern sehr zufrieden. Am frühen Nachmittag ging es dann auf zwei Bühnen weiter mit guter Folkmusik. Auf dem Winterplatz traten L. Bow Grease mit Bluegrass-Folk auf und überzeugten ihr Publikum mit ihrer keltisch-amerikanischen Folklore. Die afrikanischen Trommler von Tam Tam Magic sorgten für ihren mitreißenden Auftritt, der schon am Vorabend viele Fans gefunden hatte.

Neu war der afrikanische Markt, der mit Marktständen und afrikanischem Essen für ein besonderes Flair an der Stadtkirche/Bühne Winterplatz sorgte. Ebenfalls neu in dieser Vielfalt waren die Kinderstände, die mit einem Kinderprogramm auch für die kleinsten Festivalbesucher Abwechslungbeim Schminken, Verkleiden, Hüpfen,Spielen brachte. Der Marktplatz war Bühne für die Kleinkunst-Gruppe »Liederjan«. Nicht nur musikalisch wussten sie ihumoristisch zu unterhalten. Den Abschluss auf dem Marktplatz bildeten die Swamp-Cats - eine Gruppe, die mit tanzbarem Accordion-Rock'n Roll für Stimmung sorgte. Den Schlusspunkt setzte am Abend die Gruppe Huun-Huur-Tu mit ihrem Mongolischen Kehrkopfgesang in der Stadtkirche, (Bericht folgt).

Ausblick 2009: Eine große Überraschung hinsichtlich des inhaltlichen Schwerpunktes versprach Albrecht für das im nächsten Jahr geplante Folkfestival. Denn dass es mit »Grimmich-Folk« weiter geht, stehe für ihn außer Frage. Und aufgrund der positiven Rückmeldungen zum afrikanischen Markt am Winterplatz/Stadtkirche wolle er dieses Ambiente beibehalten und ausbauen.

»Nicht erklären, besser, man erlebt es« fasste Karl-Horst Hausmann vom Organisationsteam die schwer beschreibbare Faszination des georgischen Projektes EgAri zusammen. Die Zuhörer konnte da nu zustimmen.

»Mach' Dir ein Bild vom "Grimmich Folk« - Mit einem gemalten, gebastelten, gezeichneten, geklebten oder fotografierten Bild, das beim 10. Grimmich Folk entstanden ist, haben diebegeiserten Folkbesucher in diesem Jahr die Chance, eine Digitalkamera oder einen anderen attraktiven Preis zu gewinnen. Einsendeschluss ist der 16. August. Abgabe der Arbeiten per Post oder persönlich auf der Stadtverwaltung Grümnberg, Rabegasse 1, 35305 Grünberg, z. Hd. Herrn R. Wiegand. Oder auch per E-mail. Die Adresse: mail@grimmich-folk.de (sc)

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