12. März 2010, 16:42 Uhr

Meditation mit Meister Han Shan in Steinbach

Fernwald (sha). »Wenn wir etwas aufmerksam machen, machen wir es gut«. Dies war die zentrale Botschaft, die Meister Han Shan etwa 20 Zuhörern am Mittwochabend im Rahmen eines zweiteiligen Vortrages im Haus der Steinbacher Feng Shui-Beraterin Cornelia Hahn unterbreitete.
12. März 2010, 16:42 Uhr
Meditation mit Meister Hans Shan (3. von rechts) in Steinbach. (Foto: sha)

Fernwald (sha). »Wenn wir etwas aufmerksam machen, machen wir es gut«. Dies war die zentrale Botschaft, die Meister Han Shan etwa 20 Zuhörern am Mittwochabend im Rahmen eines zweiteiligen Vortrages im Haus der Steinbacher Feng Shui-Beraterin Cornelia Hahn unterbreitete. Der gebürtige Offenbacher war nach seiner Ausbildung zum Diplomingenieur und Diplomkaufmann im Alter von 22 Jahren nach Asien ausgewandert, wo er seit 1973 lebt.

1978 gründete Han Shan, vormals Hermann Ricker, in Singapur eine kleine Firma, die sich zu einem weltweit oprierenden Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 33 Millionen US-Dollar entwickelte.

Ein schwerer Autounfall, den er 1995 unverletzt überlebte, veranlasste ihn zu einer drastischen persönlichen Kehrtwende. Der Unternehmer überschrieb die eigene Firma seinen engsten Mitarbeitern und wurde zum Bettelmönch.

Nachdem er zehn Jahre lang die Mönchskutte getragen hatte, nahm er den Titel »Meister« Han Shan (großer Berg) an und gibt seitdem die Lehre Buddhas an Interessierte weiter. Die Methoden der Vipassana-Meditation, die Han Shan auch in dem von ihm gegründeten Nava-Disa-Retreat-Center in Thailand weitergibt, bildeten den Kern des abendlichen Vortrags in Steinbach. Mit Hilfe der Vipassana-Meditation habe Buddha »alle Energien loslassen« können und so das irdische Erleben eines paradiesischen Zustands erreicht, berichtet Han Shan.

Dabei betonte der gebürtige Offenbacher, dass er »kein Buddhist im religiösen Sinne« sei, wie auch die Lehre Buddhas keine Religion sei. Der Buddhismus in seinen unterschiedlichen Spielarten sei vielmehr ein von der Kultur der jeweiligen Länder beeinflusstes Produkt, während die Lehre Buddhas die »ultimative Wahrheit« verkörpere.

Negative Energien können sich festsetzen

Religionen sind nach der Auffassung von Han Shan »immer nur Hilfsmittel und Gerüst, um die ultimative Wahrheit in uns selbst freizulegen«. Religionen beschrieben deshalb den Weg, aber nicht das Ziel, erläuterte Han Shan. Diese Wahrheit müsse jeder in sich selbst erarbeiten, betonte der ehemalige Unternehmer und bezeichnete die Vipassana-Methode als eine in sich selbst schauende Meditation, die die Aufmerksamkeit schule und trainiere.

Die Lehre Buddhas richte sich darauf, zu erlernen, mit den »Problemen in uns selbst umzugehen, um unser Leben besser zu managen«. Dies beinhalte auch, anzuerkennen, dass »wir nicht wissen können, was im nächsten Moment geschieht«. Wer diese Tatsache annehme, beweise »hohe Lebenskunst« und könne ein glückliches Leben führen.

Han Shan rät dazu, sich weniger von den eigenen Vorstellungen und Gedanken abhängig zu machen, sondern »im Moment zu sein«. »Wenn wir etwas aufmerksam machen, machen wir es gut«, lautet seine zentrale These. Aus diesem Grund sei es wichtig, mit der Vipassana-Meditation die »Aufmerksamkeit in uns« zu schärfen.

Han Shan beschreibt, dass jeder Mensch ein eigenes Energiefeld besitzt, das durch den Kontakt zu anderen Menschen beeinflusst wird. Auch die negativen Energien, die von anderen Menschen ausgingen, könnten sich dabei im eigenen Energiefeld festsetzen. Deshalb fordere die Lehre Buddhas dazu auf, das eigene Wohlbefinden weniger von äußeren Umständen abhängig zu machen, da »man selbst keinen Einfluss darauf hat, was andere sagen oder tun«. Es ist nach seiner Überzeugung falsch, die negative Energie in seinem eigenem Energiefeld aufzunehmen, die beispielsweise von jemandem ausgeht, der einem ein Schimpfwort an den Kopf wirft. Derjenige, der schimpft, trägt den Ärger und die negative Energie bereits in sich selbst, dies könne nicht beeinflusst werden, sodass der Adressat der Beschimpfung nicht erst den Fehler machen sollte, in sich selbst Ärger aufkeimen zu lassen. Als Beispiel für die Übertragung positiver Energien nannte Han Shan den Vorgang des Gebens. Die Freude und somit die positive Energie, die der Gebende bewusst erlebe, übertrage sich ebenso auf den Empfänger der Gabe.

Die Vipassana-Meditation schule die Aufmerksamkeit sowie das eigene Bewusstsein und fördere somit die Selbsterkenntnis. Um dies praktisch zu erleben, lud Meister Han Shan seine Gäste in einem zweiten Teil seines Vortrags dazu ein, gemeinsam an einer praktischen Übung teilzunehmen und die »vier Punkte der Aufmerksamkeit« kennen zu lernen.

Diese vier zentralen Elemente der Vipassana-Meditation betreffen den Körper, die Grundstimmung, die Gefühle und die Gedanken. Mit der Hilfe dieser vierstufigen Meditation gelinge es, das eigene Energiefeld auszugleichen, erläuterte Han Shan und unterstrich dabei, dass für diese Art der Meditation keine bestimmte Sitzposition vorgeschrieben sei, vielmehr könne auch im Liegen oder beim Laufen meditiert werden, solange es gelinge, die notwendige Konzentration aufzubringen.

Wichtig: Grundstimmung, Gefühle, Gedanken

In einem ersten Schritt nahmen Han Shan und die etwa 20 Gäste eine bequeme Sitzposition ein, in der sie fünf bis zehn Minuten lang still verharrten, um sich ihre eigene Körperhaltung bewusst zu machen. Die folgenden drei Punkte der Aufmerksamkeit - Grundstimmung, Gefühle und Gedanken - wurden über sogenannte »mentale Notizen« erarbeitet.

Die Meditierenden achteten dabei jeweils auf eine Grundstimmung, Gefühle oder Gedanken, die sie in sich spürten. Über das dreimalige, gedankliche Wiederholen von beispielsweise einer Stimmung werde das persönliche Energiefeld ausgeglichen. Diese mentalen Notizen müssen allerdings in Form einer neutralen Feststellung getroffen werden, ohne sich damit zu identifizieren, betonte Han Shan.

Der ehemalige Unternehmer wies jedoch darauf hin, dass diese Meditation sehr viel Übung erfordert, da die intensive Konzentration ermüde. Aus diesem Grund empfiehlt er Interessierten, zu Beginn lediglich zweimal am Tag, morgens und abends je zehn Minuten, die Vipassana-Meditation anzuwenden.

Bis zum 4. Mai hält sich Meister Han Shan noch in Deutschland auf und bietet unter anderem am Ostersonntag und am 2. Mai Meditationstage bei Cornelia Hahn an. Weitere Informationen zu den geplanten Veranstaltungen erteilt die Feng Shui-Beraterin telefonisch unter 0 64 04/42 06.

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