27. November 2009, 17:04 Uhr

Wieder Platz zwei für TÜV-Kids bei Politikaward

Fernwald (rüg). Zum zweiten Mal nach 2007 konnten sich die Initiatoren der »TÜV-Kids« und vor allem deren pädagogischer Leiter Manfred Weller über einen zweiten Platz beim »Politikaward« freuen. Die Preisverleihung fand am Mittwoch in Berlin im Beisein von Weller statt, der auch Leiter der Grundschule in Steinbach ist.
27. November 2009, 17:04 Uhr

Fernwald (rüg). Zum zweiten Mal nach 2007 konnten sich die Initiatoren der »TÜV-Kids« und vor allem deren pädagogischer Leiter Manfred Weller über einen zweiten Platz beim »Politikaward« freuen. Die Preisverleihung fand am Mittwoch in Berlin im Beisein von Weller statt, der auch Leiter der Grundschule in Steinbach ist. »Der kleine Dorfschulmeister fährt nach Berlin und konkurriert mit Microsoft«, kommentierte Weller das Ereignis am Freitag im Pressegespräch schmunzelnd. Denn Gewinner in der Kategorie »Soziale Verantwortung« war das Projekt »Sicher im Netz«, deren Auftraggeber die Initiative »Deutschland sicher im Netz« gemeinsam mit EBay, Microsoft Deutschland und SAP war. »Das war David gegen Goliath«, beschrieb Weller die Ausgangssituation« für das vom TÜV Hessen beauftragte Schülerprojekt.

Der Politikaward gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen für Arbeiten aus dem Bereich der politischen Kommunikation. Er prämiert sowohl Politiker als auch Profis der Kommunikationsbranche für ihre Leistungen in Wahlkämpfen und für politische Kampagnen. Mit dem Preis werde die herausragendsten Kampagnen, die erfolgreichsten Akteure und zukunftsweisende Arbeiten der politischen Kommunikation ausgezeichnet. Der Politikaward will damit die Professionalisierung der politischen Kommunikation fördern.

Zur Galaveranstaltung im »TIPI« am Kanzleramt waren wieder mehrere hundert Gäste gekommen, darunter Größen aus Politik und Kommunikation, aus Wirtschaft und Gesellschaft. So wurde beispielsweise Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als »Politiker des Jahres« ausgezeichnet, der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester (SPD) wurde für sein Lebenswerk geehrt. Auf ihn hielt Jürgen Trittin (Grüne) die Laudatio.

»Es ist schon toll, dass wir überhaupt bis dorthin gekommen sind«, freute sich Schulleiter Weller, dass die »TÜV-Kids« zum zweiten Mal nominiert wurden. Es sei wichtig, an solchen Wettbewerben teilzunehmen, denn damit gehe eine offizielle und öffentliche Bestätigung der Arbeit einher.

Der pädagogische Leiter des Projektes hatte den Auftrag des hessischen Kultusministeriums, möglichst viel Nachhaltigkeit für die Grundschulen aus dem Engagement des TÜV Hessen zu gewinnen. Deshalb entwickelte er zunächst eine Reihe von Experimenten und erstellte Konzepte zur Lehrerfortbildung.

Für diese Experimente müssen nur wenige Bauteile wie Leuchtdioden, Widerstände, und Batterien gekauft werden, Wäscheklammern, Bierdeckel, Luftballone, Kunststofflöffel, Reißnägel, Büroklammern und vieles mehr lassen sich sozusagen »aus dem Küchenschrank« holen und zum Experimentieren nutzen. So entstehen mit einfachsten Mitteln Stromprüfgeräte oder Hebebühnen.

Diese Initiative hat sich inzwischen zu einer echten Erfolgsgeschichte gemausert und schon einige Auszeichnungen (Gewinner der Initiative Freiheit und Verantwortung 2008,Gewinner des PR-Award 2008) erhalten. Mittlerweile haben sich schon über 80 000 Kinder mit den Experimenten befasst, 80 Prozent der Grundschulen in Hessen wurden von den »TÜV-Kids«-Trainern besucht. Der Landkreis Gießen wurde nahezu vollständig abgedeckt. Der TÜV Hessen habe gar nicht mit einer solch überwältigenden Resonanz gerechnet, berichtete Weller. Er mache mit dem Projekt aber gleichzeitig seine soziale Kompetenz deutlich, denn ein einfaches, von Schülern gebasteltes Stromprüfgerät könne Kindern auch den sicheren Umgang mit Strom vermitteln. Selbst bei Lehrern komme die Initiative - trotz manch anfänglicher Skepsis - sehr gut an: »Wenn die dann was gebaut haben, heißt es oft: Och, das war ja gar nicht so schwer. « Eine Initiative als zum direkten »be-greifen«, so Weller, schließlich werde ja oft genug der handlungsorientierte Unterricht propagiert. Viele Schulen hätten aber gar nicht die Möglichkeiten dazu, »und da sind wir in ein echtes Loch gestoßen«.

Seit kurzem gibt es auch ein neues Buch im DIN-A4-Format unter dem Titel »TÜV-Kids - Engagement und Verantwortung«, das der TÜV Hessen herausgebracht hat. In dieser 127 Seiten starken, farbigen Broschüre wird das Projekt in seiner ganzen Breite vorgestellt. Es beginnt mit der »prickelnden Idee«, die 2007 in die Tat umgesetzt wurde. Da werden auch Fragen wie »Leitet Schinken Strom?« beantwortet. Manfred Weller schreibt über »Das verrückteste Projekt, an dem ich je beteiligt war«. Dargestellt wird auch der große Erfolg der »TÜV-Kids«, der durch die Auszeichnungen und Ehrungen unterstrichen wird.

Das informative Buch kann man im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.tuev-kids.de" text="www.tuev-kids.de" class="more"%> kostenlos bestellen, teilte Weller mit. Zielgruppen seien natürlich die Schulen. Denn trotz des bislang großen Erfolgs - vor den Herbstferien musste auf Grund der Nachfrage ein Anmeldestopp bis Weihnachten ausgesprochen werden - ist Weller auch an einer Nachhaltigkeit des Projektes interessiert.

Deshalb erfindet der pädagogische Leiter auch weiterhin neue Experimente, und deshalb werden auch nach wie vor Trainer geschult. Vielleicht schafft es die Initiative ja dann im dritten Anlauf, den »Politikaward« zu gewinnen.

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